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Die Jagd nach neuen Bestleistungen

Sven Lang, der Leitende Bundestrainer für das Kugelstoßen, war von Luis Andrés Leistungsentwicklung sehr beeindruckt. Foto: nh
Sven Lang, der Leitende Bundestrainer für das Kugelstoßen, war von Luis Andrés Leistungsentwicklung sehr beeindruckt. Foto: nh

Osterode. Das hochklassig besetzte internationale Sparkassen-Meeting mit vielen Wettbewerben und großen Feldern hielt, was Veranstalter:innen und Sportler:innen sich versprachen.

Luis André stark in Form

Auf der Jagd der bundesdeutschen Asse nach neuen Bestleistungen und wichtigen Normen hielten auch die beiden Melsunger Vivian Groppe und Luis Andre gut mit. Luis legte mit seinen Verbesserungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen den nächsten Leistungssprung hin. Seine beiden Siege, Bestleistungen und die Normerfüllungen für die deutschen Meisterschaften in Rostock zeugen von der starken Form des 16-Jährigen, der sich im nächstes Jahr für die U18-Europameisterschaften (18,50 m) qualifizieren möchte.

Nach einem Coronatest fand das Diskuswerfen der U18 zu Beginn der Veranstaltung bei leichtem Nieselregen statt. Und bereits beim Einwerfen zeigte Luis, dass er sich einiges vorgenommen hatte, denn bei seinem letzten Wettkampf in Uslar, wo er sich auf 48,26 m verbessern konnte, hatte er die Norm für die nationalen Meisterschaften um 24 Zentimeter verfehlt.

Luis André machte mit seiner 17m-Weite im Kugelstoßen seinen nächsten Leistungssprung. Foto: nh
Luis André machte mit seiner 17m-Weite im Kugelstoßen seinen nächsten Leistungssprung. Foto: nh

In Osterode klappte es trotz der widrigen Bedingungen, und Luis durfte über seinen ersten 50m-Wettkampfwurf mit dem 1,5kg-Diskus jubeln. Er begann mit 50,17 m und steigerte sich nach einem ungültigen Versuch auf 50,89 m. Im vierten Durchgang ließ er die Scheibe auf 50,57 m segeln und erreichte danach 48,23 Meter. Im letzten Durchgang blieb er mit 49,57 m noch einmal über seiner erst fünf Tage alten Bestmarke von Uslar und besiegte Tim Sanders (Norden, 45,70 m) und Jakob Frens (Halle, 41,35 m), die in der U18-Bestenliste 2020 mit 44,93 bzw. 48,51 Meter noch weit vor ihm platziert waren.

Durchbruch in nationale U18-Spitze geschafft

Auch im anschließenden Kugelstoßen triumphierte der Melsunger und pulverisierte seinen Hausrekord von Uslar (16,56 m) auf 17,09 m. Mit dieser hessischen Jahresbestweite steigerte sich das hoffnungsvolle Talent, dessen Bestleistung mit der 5kg-Kugel vor dem Sportfest in Uslar bei 15,87 m stand, innerhalb einer Woche um 1,22 Meter. Dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, zeigten seine weiteren Versuche, die alle zwischen 17 und 18 Meter lagen, aber ungültig waren, weil Luis sich nach dem Abstoß nicht im Kugelstoßkreis halten konnte.

„Mit diesem 17m-Stoß hat Luis den Durchbruch in die nationale U18-Spitze geschafft und liegt aktuell hinter dem Ausnahmetalent Lukas Schober (Weißig, 20,33 m), dem Ingolstädter Georg Harpf (17,80 m) und Lasse Schulz (Plieningen, 17,28 m) in der aktuellen deutschen Bestenliste auf Rang vier.

