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Beim Fiskus soll es brummen & summen

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. © Sabrina Feige | HMdF
Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. © Sabrina Feige | HMdF

Wiesbaden. Der Spatenstich für ein insektenfreundliches Außengelände am Finanzministerium ist getan, jetzt soll am Friday for Future mit Angeboten und Aktionen weiter für Klimaschutz sensibilisiert werden.

Mehr Leben rund ums Ministerium

„Wir freuen uns aufs Blühen, Summen und Brummen, das wir durch die Umgestaltung unseres Außengeländes hoffentlich anziehen. Mit einem Blühstreifen und einem Insektenhotel möchten wir rund ums Ministerium für mehr Leben, Artenreichtum und Vielfalt sorgen“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Wiesbaden beim Spatenstich für die insektenfreundliche Gestaltung der Rasenflächen am Finanzministerium.

Der Anfang ist gemacht: Finanzminister Dr. Thomas Schäfer unterstützte beim Spatenstich die Gärtner vom Schlockerhof in Hattersheim, Dominik Engel (2.v.li.) und Günter Hoffmann (1.v.re.), und den Projektleiter Wildstauden, Christoph Schuch (2.v.re.). In den kommenden Wochen werden die Mitarbeiter der EVIM-Einrichtung das Außengelände des Finanzministeriums insektenfreundlich gestalten. Foto: HMdF
Der Anfang ist gemacht: Finanzminister Dr. Thomas Schäfer unterstützte beim Spatenstich die Gärtner vom Schlockerhof in Hattersheim, Dominik Engel (2.v.li.) und Günter Hoffmann (1.v.re.), und den Projektleiter Wildstauden, Christoph Schuch (2.v.re.). In den kommenden Wochen werden die Mitarbeiter der EVIM-Einrichtung das Außengelände des Finanzministeriums insektenfreundlich gestalten. Foto: HMdF

Kräuterbeet für die Cafeteria

„Gepflanzt werden insektenfreundliche Wildstauden wie Frauenmantel, Sonnenhut und Zierlauch. Überall auf der Wiese werden Krokusse gesetzt. Ihre Blüten sind besonders wichtig für die Insekten im Frühjahr, wo noch nicht viel Nahrung zu finden ist“, erläuterte Schäfer. „Im Frühjahr möchten wir auch ein Kräuterbeet anlegen, von dem dann alle Beschäftigten ganz praktisch etwas haben werden: Unser Team der Cafeteria freut sich nämlich schon, die Ernte zur Verfeinerung unseres Essensangebots einsetzen zu können.“

Im Kleinen etwas fürs Klima tun

„Eine nachhaltige Entwicklung unseres Geländes ist uns wichtig. Ich freue mich, sie nun beim Schlockerhof aus Hattersheim in besonders guten Händen zu wissen. Im Team dort arbeiten Menschen mit Beeinträchtigungen und der Liebe zur Natur. Der Gärtnerbetrieb ist auf das Züchten und das Pflanzen von insektenfreundlichen Wildstauden und Wildkräutern spezialisiert“, sagte der Finanzminister.

„Es ist nur ein kleiner Beitrag, den wir im wahrsten Sinne vor der eigenen Tür für unsere Natur leisten, aber ich hoffe, dass es ein besonders augenfälliger wird, der auch andere animiert zu gucken, was sie im Kleinen fürs Klima tun können“, sagte Schäfer.

Der Schlockerhof wird getragen von EVIM, dem Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau. EVIM ist nach eigenen Angaben Träger von über 60 sozialen Einrichtungen und Diensten.

Wenn im Frühjahr noch Nahrungsmangel herrscht, sind die Blüten der Krokusse für Insekten besonders wichtig. Foto: stux | Pixabay
Wenn im Frühjahr noch Nahrungsmangel herrscht, sind die Blüten der Krokusse für Insekten besonders wichtig. Foto: stux | Pixabay

Artenschutz vor der eigenen Haustür

Christoph Schuch, Projektleiter Wildstauden auf dem Schlockerhof, sagte: „Als christlicher Träger fühlen wir uns dem Erhalt der Schöpfung verpflichtet. Darum waren wir vor vier Jahren der erste Gärtnereibetrieb im Rhein-Main-Gebiet, der insektenfreundliche Wildpflanzen produziert. Denn in Hessen und weltweit sind wir alle gefordert, auf sehr große ökologische Herausforderungen zu reagieren. Die voranschreitende Erderwärmung und das weltweite Artensterben verlangen von uns dringend, neue Wege zu gehen. Mit dem Artenschutz vor der Haustür können wir sofort beginnen. Und jeder kann mitmachen. Vom Balkonkastenbesitzer bis zu großen Behörden oder Betrieben. So können z.B. insektenfreundliche Wildstauden Einzug in unsere Gärten, Städte und Gemeinden halten.“

Das Insektenhotel, das in Kürze aufgestellt wird, wird derzeit in einer Justizvollzugsanstalt gebaut.

Klimaprotesttag am 20. September

„Ich meine, dass man für mehr Klimaschutz nicht streiken muss, wohl aber für die besten Lösungen streiten kann. Dass das derzeit geschieht, ist sicherlich ein großes Verdienst der Fridays-Bewegung“, betonte der Finanzminister. „Auch wir möchten daher den Klimaprotesttag nutzen, um den Klimaschutz und die Verantwortung, aber auch die Möglichkeiten jeder und jedes Einzelnen bei unseren Beschäftigten noch mehr ins Bewusstsein zu rücken. Eine Meinung zu haben, und diese auf demokratische Weise zu artikulieren, ist prima, noch wichtiger ist dann das Handeln. Das machen wir seit Jahren und werden künftig noch mehr tun.“

Aussortierte Handys abgeben, auf Plastiktüten verzichten

In den kommenden zwei Wochen werden daher im Finanzministerium aussortierte Handys gesammelt. „Das Handy ist die Premiumvariante des Elektroschrotts. 80 Prozent seiner wertvollen Bestandteile lassen sich wiederverwerten. Die Erlöse unserer Sammelaktion kommen Naturschutzprojekten des Naturschutzbund Deutschland zugute“, sagte Schäfer.

