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Kompletter Medaillensatz für Melsunger Leichtathleten

Siegerehrung über 400m der M80. Foto: nhZittau/Melsungen. Nachdem im August 2012 im Weinaupark-Stadion von Zittau die Europameisterschaften der Senioren stattfanden, trafen sich an diesem Wochenende im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck mehr als 1000 Leichtathletik-Senioren aus fast 600 Vereinen und ermittelten drei Tage lang ihre deutschen Meister. Die meisten Teilnehmer hatten ihre nationale und internationale Klasse bei vielen nationalen, aber auch Europa- und Weltmeisterschaften nachgewiesen und reisten voller Optimismus nach Zittau. Auch die beiden Melsunger Aushängeschilder Harry Geier (200 und 400 m) sowie Uwe Krah (Kugelstoßen), wollten nach dem bisherigen Saisonverlauf bei der Vergabe der Medaillen ein wichtiges Wort mitreden.

Im Kugelstoßen der M50 kam nur Norbert Demmel als Sieger in Frage. Der frühere Mehrkämpfer wuchtete gleich im ersten Versuch die 6kg-Kugel auf 15,17 Meter und hätte seine Sachen packen können. Aber der Unterhachinger machte weiter und steigerte sich im dritten Durchgang auf 15,61 m. Mit 15,23 kam er im fünften Versuch noch einmal über die 15m-Marke und hatte am Ende über einen Meter Vorsprung vor Karsten Schneider aus Binz. Das Kugelstoß-Ass vom größten Seebad auf der Insel Rügen eröffnete seinen Wettkampf mit 13,48 Meter. Uwe Krah begann mit 13,37 Meter, allerdings nicht mit der Verve, die nötig gewesen wäre, um das elfköpfige Kugelstoßfeld – mit Ausnahme von Demmel – einzuschüchtern. Mit dieser Weite schaffte der Melsunger Vertreter nur eine gute Basis für die nächsten Versuche. Im zweiten Durchgang wurde es spannend, denn Schneider steigerte sich auf 13,75. Udo Scherp aus Markkleeberg, der Probleme hatte, um in den Wettkampf zu kommen und nach dem ersten Durchgang mit 11,97 Meter nur auf Rang neun lag, verbesserte sich auf 13,71 m. Krah wuchtete daraufhin die Kugel auf 13,72 Meter und lag nur drei Zentimeter hinter dem Zweitplatzierten. Es entwickelte sich ein Krimi, der nicht spannender hätte sein können.

Harry Geier beim 400m-Finale kanpp hinter dem Sieger Horst Schlecht aus Misburg. Foto: nhIm letzten Versuch des Vorkampf baute Schneider seinen zweiten Rang auf 14,25 m aus. Daraufhin ließ Robert Ingenbleek aus Frankenberg die Kugel erst bei 13,70 m landen und lag als Fünfter nur zwei Zentimeter hinter der Bronzemedaille.

Im Finale wurde in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung vom Vorkampf gestoßen. Somit war Krah immer als Drittletzter an der Reihe und konnte auf die hinter ihm liegende Konkurrenten reagieren. Zur Überraschung spielte der hoch eingeschätzte hessische Seniorenmeister Falk Treiber aus Vellmar keine Rolle. Mit 13,04 Meter blieb er in der Endabrechnung auf Rang sieben hängen und musste sogar Jean von Wittke aus Erlangen mit 13,38 Meter an sich vorbei ziehen lassen. Weil sich Ingenbleek (13,70 m) und Scherp (13,71 m) im letzten Durchgang nicht mehr verbesserten, hatte Uwe Krah erfreulicherweise die Bronzemedaille sicher. Im fünften Durchgang kam er bis auf einen Zentimeter an seine 13,72 Meter heran und ließ für seinen letzten Stoß noch eine Steigerung auf 14 Meter und mehr erhoffen. Leider vermochte er sich wegen seiner technischen Unfertigkeiten nicht mehr zu verbessern. So gab es in diesem Wettkampf ein schönes und befriedigendes Ergebnis für den starken Mann aus Nentershausen. Nachdem er im Vorjahr auf dem undankbaren vierten Platz gelandet war, wurde er in Zittau mit der Bronzemedaille ausgezeichnet.

