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Groppe mit Bronze auf der Siegertreppe

Stolz präsentiert Vivian Groppe die Bronzemedaille und Urkunde. Foto: nh
Stolz präsentiert Vivian Groppe die Bronzemedaille und Urkunde. Foto: nh

Heilbronn. Vivian Groppe von der MT Melsungen ist eine lebensbejahende Frohnatur und trotz ihrer erst 15 Jahre bereits eine erfolgreiche Leichtathletin. Jetzt ist sie wieder einen großen Schritt voran gekommen.

Schnelle Stadionrunde mit dem Trainingspartner

Die willensstarke Schülerin brachte sich in den vergangenen Wochen mit ihren Glanzleistungen über 100, 200 und 400 Meter mit allem Nachdruck in Erinnerung. Bei ihr spürt man, welche Faszination das Laufen auf sie ausübt, denn sie verkörpert eine ausgezeichnete Kombination aus Konsequenz und Zielstrebigkeit und sie verfügt über das richtige Kämpferherz.

Die Melsunger Gesamtschülerin erfüllte alle drei Sprintnormen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die deutschen Jugendmeisterschaften. Somit hatten sie und ihr Trainer Alwin Wagner die Qual der Wahl, welche Strecke sie in Heilbronn laufen sollte. Mit ihrem Trainingspartner Niclas Dittmar, dem hessischen U16-Vizemeister über 300m, der mit 37,22 Sekunden die viertschnellste Zeit in Deutschland lief, war sie in der Lage, die Stadionrunde um 56 Sekunden zurückzulegen.

200m-Halbfinale - Vivian Groppe liegt noh etwas zurück. Foto: nh
200m-Halbfinale – Vivian Groppe liegt noh etwas zurück. Foto: nh

Schnellste Sprinterin in Schwalm-Eder

Trainer Wagner schwärmte von der Wechselwirkung zwischen den beiden Athleten, die im Sprinttraining von einander profitierten. Da Vivian auf den kürzeren Distanzen immer schneller wurde, schmiedete Wagner neue und ehrgeizige Pläne. Je näher der Zeitpunkt der Meldeabgabe kam, desto mehr verdichtete sich seine Meinung, die Schülerin aus Beiseförth über 100 und 200 m starten zu lassen.

Und diese Rechnung ging auf. Schon bei den Landesmeisterschaften demonstrierte Vivian ihre Schnelligkeit und holte sich in der U18 par excellence die Goldmedaille. Obwohl ihr der Wind mit 1,0 m/sec ins Gesicht blies, verbesserte sie sich über 100 Meter auf 12,01 Sekunden. „Ich weiß, dass ich gut drauf bin und meine Leistungen auch immer abrufen kann. Deshalb möchte ich in Heilbronn mit Bestzeiten das 100m- und 200m-Finale erreichen“, sagte die schnellste Sprinterin im Schwalm-Eder-Kreis vor der Abfahrt. Und wenn sie sich intensiv auf einen Wettkampf vorbereitet hatte, sprang meist eine Bestzeit heraus.

Starke Nerven bis zum Endlauf

Den 5. September ’20 wird die Schülerin aus Beiseförth nicht mehr so schnell vergessen. An diesem Tag wurden ab 17.30 Uhr drei 200m-Läufe ausgetragen, wobei sich nur die beiden ersten eines jeden Laufes und zwei weitere Zeitschnellsten für das 200m-U18-Finale qualifizieren konnten. Zwei sehr schnelle 200m-Läufe innerhalb von neunzig Minuten verlangten von den besten Sprinterinnen nicht nur Schnelligkeit und Kondition, sondern auch starke Nerven. Außerdem mussten sie sich ihre Kraft einteilen, um für den Endlauf noch genügend Energie zu haben.

Die letzten 50 Meter mit dem Turbo

Vivian startete im ersten Lauf auf Bahn fünf und konnte sich mit ihrer Bestzeit (24,79 Sek.) Hoffnungen für das Finale machen. Hinter ihr liefen Lara Steinbrecher (Magdeburg) mit der besten Meldezeit (24,36 Sek.) und Cora Kunze (Dresden, 24,82). Als die sieben 200m-Sprinterinnen auf die Zielgerade einbogen, führte Steinbrecher einen Meter vor Kunze und Schöbel (Wattenscheid) das Feld an. Einen weiteren Meter zurück kämpften Schröder und Vivian Groppe um den Anschluss.

50 Meter vor dem Ziel schaltete die MT-Sprinterin ihren Turbo ein und überholte eindrucksvoll C. Kunze (24,88), M. Schöbel (24,99) und L. Schröder (25,54). Erwartungsgemäß lief L. Steinbrecher als Siegerin über die Ziellinie und setzte mit 24,15 Sekunden ein deutliches Achtungszeichen. Vivian sicherte sich mit der Bestzeit von 24,59 Sekunden den zweiten Platz und zog ohne Schwierigkeiten ebenfalls in das Finale ein. Damit hatte sie ihre beiden Ziele – mit Bestzeit in den Endlauf zu kommen – schon erreicht.

80m vor dem Ziel zündete Vivian Groppe ihren Turbo und sichert sich noch Rang zwei für das Finale. Foto: nh
80m vor dem Ziel zündete Vivian Groppe ihren Turbo und sichert sich noch Rang zwei für das Finale. Foto: nh

Willensstärke zahlt sich aus

Im nächsten Lauf setzten sich mit Hawa Jalloh (Wiesbaden, 24,77) und Nele Kühn (Frankfurt, 24,96) zwei weitere Sprinterinnen des Hessischen Leichtathletik-Verbandes durch und qualifizieren sich ebenfalls für den Endlauf. Einen starken Eindruck hinterließ im dritten Vorlauf Helen Baumgarten (Steinbach, 24,22 Sek). Sabrina Hafner aus Erkheim sicherte sich dahinter mit 24,75 Sekunden Rang zwei. Hannah Fleischmann aus Landshut qualifizierte sich mit ihren 24,86 Sekunden ebenfalls das Finae, das 90 Minuten später ausgetragen wurde.

