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31:31 – MT macht Remis mit dem Schlusspfiff perfekt

Felix Danner in Aktion. Foto: HartungKassel/Melsungen. Der direkte Schlagabtausch zwischen der MT Melsungen und dem SC Magdeburg um den möglicherweise zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb genügenden sechsten Platz endete nach dramatischen 60 Minuten 31:31 (15:15). Damit bleibt es zwei Spieltage vor Ende der Saison bei drei Punkten Vorsprung für die Nordhessen vor den Sachsen-Anhaltinern. Die in der ersten Hälfte einen Vorsprung kurz vor der Pause ebenso verloren, wie ihren Torhüter Appelgren. Magdeburg tat es ihnen am Ende der Partie gleich, gab den schon sicher scheinenden Sieg aus der Hand und verlor ihren Kapitän van Olphen ebenfalls durch Feldverweis. In der jederzeit packenden Begegnung vor 4.002 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle war Felix Danner mit fünf Toren überragender Akteur auf dem Feld, auch wenn Michael Allendorf mit 7/3 Treffern erfolgreicher war. Bester Schütze der Partie war jedoch Magdeburgs Robert Weber, der zehnmal traf, davon viermal vom Siebenmeterpunkt.

Bis zuletzt wurde auf Seiten der MT um das verletzte National-Trio gebangt. Doch dann waren sie doch alle dabei. Michael Allendorf und Felix Danner auf dem Feld, Johannes Sellin immerhin auf der Bank. Und doch war die mit diesen Stützen erwartete Sicherheit am Anfang nicht da. Deutlich zu spüren bei den ersten beiden Fehlversuchen von Michael Müller, der einmal an Dario Quenstedt scheiterte und den nächsten Ball glatt über den Querbalken jagte. Besser machte es Magdeburgs Linkshänder im Rückraum, Andreas Rojewski. Der brachte die Gäste in Führung.

Die Melsunger fingen sich aber schnell. Vor allem die Abwehr erwies sich für den SCM als echter Prüfstein, einmal mehr mit einem von Beginn an hellwachen Mikael Appelgren dahinter. Im Angriff suchten die Rot-Weißen fast immer den direkten Weg in die Nahwurfzone. Auch Philipp Müller, der den Ausgleich vom Kreis machte und kurz darauf mustergültig Danner zur Führung anspielte. Als weiterer Aktivposten tat sich Christian Hildebrand hervor. Der traf ebenfalls nach einem Einläufer aus sechs Metern und setzte von Rechtsaußen noch einen Treffer drauf. So blieb die MT stetig in Vorlage und führte nach einem Doppelpack von Michael Allendorf, der schon nach sechs Minuten einen Siebenmeter an die Latte gesetzt hatte, mit 7:5 erstmals mit zwei Treffern (14.).

Dieser Vorsprung hielt, weil sich die Nordhessen vorn nur wenige Aussetzer leisteten. Auch die nach 20 Minuten eingewechselten Nenad Vuckovic und Anton Mansson fügten sich gut ins Mannschaftsspiel ein. Zwischen den Pfosten zeigte Appelgren weiter seine Extraklasse, indem er erst Yves Grafenhorst, dann Robert Weber jeweils einen Tempogegenstoß abkaufte. Nicht minder erfolgreich war Per Sandström, der seinen Kollegen bei einem Siebenmeter gegen Weber ablöste und Sieger blieb. Pech, dass der abprallende Ball wieder zu Weber kam und der in zweiten Versuch traf. Was auch ein Stück symptomatisch war für das Spiel der Hausherren. Viele Abpraller gingen zurück an den Gegner, so dass die neun Paraden von Appelgren bis zum Wechsel nicht zu einem größeren Abstande führten.

