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Gerechtes 25:25-Remis zwischen GWD und MT

Michael Müller. Foto: Heinz Hartung

Minden/Melsungen. Mit einem Teilerfolg kehrte die MT Melsungen vom Gastspiel bei GWD Minden zurück. Die Partie in der Mindener Kampa-Halle endete mit einem leistungsgerechten 25:25 (13:14)-Unentschieden. Der MT wurde zwar ein einwandfreies Tor von Momir Rnic nicht zuerkannt, andererseits hatte sie aber auch nicht die nötige Dominanz, um den gegen den Abstieg kämpfenden Gegner niederzuhalten. Nachdem die Nordhessen sich in der ersten Hälfte zwischenzeitlich mit fünf Toren absetzen konnten (6:11, 17.), schaffte es keines der beiden Teams, mehr als einen Ein-Tore-Vorsprung herauszuwerfen. Für GWD war Yves Kunkel neunmal erfolgreich, davon viermal vom Siebenmeterpunkt. Für die MT traf Momir Rnic sechsmal.

Dass die MT in Minden ohne ihren Spielmacher Patrik Fahlgren würde auskommen müssen war bekannt. Doch mit Trainer Michael Roth, der kurzfristig krankheitsbedingt passen musste, fehlte ein weiterer wichtiger Mann auf der Bank. Seine Vertretung übernahm Co-Trainer Mile Malesevic, der erstmals auch auf den als Fahlgren-Ersatz verpflichteten Heiko Grimm zurückgreifen konnte. Dessen Einsatz war jedoch erst einmal nicht nötig, weil Nenad Vuckovic die Geschicke seiner Mannschaft nicht nur gut leitete, sondern auch als Torschütze in Erscheinung trat. Gleich zweimal, einmal davon sogar vom Kreis, war der Kapitän zur eigenen 4:2 Führung erfolgreich (5.).

Was ebenfalls hervorragend klappte war das schnelle Gegenstoßspiel. Michael Allendorf profitierte dabei wiederholt von weiten Abwürfen Mikael Appelgrens, nachdem dieser Würfe des Gegners entschärft hatte. Und wenn es ins gebundene Spiel ging, war Verlass auf die harten Würfe aus dem Rückraum von Michael Müller, der Jens Vortmann mehrfach das Nachsehen gab. Was der MT ebenfalls in die Karten spielte war die mitunter ungeschickte Verteidigung der Ostwestfalen, die dadurch schon früh zwei Zeitstrafen kassierten. Die erste überstand der Gastgeber noch einigermaßen schadlos, doch als durch Nils Torbrügges Strafe die Innenverteidigung gesprengt wurde, zog die MT auf 10:6 davon (16.).

Was dem GWD gar nicht schmeckte war die Melsunger 5:1-Abwehrformation mit dem aufmerksamen Michael Allendorf auf der Spitze. Rückraumaktivitäten der Gastgeber gab es deshalb auch kaum einmal zu notieren. Es waren eher Einzelaktionen, die zum Erfolg führten. Wie der schöne Alleingang von Linksaußen Yves Kunkel, gestartet fast an der Spielfeldecke und abgeschlossen von der Halbposition zum 8:11 (21.). Für GWD-Trainer Frank Carstens Grund genug, nach Michael Müllers Treffer zum 10:14 (25.) bereits die zweite Auszeit zu nehmen.

Mit direktem Erfolg, denn plötzlich funktionierte das Kombinationsspiel. Einmal traf Kreisläufer Nils Torbrügge nach feiner Ballstafette selbst, einen weiteren Siebenmeter holte er heraus, den Kunkel zum 12:14 verwandelte. Weiteres Ungemach für die MT kündigte sich an, als Michael Müller eine Minute vor der Halbzeit auf die Bank musste. Denn nur einige Sekunden später folgte ihm sein Bruder, und auch Johannes Sellin musste das Feld nach Protesten bei den Schiedsrichtern verlassen. Svitlica verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 13:14-Pausenstand, während anschließend Nenad Vuckovic mit den Außen Michael Allendorf und Jeffrey Boomhouwer den Ball bis zur Pause in den eigenen Reihen hielt.

Mit drei gegen sechs ging es nach dem Seitenwechsel weiter, jetzt mit Felix Danner und Malte Schröder neben Vuckovic. Was nach Dalibor Doders Ausgleich zwar zum erneuten Ballverlust führte, den aber Appelgren mit einer tollen Parade gegen Svitlica wettmachte. Trotzdem: Minden war wieder dran. Sogar mehr als das, weil Momir Rnic ein einwandfreies Tor nicht gegeben wurde, obwohl sein Wurf von der Latte deutlich hinter der Torlinie auf den Boden tropfte, und Svitlica in Überzahl zur Mindener 16:15-Führung traf (35.), als Allendorf eine Strafe absaß.

Dass mit den Referees an diesem Abend nicht zu diskutieren war, mussten dann auch die Gastgeber erfahren. Als Arne Niemeyer auf die Bank musste, ging Svitlica im Sellin-Stil von vor dem Wechsel wegen Meckerns gleich hinterher. Ohne Folgen jedoch, denn bis auf einen Kraftakt von Momir Rnic, der sich gleich zweier Grün-Weißer erwehren musste und zu Boden ging, konnte aus der Überzahl kein Kapital geschlagen werden.