Nachdem Vivian mit 24,59 Sekunden die drittschnellste Zeit erzielt hatte, rückte sie in den Kreis der Medaillenanwärterinnen auf. Mit diesem Druck musste die 15-Jährige erst einmal umgehen. Sie machte es großartig. „Ich versuche wieder Bestzeit zu laufen, vielleicht klappt es sogar mit einer Medaille“, sagte sie selbstbewusst auf dem Aufwärmplatz und ihre Willensstärke sollte sich auszahlen.

Eingangs der Zielgeraden hoffnungslos zurück

Um 19 Uhr fand das 200m-Finale statt. Von innen nach außen starteten Kunze (24,88), Fleischmann (24,86), Jalloh (24,77), Groppe (24,59), Steinbrecher (24,15), Hafner (24,75), Baumgarten (24,26) und Kühn (24,96).

Am schnellsten nach dem Startschuss reagierte Hawa Jallo und fegte wie die Feuerwehr über die Bahn, nahm Vivian im Scheitelpunkt der Kurve blitzschnell zwei, drei Meter ab und flog auch an Lara Steinbrecher vorbei. Vivian, die nicht so gut wie im Halbfinale in das Rennen fand, lag eingangs der Zielgeraden eigentlich schon hoffnungslos zurück. 85 Meter vor dem Ziel führte Jallo vor Steinbrecher und Hafner. Auf Rang vier folgte C. Kunze, dicht dahinter lagen auf gleicher Höhe Nele Kühn und Vivian Groppe. Dahinter kämpften Helen Baumgarten und Hannah Fleischmann um den Anschluss.

Dramatischer Kampf um Silber und Bronze

Als Jallo vorne immer mehr verkrampfte und in den Beinen fester wurde, lief Steinbrecher mit Leichtigkeit an ihr vorbei und eilte mit großen Schritten dem Ziel entgegen. Auch H. Baumgarten und Vivian Groppe drehten auf dem letzten Viertel der Strecke mächtig auf und demonstrierten eindrucksvoll ihre Tempohärte. So gab es auf den letzten Metern einen dramatischen Kampf um Silber und Bronze.

Die Melsunger Sprinterin spielte ihre Stärke aus und war konditionell stark genug, um Hafner (24,75), Jalloh (24,77) und Kunze (24,94) zu überholen. Sie wuchs über sich hinaus und lag zehn Meter vor dem Ziel plötzlich an zweiter Stelle – einfach sensationell. Sie wollte in Heilbronn das 200m-Finale erreichen, jetzt hatte sie fünf Meter vor dem Ziel sogar die Silbermedaille vor ihren Augen.

Bundesweit auf Rang 5 geklettert

Mit mächtigen Schritten stürmte Helen Baumgarten heran und fing Vivian unmittelbar vor der Ziellinie noch ab. Nur winzige Zentimeter von einander getrennt, passierte Baumgarten mit einem Vorsprung von 0,07 Sekunden die Ziellinie und holte sich Silber. Aber mit 15 Jahren eine Bronzemedaille bei den deutschen Jugendmeisterschaften zu gewinnen, ist mehr als aller Ehren wert. Obwohl Vivian zu Beginn des Rennens nicht wie gewohnt in ihren Lauf fand, hat sie diese Situation sehr gut gemeistert“, lobte Alwin Wagner seinen Schützling, der mit einer Zeit um 24,50 Sekunden gerechnet, allerdings keinen Gedanken an eine Medaille verschwendet hatte.

Schade, dass die sehr guten Leistungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit erzielt wurden. Auch Vivians Eltern, die mit nach Heilbronn gereist waren, mussten vor dem Stadion warten und konnten sich dieses Finale nur im Live-Stream anschauen. Vivian, die viele Glückwüsche unmittelbar nach diesem Rennen über Handy bekam, machte mit dieser Leistung auf der Skala der 200m-Rangfolge einen weiteren Sprung nach oben und wird nun bundesweit auf Rang fünf geführt.

Saison-Analyse offenbart systematische Arbeit

Am nächsten Tag wurde die schnellste deutsche Sprinterin über 100 Meter ermittelt. Vivian Groppe, die sich mit ihrer 100m-Zeit von 12,01 Sekunden zur hessischen Sprintkönigin der U18 krönte, avancierte auch zu einer Finalteilnehmerin über 100 Meter. Aber ihre beiden starken und schnellen 200m-Läufe vom Vortag steckten ihr noch in den Beinen, so dass sie im dritten Halbfinallauf mit 12,15 Sekunden – immerhin noch unter ihrer Jahresbestzeit vom Vorjahr – hängenblieb und das Finale ohne sie stattfinden musste.

Analysiert man die Saison, so fällt auf, dass die Leistungen und Erfolge von Vivian Groppe, die sie bei den Meisterschaften erzielte, nicht von ungefähr kamen. Sie waren Grundlage einer systematischen Arbeit, bei dem nichts dem Zufall überlassen wurde.

Vielleicht noch eine Medaille aus der Wetterau?

Mit den hessischen Meisterschaften der Frauen, die am Samstag in Friedberg ausgetragen werden, kommt ihr letzter großer Meisterschaftsauftritt in diesem Jahr. Vielleicht kann sie auch aus der Wetterau mit einer Medaille nach Hause zurückkehren.

(ajw)



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