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Berufshilfe will Projekt IdA fortsetzen

120 Teilnehmer bei überregionaler Fachtagung in Marburg

hephata141030Schwalmstadt-Treysa. Unter dem Motto „Potenziale transnationaler Mobilität“ fand kürzlich eine gemeinsame überregionale Fachtagung von sechs IdA-Projektträgern aus Hessen, Thüringen und dem südlichen Niedersachsen in Marburg an der Lahn statt. Insgesamt nahmen 120 Personen aus Deutschland und dem europäischen Ausland teil. Vertreten war hierbei auch die Hephata-Berufshilfe mit „Mobilität, Integration und Qualifizierung Nordhessen (MobIQ-Nordhessen)“. Grund für die Fachtagung ist das Ende der Projektlaufzeit von „IdA“.

Das Programm „Integration durch Austausch (IdA)“ richtet sich hauptsächlich an Menschen, die Hartz IV erhalten und besondere Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in die Berufs- und Arbeitswelt haben. Neben fachlichen Schulungen und der Vermittlung von Sozialkompetenzen ist auch ein mehrwöchiges Auslands-Praktikum Bestandteil von IdA. Das Programm läuft seit 2009 und endet im Dezember dieses Jahres, da eine neue Förderperiode des Europäischen-Sozialfonds (ESF) beginnt. Jedoch: Die Programmkoordinatorin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), Mechthild Jürgens, betonte in ihrer Begrüßungsrede  zur Fachtagung, dass das Programm aufgrund seiner guten Ergebnisse weitergeführt werden soll. Voraussichtlich aber unter geänderten Vorzeichen, da die neue Förderperiode stärker auf die europäischen Länder abzielen werde, die eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit zu bewältigen haben.  Eingeladen waren zu der Fachtagung neben den nationalen Partnern auch die transnationalen Partner der beteiligten Projektträger. „Europa befindet sich heute in einem Raum in Marburg“, so Katrin Drehkopf vom Norddeutschen Rundfunk, die aus zehn europäischen Mitgliedsstaaten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung bei der Fachtagung begrüßte. Bundesweit nahmen bislang mehr als 12.000 Menschen an dem Programm teil, 1.200 von ihnen über die sechs an der Fachtagung beteiligten Projektträger. „Ungefähr jeder zehnte IdA-Teilnehmer kommt von einem ihrer Projekte. Das ist eine tolle Leistung!“, fasste Andrea Martin, Leiterin des Kreisjobcenters Marburg-Biedenkopf und Hausherrin der Fachtagung, zusammen.

„Unser Projekt haben 70 Menschen absolviert. Dabei hatten wir teilweise zunächst Schwierigkeiten, Menschen für die Teilnahme an dem Projekt zu gewinnen, weil die Angst, das gewohnte Umfeld zu verlassen, eine andere Sprache zu erlernen, sich mit Menschen, die man vorher nicht kannte, in einer Gruppe zusammenzufinden und die Herausforderung eines Auslandaufenthalts anzugehen, zu groß war. Ein großes Dankeschön muss deshalb den Jobcentern Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg ausgesprochen werden, die in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit uns zu dem guten Ergebnis beigetragen haben“,  sagte Lothar Eberhardt, IdA-Projektleiter der Hephata-Berufshilfe. Die Berufshilfe ist mit ihrem Projekt seit 2011 Träger von IdA im Schwalm-Eder-Kreis. Lothar Eberhardt plädierte dafür, das Projekt ab 2015 fortzuführen: „Menschen mit teils schwierigen Lebens- und Berufsbiografien erhalten im Ausland eine Chance, ihr berufliches Können unter Beweis zu stellen. Eine Chance, die ihnen bei uns oft verwehrt wird.“ Als Beispiel berichtete er von einem Teilnehmer aus dem Projekt. Dieser habe sich mit den Bewerbungsunterlagen, die er immer schon genutzt hatte, aus seinem IdA-Praktikum in Dänemark heraus bei einer deutschen Firma beworben. Mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch habe er nicht gerechnet, denn seit vielen Jahren seien seine Bemühungen ergebnislos gewesen. Doch plötzlich habe er einen Anruf erhalten und sei eingeladen worden. Im Vordergrund hätten dabei nicht seine lange Zeit der Erwerbslosigkeit oder seine Brüche im Lebenslauf gestanden. Der Arbeitsgeber sei interessiert daran gewesen, warum der Teilnehmer ins Ausland gegangen war, habe ihm diesen Schritt hoch angerechnet und eine Chance gegeben, die er ohne das Projekt wahrscheinlich nicht erhalten hätte. Aus dieser Chance sei ein Arbeitsplatz geworden. „In Zeiten eines sich verstärkenden Fachkräftemangels und dem Streben nach immer höheren und umfassenderen Qualifikationen dürfen wir die Menschen am Rand der Gesellschaft nicht vergessen. Aber auch die gewachsenen Strukturen rund um das Projekt dürfen nicht zerschlagen werden. Ansonsten war die Arbeit der letzten dreieinhalb Jahre für die Katz“, so Lothar Eberhardt abschließend. (red)



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