Melsungens Schwede im Tor sorgte dann auch praktisch mit dem Pausenpfiff für Aufregung. Weil seine Kollegen kurz vor der Sirene leichtfertig den Ball vertändelten, sah er sich plötzlich dem anstürmenden Robert Weber entgegen. Der Ball war noch in der Luft, als sich Appelgren, der das Leder zuerst abfangen wollte, anders entschied und passiv stehen blieb. Zu spät allerdings, denn Weber suchte ganz clever erst den Körperkontakt, bevor er den Ball unbedrängt zum Ausgleich ins Netz warf. Und Körperkontakt des Torhüters mit einem Gegenstoß laufenden Gegner außerhalb des Torraumes bedeutet gemäß Regelwerk zwingend Rot für den Keeper. Das Aus also für den besten Melsunger bis dahin, dessen Platz nach dem Wechsel Per Sandström einnahm.

Mit einem Mann weniger startete die MT also in den zweiten Durchgang, und musste prompt zwei Treffer hinnehmen. Die dann allerdings, kaum wieder komplett, durch Philipp Müller und einen Tempogegenstoß von Allendorf egalisiert werden konnten. Trotzdem blieb Magdeburg in der besseren Situation, jeweils vorlegen zu können. Dabei erwiesen sich Andreas Rojewski, Stefan Kneer und Yves Grafenhorst als am sichersten im Abschluss. Zusammen mit Robert Weber sorgten sie bis zur 40. Minute beim 19:22 erstmals für ein größeres Polster für ihre Farben.

Melsungen kam dennoch wieder zurück. Weil das Spiel wieder dichter an den Kreis verlagert wurde und Danner unwiderstehlich jede seiner Möglichkeiten eiskalt nutzte. Und weil sich Sandström anschickte, die Hinausstellung gegen Appelgren vergessen zu machen. Zwei feine Paraden gegen Weber und Kneer, und das Spiel begann bei 23:23 nach exakt einer dreiviertel Stunde praktisch wieder von vorn. Mit Vorteil für die Gastgeber sogar, weil Sandström auch gegen Rojewski Sieger blieb und Michael Müller vorn erstmals nach drei Fahrkarten im ersten Abschnitt traf.

Damit war es wieder am SCM, einen Gang hochzuschalten. Was das Team von Uwe Jungandreas auch prompt tat und mit Toren von Weber von der Siebenmeterlinie und Rojewski eine Hinausstellung gegen Anton Mansson nutzte. Ehe nacheinander Rojewski und Grafenhorst auf die Bank mussten und Hildebrand netzte. Wieder Ausgleich, wieder Neubeginn – diesmal mit nur noch knapp neun Minuten auf der Uhr. Daniel Kubes sorgte mit einem spektakulären Ballgewinn im Hechtsprung für Ballbesitz der MT, und fast die komplette Halle stand Kopf. Die erhoffte Führung sprang dabei leider nicht heraus, weil Weber den Magdeburger Kubes gab, das Leder herunterpflückte und den Gegenstoß zum 26:27 verwandelte (53.).

Der Rest der Begegnung war wieder einmal nichts für schwache Nerven. Immer wieder fanden die Magdeburger Lücken im MT-Block, auch wenn die noch so klein waren. Mehr als hinterher z7u laufen war kaum mehr drin für die Hausherren. Als Allendorf einen Ball einen Wurf lang am Kasten vorbei setzte und im Gegenzug Kneer das 29:31 machte, war die Vorentscheidung gefallen. Zumal die Gäste sich mit allem in die Zweikämpfe stürzten, was sie aufzubieten hatten. Ein geblockter Wurf von Vuckovic besiegelte schließlich 70 Sekunden vor dem Ende alle Melsunger Hoffnungen, weil Magdeburg das Spiel anschließend clever verschleppte und den knappen Sieg trotz des Anschlusstreffers von Hildebrand über die Zeit zu bringen schien. Bis Robert Weber Sekunden vor dem Abpfiff nur den Pfosten traf und der Ball ins Aus sprang.

