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Punkteteilung im Saisonfinale

Im Auswärtsspiel gegen den TVB Stuttgart (letztes Saisonspiel) ging die MT Melsungen bei Gleichstand aus der Halle. Einer der auffälligsten Akteure war Torhüter Nebojsa Simic. Foto: Heinz Hartung
Im Auswärtsspiel gegen den TVB Stuttgart (letztes Saisonspiel) ging die MT Melsungen bei Gleichstand aus der Halle. Einer der auffälligsten Akteure war Torhüter Nebojsa Simic. Foto: Heinz Hartung

Stuttgart. Die MT Melsungen bringt vom letzten Saisonspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga einen Auswärtspunkt mit nach Hause. Nach einer 13:12-Halbzeitführung von Gastgeber TVB Stuttgart trennten sich die beiden Teams am Ende 26:26 unentschieden.

Überzeugende Torhüter in der Porsche-Arena

Wenn es nach dem Spielverlauf geht, bei dem sich die Nordhessen im ersten Durchgang zwar eine neunminütige Torflaute leisteten, ansonsten aber weitestgehend tonangebend waren, ist es aus deren Sicht ein verlorener Punkt. Ihre auffälligsten Akteure vor 250 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche Arena waren Torhüter Nebojsa Simic mit 16 Paraden und der 10-fache Torschütze Lasse Mikkelsen.

Bei den Hausherren überzeugte ebenfalls der Mann im Tor, Johannes Bitter, mit 13 Paraden, und Viggo Kristjanssson mit 9 Treffern. Nach dieser Punkteteilung schließt Melsungen die Saison 2020/22 mit Tabellenlatz 8 ab. Die Glückwünsche gehen an den alten und neuen Deutschen Meister THW Kiel, der sich mit einem Remis bei den Rhein-Neckar Löwen den 22. Titel der Vereinsgeschichte sicherte.

Max Häfner bringt Schwung ins Spiel

Die MT Melsungen, die auf ihren angeschlagenen Kapitän und Abwehrchef Finn Lemke verzichten musste, kam gut aus den Startlöchern. Den ersten Angriff des Spiels nutzte Lasse Mikkelsen, 3 Minuten später ließ Michael Allendorf das 0:2 Folgen. In der sechsten Spielminute brach Adam Lönn dann auch für die Hausherren das Eis und erzielte aus dem Rückraum den ersten Stuttgarter Treffer.

Beide Mannschaften agierten in einer 6:0-Abwehrformation, wobei die der Nordhessen etwas effektiver funktionierte. Die Stuttgarter fanden bisweilen dagegen keine Lösung und so blieb Melsungen in der ersten Viertelstunde mit zwei, drei Toren in der Vorhand (2:5, 3:6, 4:6).

Zwischenzeitlich hatte TVB-Coach Jürgen Schweikardt eine Auszeit genommen und anschließend Kai Häfners Bruder Max auf die Spielmacherposition beordert. Der brachte etwas mehr Schwung in die Offensive der Blau-Weißen und das machte sich bezahlt. Max Häfner selbst, danach Viggo Kristjansson und dann Alexander Schulze von der Siebenmeterlinie sorgten mit ihren Toren für den ersten Gleichstand in diesem Spiel (6:6).

Kühn löst die Torblockade

Der Stuttgarter hatte sich damit zusehends mehr Selbstbewusstsein erarbeitet, während Melsungen zuvor zwei Angriffe nicht zu Torerfolgen nutzen konnte. Und so setzten die Hausherren ihren Lauf mit zwei weiteren Treffern bis zum 8:6 (20.) fort. Insgesamt sollten knapp neun Minuten vergehen, ehe Julius Kühn die Torblockade der MT mit seinem Treffer zum 8:7 löste. Und hätte bis dahin Nebojsa Simic nicht zweimal glänzend pariert, wäre der Rückstand deutlicher gewesen.

Liefen diese ersten 20 Minuten noch relativ torarm ab, so kamen die 250 Zuschauer in der Porsche Arena in den letzten 10 Minuten dieser ersten Halbzeit dann schon in wesentlich kürzeren Intervallen auf ihre Kosten. Denn die beiden Kontrahenten lieferte sich nun einen offenen Schlagabtausch, bei dem auf Seiten der Hausherren Adam Lönn, Alexander Schulze und Viggo Kristjansson zu den gefährlichsten Angreifern avancierten.

Nach der Pause geradegerückt

Für die Nordhessen zeichneten sich unterdessen die eingewechselten Domagoj Pavlovic, Marino Maric und Stefan Salger, sowie Michael Allendorf als Schützen zum 12:12 aus. Letztgenannter übrigens nach tollem Anspiel von Ole Pregler, der die Regieposition des für zwei Strafminuten auf die Bank beorderten Domagoj Pavlovic übernommen hatte. Viggo Kristjansson war es in den verbleibenden 15 Sekunden vorbehalten, mit einem verdeckten Unterarmwurf den 13:12-Halbzeitstand herzustellen.

Dass die MT dem nicht länger hinterherlaufen wollte, zeigte sie vom Start weg in die zweite Spielhälfte. Der gut aufgelegte Lasse Mikkelsen von der Siebenmeterlinie und aus dem Rückraum, dazwischen eine Parade von Nebojsa Simic gegen Max Häfner und dann Tobias Reichmann von Außen: nur 120 Sekunden nach Wiederanpfiff war das Bild aus Sicht der Nordhessen bis zum 13:15 wieder gerade gerückt. Und das auch, weil die Abwehr wieder sicherer stand als zuletzt in Durchgang eins. So lief es wunschgemäß weiter bis zum 14:17 (36.).