Um den Verbrauch von Plastiktüten weiter zu senken, können die Beschäftigten am 20. September einen Bio-Baumwollbeutel erhalten. „‚Wir tragen Verantwortung‘ heißt der Slogan auf der praktischen Tragetasche. Richtig oft genutzt ist sie wie auch Obst- und Gemüsenetze sicher die bessere Alternative für den Einkauf“, sagte der Finanzminister. „Wer bei uns morgen zugreift darf sich zudem über Blumenzwiebeln freuen. Aus ihnen wachsen hoffentlich nicht nur schöne Blumen, sondern mit ihnen auch die Bereitschaft, sich für das Klima einzusetzen.“

Alt-Elektronik steckt voller seltener Erden und Metalle, die recycelt werden sollten. Foto: Bruno Glätsch | Pixabay
Alt-Elektronik steckt voller seltener Erden und Metalle, die recycelt werden sollten.
Foto: Bruno Glätsch | Pixabay

CO2-neutrale Landesverwaltung

„Auch kleinteilige Aktionen sind wichtig, damit im Alltag Klimaschutz für möglichst viele zur guten Gewohnheit wird. Natürlich müssen wir aber auch die großen Räder drehen und auch dort sind wir dran. Mit dem Vorhaben der CO2-neutralen Landesverwaltung konnten wir in den vergangenen Jahren den CO2-Fußabdruck der Verwaltung in Hessen bereits praktisch um die Hälfte verringern. Dazu hat neben dem Umstieg auf Ökostrom auch ein Sanierungsprogramm für Landesgebäude in Höhe von 160 Millionen Euro entscheidend beigetragen: das CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm (COME). Die vielfältigen Anstrengungen zur weiteren Reduktion gehen unvermindert weiter. Das Land investiert unter anderem weitere 200 Millionen Euro in die energetische Verbesserung der Hochschulgebäude“, erläuterte Finanzminister Schäfer.

Umweltmanagementsystem EMAS

Die Hessische Finanzverwaltung beteiligt sich seit kurzem darüber hinaus am Umweltmanagementsystem EMAS – als eine der ersten Landesverwaltungen in Deutschland. „EMAS ist ein von der Europäischen Union entwickeltes System, das sich an Unternehmen und Behörden richtet und dabei helfen soll, die eigenen Umweltziele noch effektiver erreichen zu können. Im Rahmen eines Pilotprojekts treiben wir die Einführung von EMAS in den Finanzämtern Eschwege-Witzenhausen und Korbach-Frankenberg sowie in der Niederlassung Nord des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen in Kassel voran“, berichtete Schäfer.

Die Pilotphase wird vorrausichtlich rund ein Jahr dauern, ehe nach einer erfolgreichen Überprüfung durch unabhängige Experten eine Zertifizierung erfolgt. EMAS gilt als Premium-Zertifizierung, die besonders hohe Anforderungen an den Umweltschutz stellt.

Ansätze zur Ressourcenschonung

„Eine klimaneutral arbeitende Landesverwaltung fällt nicht einfach so vom Himmel, obwohl wir uns diesen mit seinem Sonnenlicht gerne zu Nutze machen. Durch unterschiedliche Effizienz- und Baumaßnahmen in den Landesliegenschaften reduzieren wir bereits seit vielen Jahren den Ausstoß von Treibhausgasen und ersetzen fossile Energieträger durch regenerative Energiequellen. Fast 100 Prozent unserer Liegenschaften beziehen Ökostrom, verstärkt setzen wir auch auf Solarstrom. Mit der Einführung von EMAS nehmen wir jetzt aber auch noch stärker den Verbrauch von Papier und weiteren Ressourcen in den Blick. Wir tun dies aus Verantwortung für Mensch und Natur und setzen damit auch eine der Vorgaben des aktuellen Koalitionsvertrages um, den betrieblichen Umweltschutz zu stärken“, berichtete Schäfer. Auch das Pendlerverhalten der Beschäftigten soll beispielsweise Gegenstand von EMAS sein.

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. © Sabrina Feige | HMdF
Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. © Sabrina Feige | HMdF

CO2-neutrale Landesverwaltung

Die konkreten Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele werden von den Beschäftigten vor Ort erarbeitet. Die enge Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Engagement ist wesentlich, ist es doch zu großen Teilen das Nutzerverhalten, das für den Energie- und Ressourcenverbrauch einer Behörde mit verantwortlich ist. Hiervon profitiert auch die CO2-neutrale Landesverwaltung mit ihrem Energieeffizienzplan, der ebenfalls ein optimiertes Nutzerverhalten zum Ziel hat, in besonderem Maße.

Umweltschutz in den Dienststellen

„Mit kleinem Aufwand kann man häufig schon vergleichsweise große Erfolge erzielen. An manchen Stellen sind aber natürlich auch innovative Ideen gefragt. Mit viel Einsatz haben sich in den vergangenen Jahren bis heute unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen nachhaltigen Umweltschutz in den Dienststellen des Landes eingesetzt. Dafür möchte ich ihnen erneut danken. Es sind die Beschäftigten, die durch ihr Engagement dem Umweltschutz der Landesverwaltung ein Gesicht geben. Ich bin mir sicher, dass auch bei der Einführung vom EMAS vor Ort nachhaltig und motiviert an der Umsetzung gearbeitet wird“, sagte Schäfer.

(red)



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