DLV-Bundestrainer erwartet Weiten über 18 Meter

Und auch Sven Lang (Leipzig), Leitender DLV-Bundestrainer Wurf/Stoß, der Luis während des Wettkampfes einige Tipps gab, war von der Entwicklung des 16-Jährigen beeindruckt: „Luis hat sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt und gut trainiert. Wenn er in der Kreismitte schneller wird und seine Beine beim Abstoß besser einsetzt, wird er dieses Jahr noch Weiten über 18 Meter stoßen!“

Nur um 0,03 Sekunden unterlag Vivian Groppe das Sprintduell gegen Sarah Janis aus Leipzig, revanchierte sich aber über 200 Meter, Foto: nh
Nur um 0,03 Sekunden unterlag Vivian Groppe das Sprintduell gegen Sarah Janis aus Leipzig, revanchierte sich aber über 200 Meter, Foto: nh

Symbiose aus Kraft und Technik

Vivian Groppe, die Dritte der deutschen U18-Meisterschaften über 200 Meter, traf in Osterode im 100m-Finale auf Sarah Ranis. Die 17-Jährige aus Leipzig hatte im Vorjahr bei der DM mit 11,93 Sekunden den fünften Platz über diese Strecke belegt und hofft auch in diesem Jahr wieder auf eine Finalteilnahme bei den Jugendmeisterschaften in Rostock. Beim Sprint, eine Symbiose aus Kraft und Technik, aber auch ein rasantes Wechselspiel aus An- und Entspannung, muss man vom Start bis ins Ziel locker bleiben. Doch diese Lockerheit fehlt zurzeit Vivian. Die 16-Jährige gab alles, aber im Ziel fehlten 0,03 Sekunden am Sieg. Und so konnte sich Sarah Ranis bei Windstille mit 12,12 Sekunden knapp durchsetzen.

Anspannung und Freude herausgeschrien

Zwei Stunden später drehte die Langsprinterin aus dem Malsfelder Ortsteil Beiseförth im 200m-Finale den Spieß um. Bereits im Zenit der Kurve hatte sie die Kurvenvorgabe von Sarah Ranis, die eine Bahn vor ihr startete, wettgemacht. Und erneut bestach Vivian mit ihrer hohen Schrittfrequenz auf der Zielgeraden und baute auf dem letzten Viertel der Strecke ihren Vorsprung noch weiter aus. Als sie über den Zielstrich lief und auf der Anzeigetafel ihre Zeit von 24,52 Sekunden erblickte, schrie sie ihre ganze Anspannung und Freude heraus.

Sie konnte ihre Zeit kaum glauben: Sophia Hog trumpfte in Osterode mit 12,53 Sekunden bei Gegenwind auf. Foto: nh
Sie konnte ihre Zeit kaum glauben: Sophia Hog trumpfte in Osterode mit 12,53 Sekunden bei Gegenwind auf. Foto: nh

„Nur 0,01 Sekunden über meiner Bestzeit – das ist der Hammer, denn ich habe diesen Lauf in Hinblick auf die deutschen Meisterschaften aus dem Training heraus bestritten. Ich hoffe, dass ich Anfang Juli bei der Junioren-Gala in Mannheim starten darf, denn dort möchte ich eine Zeit unter 24,40 Sekunden laufen“, sagte Vivian, die sich bereits auf ihren nächsten Wettkampf freut, der am Wochenende bei den „Golden Moments“ in Sonsbeck stattfindet.

Hog jetzt in Wagners Trainingsgruppe

Und auch Sophia Hog hatte Grund zur Freude. Nach neunmonatiger Corona-bedingter Wettkampfpause feierte sie einen gelungenen Einstieg in den Wettkampfbetrieb und lief bei leichtem Gegenwind mit 12,53 Sekunden eine starke 100m-Zeit.

„Ich trainiere erst seit kurzer Zeit in der Trainingsgruppe von Alwin Wagner und bin jetzt schon unter 12,60 angelangt“, strahlte die 21 Jährige, die im Vorjahr noch für den SV Werder Bremen startete. Sophia lief mit 12,45 Sekunden (23.07.2016 in Wetzlar) nur einmal schneller. Auch über 200 Meter konnte die Sprinterin aus Spangenberg überzeugen. Mit 26,48 Sekunden setzte sie sich in ihrem Lauf vor Jennifer Hauke (SCC Berlin, 26,88) klar durch.

(ajw)



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