Keeper-Signale verstanden, Turbo gezündet

Aber Stuttgart kämpfte sich wieder heran. Viggo Kristjansson gab seinen Farben mit drei Toren in Folge binnen fünf Minuten die Hoffnung zurück (17:17, 41). Zuvor war Lasse Mikkelsen mit einem Strafwurf am gut disponierten Johannes Bitter gescheitert. Dessen Gegenüber Nebojsa Simic glänzte danach sogar mit einer Doppelparade – ebenfalls bei einem Strafwurf (Alexander Schulze) – und auch noch bei dessen Nachwurf.

Die starken Signale des MT-Keepers hatten seinen Vorderleute offenbar verstanden und zündeten den Tor-Turbo. Lasse Mikkelsen, Julius Kühn, Kai Häfner und Tobias Reichmann schafften es innerhalb von nur drei Minuten, wieder einen ansehnlichen Vier-Tore-Vorsprung herauszuwerfen (17:21, 43.). Woraufhin Stuttgart eine Auszeit nahm. Die führte zwar kurzzeitig zum Erfolg, der TVB pirschte sich auf 19:21, bzw. 20:22 (46.) heran, aber Kai Häfner und zweimal Lasse Mikkelsen sorgten schnell für den vorherigen Abstand von Plus Vier (20:24, 48. und 21:25, 50.) und damit für ein vermeintlich schönes Polster für die Schlussphase der Partie.

Kurz vor Schluss keimt Hoffnung auf

Stuttgart nahm erneut ein Timeout und Jürgen Schweikardt befahl seinen Schützlingen Tempohandball. Die nahmen die Worte ihres Trainers an und gaben Gas. Zunächst Viggo Kristjansson von der Strafwurflinie und dann der frisch eingewechselte Patrick Zieker von Linksaußen (23:25, 55.) Und das trotz einer erfolgreicher Abwehraktion von Felix Danner und einer weiteren Parade von Nebojsa Simic. Das Pech der MT lag in diesem Moment im Angriff, wo Kai Häfner ein Fehlpass unterlief und Julius Kühn ein Fehlwurf. Das bestraften die Hausherren jeweils im Gegenzug.

Wie gut, dass Lasse Mikkelsen dann auf 23:26 stellte und damit zweieinhalb Minuten vor Schluss eine erfolgversprechende Crunchtime einleitete. Die jedoch von Viggo Kristjansson mit dem 24:26 fortgesetzt wurde. Und wieder waren es dann Kleinigkeiten, die das Spiel fast noch zugunsten der Stuttgarter kippen ließen: Ein Offensivfoul von Kai Häfner, im Gegenzug ein Treffer von Rechtsaußen Tim Wieling; ein Fehlpass ausgerechnet vom besten Melsunger Angreifer, Lasse Mikkelsen, auf Marino Maric; und ein weiterer Treffer von Stuttgarts Halbrechtem, Jerome Müller, besiegelten die aus Melsunger Sicht eigentlich vermeidbare Punkteteilung.

Erstmal vier Wochen Pause

Weil die zuvor mit Melsungen punktgleichen Göppinger in Ludwigshafen gewannen, wurden die Nordhessen im Abschlussklassement vom siebten auf den achten Tabellenplatz verwiesen.

Die Mannschaft von Trainer Gudmundur Gudmundsson legt nun eine gut vierwöchige Pause ein, ehe es am 28. Juli für die Spieler, die nicht mit der Nationalmannschaft unterwegs sind, mit einer individuellen Trainingsphase weitergeht. Das erste Mannschaftstraining ist für den 5. August vorgesehen. Die Bundesligasaison 2021/22 beginnt am 8., bzw. 9. September, dann tritt die MT beim TBV Lemgo Lippe an. Das erste Heimspiel in der Kasseler Rothenbach-Halle steigt am 11. oder 12. September gegen den Deutschen Meister THW Kiel.

MT Melsungen – TVB 1898 Stuttgart 26:26 (13:12)

○ TVB Stuttgart: Bitter (10 Paraden / 26 Gegentore), Prost (n.e.) – M. Häfner 1, Weiß, Lönn 2, Schulze 5/3, Röthlisberger, Nicolaus, Foege, Zieker 2, Müller 3, Pfattheicher, Peshevski 3, Kristjansson 9/2, Wieling 1, Eberle – Trainer Jürgen Schweikardt.

○ MT Melsungen: Simic (16 Paraden / 25 Gegentore), Heinevetter (bei einem Siebenmeter; 0 P. / 1 G.) – Maric 1, Kühn 3, Reichmann 2, Kunkel, Mikkelsen 10/2, Danner 2, Arnarsson, Allendorf 2, Pregler, K. Häfner 3, Salger 1, Kastening 1/1, Pavlovic 1 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Sebastian Grobe (Braunschweig) / Adrian Kinzel (Bochum)

Zeitstrafen: 2 Min. – 6 Min. (Weiß, 33:33 Min. – Maric, 50:47 Min.; Kühn, 23:29 Min.; Pavlovic, 27:16 Min.)

Strafwürfe: 5/7 – 3/5 (Kristjansson scheitert an Simic, 08:51 Min.; Schulze scheitert an Simic, 39:39 Min. – Reichmann scheitert an Bitter, 03:23 Min.; Mikkelsen scheitert an Bitter, 38:43 Min.)

Zuschauer: 250, Porsche Arena Stuttgart

(red)



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