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Vermehrt Waschbären und Füchse in Ortschaften

Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann. Foto: nh

Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann. Foto: nh

Schwalm-Eder. Bei den Städten und Gemeinden sowie beim Schwalm-Eder-Kreis gehen derzeit verstärkt Beschwerden und Anfragen wegen der Anwesenheit von Füchsen und Waschbären in den Ortsbereichen mit der Bitte um Abhilfe ein. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die zunehmend die Scheu verlierenden Tiere als Krankheitsüberträger und als Schädiger an Gebäuden und Grundstücken auftreten können.

Nachdem die hessische Umweltministerin Priska Hinz eine neue Jagdverordnung erlassen hat, dürfen beide Arten ab 1. März nicht mehr bejagt werden. Die Schonzeit für Waschbären endet am 31. Juli, die für Füchse am 15. August. Auch danach dürfen diese nicht innerhalb von Ortschaften geschossen werden. In Ausnahmefällen ist die Erteilung einer Genehmigung zum Lebendfang für besonders geschulte Jäger durch den Landkreis möglich.

Betroffene Bürger wenden sich bitte an ihre Gemeinde beziehungsweise an den zuständigen Jagdausübungsberechtigten. Ausnahmegenehmigung können bei der Unteren Jagdbehörde des Schwalm-Eder-Kreises beantragt werden. Bei Vorlage entsprechender Unterlagen wird die Genehmigung nach Aussage des Ersten Kreisbeigeordneten Jürgen Kaufmann zeitnah erteilt.

Vizelandrat Jürgen Kaufmann unterstützt auch die Forderung an Umweltministerin Hinz, die Jagdverordnung noch einmal zu ändern. „Es kann nicht sein, dass Hausbesitzer durch diese Verordnung verschärft zusehen müssen, wie immense Schäden an ihrem Eigentum durch Waschbärenbefall entstehen oder Kinder nicht mehr draußen spielen dürfen, weil Füchse sich im Garten befinden“, so Kaufmann. Die Jäger ruft er auf, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, die Tiere in ihren Jagdrevieren zu erlegen und so den Druck von den Siedlungsbereichen zu nehmen.

Weiterhin weist Kaufmann darauf hin, dass aus dem gleichen Ministerium die Biodiversität als wichtiger Schwerpunkt gesetzt ist, man aber scheinbar sehenden Auges in Kauf nimmt, dass durch die rasante Ausbreitung des nicht heimischen Waschbären und seines Fressverhaltens die Artenvielfalt gefährdet wird, indem ihm zum Beispiel immer mehr Vogelbruten zum Opfer fallen.

Um nicht noch mehr Wild in die Siedlungsbereiche zu locken, beziehungsweise Schäden an Gebäuden (z. B. am Dämmmaterial), an Grundstücken und Gartenanlagen zu vermeiden, sollten laut Kaufmann aber von der Bevölkerung auch folgende grundlegenden Verhaltensregeln beachtet werden:

Die Tiere sollten keinesfalls gefüttert werden.

Lebensmittelreste, wie z.B. Fleisch, Obst und Brot gehören nicht auf den Kompost.

Ferner sollte durch Schutzmaßnahmen das Eindringen in Gebäude verhindert werden. Der Aufstieg auf das Dach kann durch Manschetten oder mit Dreivierteltrichtern an Dachrinnen gesichert werden. Bäume und Sträucher müssen soweit zurückgeschnitten werden, dass ein Überspringen auf das Dach nicht möglich ist. Einstiege müssen mit solidem Baumaterial verschlossen werden. Katzenklappen sollten nachts verschlossen bleiben, bzw. der eigenen Katze mittels Chip der Zugang ermöglicht werden.

Haustiere die Kontakt mit Wildtieren haben können, sollten gegen Tollwut und Staupe geimpft werden und regelmäßig Wurmkuren machen. (red)



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4 Kommentare zu “Vermehrt Waschbären und Füchse in Ortschaften”

  1. Tom Schulze-Helmke

    Noch ein billiger Versuch, den Tierschutz auszuhebeln? Schonzeiten sollen verhindern, dass der Nachwuchs verhungert weil irgend ein Schießwütiger die Mutter erschießt. Bei 500.000 umgebrachten Füchsen pro Jahr auch eine berechtigte Sorge. Füchse bringen keine Häuser zum Einsturz und die Tollwut gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Wenn das Jagdrecht überarbeitet werden sollte dann in dem Sinne, dass alle geschützten Tierarten aus ihm gestrichen und die Alleinherrschaft der Jäger in Sachen Wildtiere in Frage gestellt werden muß. Naturschutz geht uns alle an und sollte nicht einer Interessengruppe überlassen werden.

  2. M. Kutt

    Kleingeistige Lustmöder noch fördern? Das Tierschutzgesetz übergehen? Man muss endlich – und das ist schon lange fällig – dem Jagdlobbyismus ein Ende setzen.

  3. C. Nolte

    Aber wie sieht es mit den Tieren aus, die durch die überhand nehmende Waschbärpopulation ins Hintertreffen geraten?
    Oder die Bären, die sich durch die „Übervölkerung“ vermehrt mit Staupe infizieren? Schon mal ein erkranktes Tier gesehen; gesehen, wie schlecht es ihm geht und wie elend es eingeht?
    Und Tollwut gibt es seit wann nicht mehr? Das wäre mir ganz neu.
    Und nein, ich bin weder Jäger noch Tierhasser oder Sonstiges. Eher das Gegenteil.

  4. Bessy

    Wenn ich hier von „Schießwütigen“ und „kleingeistigen Lustmödern“ lese kommt mir als Nicht-Jäger eingentlich nur in den Sinn, dass einige der hier autretenden Kommentatoren offensichtlich massiv ideologisch verblendet sind. Was ich zu solchen Leuten zu sagen hätte, würde sicher nicht lange unzensiert in einem Kommentarfeld stehen bleiben. Vielleicht umschreiben wir es daher mal so: wer in solch herablassender Weise argumentiert, schmeisst in Hamburg vielleicht auch Molotows auf Polizisten und fühlt sich – als selbst ernannter – Inhaber der Meinungshoheit stets im Recht, selbst wenn die eigene Auffassung noch so schräg ist. Da es ohnehin keinen Sinn macht, mit solchen Leuten zu diskutieren, erspare ich mir auch das Studium weiterer, hier jetzt noch folgender Kommentare von Kutt und Schulze-Hemke. Dazu ist mir meine Lebenszeit einfach zu wertvoll.


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