Am Abend des zweiten Meisterschaftstages wollte Harry Geier im 400m-Finale der M80 seinen Traum von der Goldmedaille und dem Titelgewinn vor Horst Schlecht (SG Misburg) wahrmachen. Der Melsunger Juwelier führte die DLV-Bestenliste mit seiner Siegerzeit von den Landesmeisterschaften in Neu-Isenburg mit 75,57 Sekunden vor dem Niedersachsen (75,76 Sek.) an. „Ich bin gut in Form und hoffe, dass Horst eine Bahn vor mir läuft. Wenn das Wetter mitspielt und ich auf der ersten Hälfte gut in das Rennen komme, bin ich in der Lage, an den acht Jahre alten deutschen Rekord von Wilhelm Selzer aus Bad Vibel (74,77 Sek.) heranzulaufen“, sagte Geier vor seiner Abreise nach Zittau. Aber es kam anders, als sich der im 80. Lebensjahr stehende Senior gewünscht hatte. Er musste im 400m-Finale auf Bahn fünf laufen, eine Bahn vor seinem stärksten Konkurrenten.

Uwe Krah holte sich im Kugelstoßen mit 13,72 m die Bronzemedaille. Foto: nhEs war kein meisterlicher Lauf, den Harry Geier an diesem Abend in Zittau demonstrierte. Er lief viel zu schnell an und hatte schon nach 36 Sekunden die 200m-Zwischenmarke erreicht. Sein 10m-Vorsprung löste zunächst bei den Zuschauern Begeisterung aus, aber bald merkten alle, dass dieses höllische Anfangstempo viel zu hoch war. Das konnte man nicht durchhalten. Horst Schlecht orientierte sich nicht an seinem Melsunger Konkurrenten; er teilte sich sein Rennen richtig ein und ließ es ruhiger angehen. Der 800m-Spezialist, der sich einen Tag vorher den Titel über die beiden Stadionrunden in 2:55 Minuten geholt hatte, lief zurückhaltend. Erst ab dem Scheitelpunkt der letzten Kurve begann er mit der Aufholjagd und stürmte auf der Zielgeraden an dem auf Reserve laufenden Melsunger Viertelmeiler vorbei. In 76,76 Sekunden holte er sich seinen zweiten Titel bei diesen Meisterschaften. Harry Geier rettete sich als Vizemeister – völlig ausgepumpt und kraftlos – nach 77,39 über die Ziellinie. Dr. Horst Hufnagel (Hamburg), der die Meisterschaften im 100m-Sprint gewonnen hatte, sicherte sich die Bronzemedaille in 84,34 Sekunden. „Ich wollte unter 75 Sekunden laufen, aber ich begann das Rennen wie ein 200m-Läufer und war auf den letzten 50 Meter völlig fertig“, sagte Harry Geier, nachdem er sich wieder erholt hatte und konnte dabei seine Enttäuschung nicht verhehlen.

War der mehrfache Welt- und Europameister noch am nächsten Tag in der Lage, die 200 Meter im flotten Tempo zu laufen, denn auch auf dieser Strecke gehörte er zu den Titelanwärtern. Diese Frage plagte nicht nur ihn, aber sie konnte erst am dritten Meisterschaftstag beantwortet werden.

Siegerehrung im Kugelstoßen der M50 mit Uwe Krah. Foto: nhHorst Hufnagel und Harry Geier waren nach dem Startschuss über 200 Meter am schnellsten in der Kurve, aber der der 100m-Sieger aus Hamburg hatte sich einen leichten Vorsprung herausgelaufen. Siegfried Richter aus Lichtenstein und Reinhold Lubinetzki (Bayer 04 Leverkusen) lagen eingangs der Zielgeraden auf Rang drei und vier. In einem begeisternden Rennen schaltete Harry Geier auf den letzten 100 Metern den Turbo ein und lief an Hufnagel vorbei. Beim Abendsportfest in Bebra hatte er mit 32,37 Sekunden eine neue nordhessische Bestzeit für die M80 aufgestellt. Sein Abschlusstest im Melsunger Waldstadion deutete darauf hin, dass er in Zittau in Lage war, diese lange Sprintstrecke unter 32 Sekunden zu laufen. Allerdings musste man diese Vorhaben nach dem schweren 400m-Lauf vom Vorabend fast eine Sekunde nach oben korrigieren. Aber das Vorbild als Dauerbrenner für viele Melsunger Jugendliche ließ sich nichts anmerken und hielt sein Tempo bis ins Ziel. Nach 32,37 Sekunden holte er sich vor Horst Hufnagel (33,09) und Siegfried Richter (35,74) und seine erste deutsche Seniorenmeisterschaft über 200m und hielt, was man sich von ihm versprochen hatte. Diese Zeit verdient höchste Anerkennung, denn damit hat Geier bewiesen, dass er sich dem 20 Jahre alten deutschen Seniorenrekord von Fritz Assmy (31,08 Sek.) beim nächsten Auftritt in Borken weiter nähern kann. (ajw)



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