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Deutschlandweit einmalige Weiterbildung in Kassel

ihk140411Kassel. Es handelt sich um eine Deutschland-Premiere: Am Freitag, 11. April, sind während einer Feierstunde die erfolgreichen Absolventen der IHK-Fortbildungsprüfung „Gepr. Industriemeister/-in – Fachrichtung Luftfahrtelektronik“ geehrt worden, die vor einem Jahr ihre Fortbildung bei der Airbus Helicopters Deutschland GmbH, Training Academy Kassel, begonnen haben. Es ist die erste Industriemeisterprüfung in der Fachrichtung Luftfahrtelektronik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg und bundesweit die erste Prüfung mit dieser Qualifikation. Mit diesem modernen Fortbildungsabschluss qualifizieren sich die Soldaten für ihren Karriereweg bei der Bundeswehr oder – bei einem Ausscheiden aus der Bundeswehr – für eine Fach- und Führungsposition in der Luftfahrtbranche.

Dr. Michael Ludwig, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Kassel-Marburg, gratulierte Franziska Pinnow, die die Fortbildungsprüfung als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat. Ebenso sprach Dr. Georg Haindl (Accountable Manager Eurocopter Training Academy Kassel) seine Glückwünsche aus. Außerdem erhielten die Zeugnisse: Carsten Barthel, Martin Behrens, Christian Haustein, Ivan Hergert, Christoph Müller, Martin Schlieker und Norman Sommerwerk.

Dr. Wilhelm Hirschmann, IHK-Teamleiter Prüfungen Weiterbildung, erläutert im Interview, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden mussten, um diese bundesweit einmalig anerkannte Berufsqualifikation erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Wie ist die Idee zur Fortbildungsprüfung „Gepr. Industriemeister/-in – Fachrichtung Luftfahrtelektronik“ entstanden?

Dr. Wilhelm Hirschmann: Bereits im Jahr 2005 hat IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier die Grundsatzentscheidung getroffen, dass die IHK Kassel Fortbildungsprüfungen im Bereich Luftfahrttechnik durchführt. Am 16. Juni 2005 hat der Berufsbildungsausschuss der IHK Kassel die Rechtsvorschriften zur IHK-Fortbildungsprüfung „Gepr. Industriemeiste/-in – Fachrichtung Luftfahrttechnik“ verabschiedet. Seit dieser Zeit haben über 300 Absolventen diesen anerkannten Weiterbildungsabschluss vor der IHK Kassel-Marburg abgelegt. In 2010 begannen dann die Vorbereitungsarbeiten für die neue Qualifikation „Gepr. Industriemeister/-in – Fachrichtung Luftfahrtelektronik“. Am 27. Oktober 2010 wurde vom Berufsbildungsausschuss der IHK Kassel die neue Rechtsvorschrift zur Fortbildungsprüfung „Gepr. Industriemeister/-in – Fachrichtung Luftfahrtelektronik“ verabschiedet. Bildungsträger ist die Airbus Helicopters Deutschland GmbH, Trainig Academy Kassel. Die Koordination und Finanzierung erfolgt durch das Karrierecenter der Bundeswehr Kassel, Berufsförderungsdienst.

Wer hat den Entwicklungsprozess unterstützt und begleitet?
Dr. Wilhelm Hirschmann: Der Aufbau des IHK-Prüfungsausschusses erfolgte getrennt von den Arbeiten des Bildungsträgers – gemäß dem Grundsatz: „Wer lehrt, der prüft nicht“. Ulrich Spengler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK, und ganz maßgeblich Dr. Mattias Jahnke von der Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH haben die umfangreiche Aufbauarbeit zur fachkompetenten Besetzung des Prüfungsausschusses mit Experten aus der Region unterstützt. Im Mittelpunkt stand dabei eine Kooperation mit dem Netzwerk Competence Center Aerospace (CCA). Die sehr komplexe Leitung des Prüfungsausschusses wird durch den Vorsitzenden Dirk Janson koordiniert.

Welche Herausforderungen mussten vom Prüfungsausschuss bewältigt werden?
Dr. Wilhelm Hirschmann: Die vorliegende Prüfung entspricht dem Grundkonzept der modernen Industriemeisterprüfungen. Neben zentralen Fachgebieten wie Betriebswirtschaft, Technik, Organisation und Personalwirtschaft steht natürlich die Luftfahrtelektronik im Mittelpunkt – von speziellen Kabelsystemen in der Luftfahrt, über den Bereich der Avionik bis hin zu den deutschen und internationalen Normen und Richtlinien bei der Inbetriebnahme und Abnahme von Fluggeräten. Im Kern geht es dabei um die Planung, Organisation und Überwachung von Dienstleistungsprozessen zur Herstellung und Veränderung von Fluggeräten und um die Wartung von Fluggeräten, unabhängig davon, ob es sich um ein Rotor- oder Tragflächenflugzeug mit Kolben- oder Turbinentriebwerk handelt. Die Abbildung dieser kompletten Systemfähigkeit in fundierte, handlungsorientierte Prüfungsaufgaben bleibt eine Herausforderung im Rahmen der Prüfungsverantwortung.

Welches Fazit ziehen Sie?
Dr. Wilhelm Hirschmann: Der derzeit deutschlandweit einmalige Fortbildungsabschluss „Gepr. Industriemeister/-in – Fachrichtung Luftfahrtelektronik“ entspricht – aufbauend auf den ebenfalls im vergangenen Jahr aktualisierten Ausbildungsberufen in der Luftfahrt – dem Entwicklungsbedarf nach Fach- und Führungskräften in der Luftfahrtbranche. Deutlich wird dies auch daran, dass im Mai 2014 bereits ein zweiter Lehrgang „Luftfahrtelektronik“ bei der Training Academy Kassel der Airbus Helicopters Deutschland GmbH mit circa 20 Teilnehmern beginnt.  Es ist mit Blick auf die positive Entwicklung dieser qualifizierten Weiterbildungsmöglichkeit erfreulich, dass sich die IHK Kassel-Marburg sehr frühzeitig dieser Entwicklungschancen im Bereich Luftfahrttechnik gestellt hat und dies gemäß ihrem Auftrag nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit ihrer Verantwortung zur Entwicklung von zukunftsorientierten Fortbildungsabschlüssen engagiert vorangetrieben hat. So konnte es gemeinsam mit sehr kooperativen Partnern gelingen, eine deutschlandweit neue, anerkannte Berufsqualifikation zum Abschluss zu bringen, deren umgesetzte Rechtsvorschriften bei Bedarf von anderen IHKs übernommen werden können.



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