Die Partie blieb ebenso umkämpft wie ausgeglichen. Mal führten die Hausherren, mal die Gäste. Hatten zunächst die Nordhessen einen leichten Appelgren-Vorteil zwischen den Pfosten, glänzte Jens Vortmann direkt nach seiner Rückeinwechslung für den in der Halbzeit gekommenen Gerrie Eijlers erst mit einer Parade gegen Malte Schröder, dann gegen Johannes Sellin (21:22, 50.).

Und Vortmann blieb ein Faktor für Minden. Erst parierte er einen Siebenmeter von Johannes Sellin, dann bravourös gegen den völlig frei vor ihm auftauchenden Boomhouwer. Christoffer Rambo Kunkel gelang der erneute Ausgleich, Kunkel die 23:22-Führung. Selbst eine kurzzeitige doppele Überzahl der Rot-Weißen blieb ungenutzt. Erst Momir Rnic warf nach minutenlanger Torflaute ein zum 23:23 (55.), bevor die verbleibenden fünf Minuten zur Nervenschlacht gerieten. Minden legte jeweils vor, Melsungen zog nach.

Als Frank Carstens 98 Sekunden vor dem Ende seine letzte Auszeit nahm, herrschte Gleichstand bei den Toren (25:25), aber Überzahl der Gäste auf dem Feld, weil Jernemyr auf der Bank saß. Der anschließende Angriff endete nach einem Notwurf bei angezeigtem passivem Spiel bei Appelgren. Die finale Melsunger Auszeit beantragte Mile Malesevic 34 Sekunden vor Ultimo. Mehr als genug Zeit für den entscheidenden Treffer, doch der Arm der Unparteiischen ging sehr früh hoch. Michael Müller nahm den Wurf, scheiterte aber am glänzend reagierenden Vortmann. Vorteil also wieder bei GWD, die mit Dalibor Doder ihr Glück im letzten Angriff versuchten. Doch sein Versuch endete bei Appelgren, der es seinem Gegenüber nachmachte und die am Ende gerechte Punkteteilung sicherte. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Axel Geerken, MT-Vorstand: Wir haben eigentlich sehr gut angefangen und uns auch gleich eine Führung geholt. Der Knackpunkt kam aber, als wir drei Zeitstrafen auf einmal kassiert haben. Da waren wir zu undiszipliniert, vor allem die Zeitstrafe wegen Meckerns darf nicht passieren. Nach der Halbzeit war es dann ein riesen Kampfspiel von beiden. Minden war stark und man hat gemerkt, dass sie jeden Punkt gegen den Abstieg brauchen und auch holen wollten. Aber wir konnten dagegen halten und den einen Punkt mitnehmen.

Frank Carstens, GWD-Trainer: Wir sind mit dem Punkt nicht so zufrieden. Die Anfangsphase haben wir verschlafen, was sehr ärgerlich war, weil wir zwei Wochen auf dieses Spiel hin trainiert haben. Das Rückzugsverhalten kann ich dann nicht nachvollziehen. Außerdem hat uns Michael Müller viel Ärger bereitet. Je besser wir den in den Griff bekamen, desto besser wurde unsere Leistung. In der zweiten Hälfte war es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Wir hatten den letzten Wurf, konnten es aber dann leider nicht erfolgreich gestalten. Immerhin haben wir einen Punkt gegen einen Europacup-Aspiranten geholt. Insofern bin ich sehr unentschlossen, wie dieses Unentschieden zu bewerten ist.

Statistik

GWD Minden: Vortmann (11 P. / 19 G.), Eijlers (2 P. / 6 G.); Freitag, Schäpsmeier (1), Rambo (1), Steinert (2), Kunkel (9/4), Torbrügge (1), Jernemyr, Niemeyer (1), Svitlica (6/3), Oneto, Doder (2), Bilbija (2) – Trainer Frank Carstens.

MT Melsungen: Appelgren (15 P. / 22 G.), Sandström (bei drei Siebenmetern, 0 P. / 3 G.); Maric, Sellin (3/1), Schröder (1), Hildebrand, Danner (1), P. Müller (1), Boomhouwer (1), Rnic (6), Allendorf (3), Vuckovic (4), M. Müller (5), Grimm – Trainer Mile Malesevic.

Schiedsrichter: Christoph Immel (Tönisvorst) / Ronald Klein (Ratingen)

Zeitstrafen: 14 – 10 (Svitlica 2:29, 35:04; Torbrügge 13:28, 50:32; Niemeyer 35:04; Rambo 52:26; Jernemyr 57:21 – M. Müller 29:07; P. Müller 29:21; Sellin 29:21, Allendorf 33:37; Danner 53:12).

Strafwürfe: 8/7 – 2/1 (Svitlica an die Latte, 12:32 Min.; Sellin scheitert an Vortmann, 50:35 Min.)

Zuschauer: 3.010, Kampa-Halle, Minden



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