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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Marcus Bocklet berichtete über Flüchtlingssituation

Melsungen. Auf Einladung des Kreisverbandes der Grünen schilderte MdL Marcus Bocklet in Melsungen die Situation der Menschen, die aufgrund von Krieg, Terror und Gewalt ihre Heimatländer verlassen haben und stellte die gemeinsame Verantwortung der Wertegemeinschaft der EU, des Bundes und der Länder dar. Angesicht der großen Anzahl der Menschen, die ihren Anspruch auf Asyl in Deutschland umsetzen wollen, sei dies eine große Herausforderung für die Bundesländer, kommunaler Familien und für die Zivilgesellschaft.

Rund 100.000 Personen werden aktuell in Hessen für das Jahr 2015 erwartet. Diese Menschen werden in 40 Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes und in 30 weiteren Notunterkünften der Landkreise betreut, registriert und auf ihre Gesundheit untersucht. Ungefähr die Hälfte der Flüchtlinge stammen aus Syrien, 18 Prozent stammen aus Afghanistan. Nach der Erstaufnahme erfolgt die Verteilung auf die Landkreise. 4 Prozent der Flüchtlinge in Hessen werden dem Schwalm-Eder-Kreis aus den Erstaufnahmeeinrichtungen zugewiesen. Andreas Gründel vom Kreisverband berichtete, dass derzeit im Landkreis knapp 2.000 Personen in 10 Gemeinschaftsunterkünften und in Privatunterkünften betreut werden und zudem aktuell eine Notunterkunft in Schwalmstadt im Auftrag des Landes Hessen betrieben wird.

„Derzeit ist ein einmalig großes Potenzial von ehrenamtlich Tätigen in den Feuerwehren, den caritativen Verbänden und Privatpersonen für die Betreuung der Flüchtling vorhanden. Das Engagement ist überaus lobenswertwert für die Willkommenskultur in unserer Region. Doch ist es an der Zeit, von einer Krisensituation in eine Regelsituation mit steigenden Integrationsaufgaben zu kommen“, sagte Andreas Gründel für den Kreisverband.

MdL Marcus Bocklet stellte für diese Aufgabe den nur wenige Tage alten „Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ vor. Dieser Aktionsplan ist eines der umfassendsten Programme bundesweit und mit mehr als 1 Milliarde euro im kommenden Jahr ausgestattet. Er reicht von Verbesserungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen, über Sprachförderung und Schule, Unterstützung der Kommunen und Ehrenämter bis zu Verbesserungen am Wohnung- und Arbeitsmarkt, sowie bei der Sicherheit und Justiz.

„Es gilt die Krise als Chance für den demografischen Wandel“ zu nutzen, so MdL Marcus Bocklet und weiter: „dann werden wir zukünftig in Hessen anstelle 6,1 Millionen Einwohner besser 6,2 Millionen Einwohner haben – wir werden jünger, bunter und vielfältiger sein.“

Andreas Gründel sagte: „Seitens des Grünen Kreisverband Schwalm-Eder begrüßen wir den Hessischen Aktionsplan und werden alles daran setzen, diesen offensiv im Landkreis umzusetzen.“ (red)



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