Letzter Ballbesitz für die MT. Die Disqualifikation gegen Gästekapitän Fabian van Olphen, der vier Sekunden vor Ultimo einen finalen Melsunger Angriff unfair unterbinden wollte, war längst nicht das Ende. Denn die Begegnung drohte zu eskalieren, als der lange Einwurf der Melsunger auf Danner in einem rüden Foul von Grafenhorst mündete. Eine Sekunde vor Schluss kam es erst zur Rudelbildung, in der auch Melsungens Trainer Roth, ebenso wie Grafenhorst, zwei Minuten kassierte. Dann trat Allendorf zum Siebenmeter an, verwandelte ihn bei abgelaufener Spielzeit und ließ die prall gefüllte Rothenbach-Halle in ihren Grundfesten erbeben. Bedröppelte Magdeburger schlichen enttäuscht vom Feld, hüpfende Melsunger feierten den Punktgewinn wie eine Meisterschaft. Der europäische Traum lebt damit für beide Teams weiter, denn der Abstand bleibt bei zwei verbleibenden Partien bei drei Punkten. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Das war ein fantastisches Handballspiel von komplett gleichwertigen Mannschaften auf hohem Niveau. Wir haben zu Recht ein Unentschieden gesehen, auch wenn das für uns zum Schluss glücklich war. Magdeburg hatte die Möglichkeit, das Ding zu deckeln. Aber meine Mannschaft zeichnet dieser tolle Kampfgeist aus. Man sieht, dass hier – inklusive der Fans – etwas Großes zusammengewachsen ist. Wir hatten letzte Woche große personelle Probleme und ich muss heute Felix Danner herausheben, der eine fantastische Leistung gebracht hat. Wie auch die ganze medizinische Abteilung. Wir haben es jetzt selbst in der Hand, das Rennen um Platz sechs in den Spielen bei den Rhein-Neckar Löwen und gegen Hannover zu entscheiden.

Uwe Jungandreas: Glückwunsch an Melsungen zum Punktgewinn. Wir haben ein Spiel auf ganz hohem spielerischem und kämpferischem Niveau gesehen. Man hat gemerkt, dass beide Teams um diesen sechsten Tabellenplatz gefightet haben mit allem, was ihnen zur Verfügung steht. Das Spiel war jederzeit ausgeglichen. Wir haben 70 Sekunden vor dem Ende wie der Sieger ausgesehen. Aber die letzte Minute war dann geprägt von Situationen, die in solchen Begegnungen eben vorkommen. Aber was ist schon Gerechtigkeit im Sport? Am letzten Wochenende haben wir in letzter Sekunde den Ausgleich erzielt, diesmal haben wir in letzter Sekunde den Ausgleich bekommen. Meine Mannschaft hat wirklich alles gebracht und wir können diese Halle erhobenen Hauptes verlassen.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (9 Paraden / 14 Gegentore), Sandström (8 P. / 17 G.); Stenbäcken, Mansson, Sellin, Kubes, Fahlgren (6), Forstbauer, Hildebrand (5), Danner (5), P. Müller (4), Zufelde, Allendorf (7/3), Vuckovic (1), M. Müller (3).
SC Magdeburg: Eijlers (5 P. / 16 G.), Quenstedt (4 P. / 15 G.); Kneer (6), Rojewski (7), Landsberg, van Olphen, Natek, Grafenhorst (5), Haaß (1), Bezjak, Weber (10/4), Oneta Zuniga, Jurecki (2).

SR: Holger Fleisch (Nellingen) / Jürgen Rieber (Nürtingen).

Zeitstrafen: 6 – 12 (Mansson 46:54, Kubes 53:20, Roth 59:59 – van Olphen 3:44 22:41, Haaß 34:38, Landsberg 49:01, Grafenhorst 50:42 59:59).
Disqualifikation: Appelgren (30:00) – van Olphen (59:56).

Strafwürfe: 4/3 – 5/4 (Allendorf an die Latte, 5:17 Min.; Weber scheitert an Sandström, 17:50 Min.).
Spielfilm:0:1 (1.), 1:1 (4.), 2:2 (8.), 6:5 (13.), 8:7 (17.), 11:10 (21.), 15:13 (28.), 15:15 (HZ), 15:17 (32.), 17:18 (35.), 19:21 (39.), 22:23 (42.), 23:23 (45.), 25:25 (47.), 26:26 (51.), 27:27 (52.), 27:28 (54.), 28:28 (55.), 28:29 (56.), 29:30 (57.), 29:31 (58.), 30:31 (EN)

Zuschauer: 4.002 in der Rothenbach-Halle, Kassel



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