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Chronist mit Fleiß und Fachkenntnis

Mike Luthardt (li.), Joachim Bottenhorn (Mitte) und Bürgermeister Dr. Nico Ritz am 25. Februar 2022 im Gespräch über die neue Chronik „50 Jahre Gebietsreform Kreisstadt Homberg (Efze)“. Foto: Uwe Dittmer

Homberg. Joachim Bottenhorn stellte jüngst sein Buch „50 Jahre Gebietsreform Kreisstadt Homberg (Efze)“ vor. Horst Gunkel sagte damals: „Zusammenschlüsse mögen nützlich sein. Aber ich spüre den Wert des Einzelnen, des Individuellen!“

Das Erbe für die Nachwelt

Das, was Joachim Bottenhorn am 25. Februar 2022 in die Hände von Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz legte, ist mehr als eine reine Chronik. Es ist die Bewahrung eines politischen und gesellschaftlichen Erbes für die Nachwelt. Auf 206 Seiten mit 50 Bildern erfahren die Leser viel über die politische Entwicklung einer neuen Verwaltungseinheit der Stadt mit ihren 20 Stadtteilen ab dem Jahre 1971.

Mit Fleiß und Fachkenntnis hat der ehemalige büroleitende Beamte Joachim Bottenhorn viele Daten und Fakten zusammengetragen und diese mit Fotos und Gesprächsnotizen von Zeitzeugen angereichert. So entstand ein facettenreiches Bild jener Zeit, das nicht nur auf „trockenen“ Fakten basiert, sondern das Leben der Menschen in den politischen Veränderungen beschreibt.

In allen Bereichen zusammengewachsen

„Fünfzig Jahre sind vergangen seit dem Geschehen der Gebietsreform im Jahr 1971. Damals haben zwanzig selbstständige Dörfer um Homberg herum ihre Selbstständigkeit aufgegeben und wurden als Stadtteile in die Stadt Homberg (Efze) eingemeindet. Es waren gravierende Einschnitte in die politischen Entscheidungskompetenzen und das Leben der Bürgerinnen und Bürger“, so der Verwaltungschef weiter. „Es freut mich daher besonders, dass zu diesem Anlass ein Buch entstanden ist, welches die Gebietsreform mit ihrer Geschichte dokumentiert und an die Veränderungsprozesse und ihre Personen erinnert.“ Die Entwicklung der gesamten Stadt in den vergangenen 50 Jahren sei bemerkenswert. Homberg sei in allen Bereichen zu einer Stadt zusammengewachsen.

Städtischer Einfluss auf das Umland

Auf den ersten 48 Seiten bietet das Buch neben Grußworten einen geschichtlichen Abriss des Gebietes des heutigen Landes Hessen von der Stein- über die Römerzeit bis zur Christianisierung durch Bonifatius um 738. Weiter reist der Leser von der Landgrafenschaft ab dem 13. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert, über die Weimarer Republik und das Dritte Reich hin zur Neuordnung der Länder nach dem 2. Weltkrieg.

Joachim Bottenhorn beschreibt die Geschichte Hombergs als Kreisstadt mit ihrem Einfluss auf das Umland (z.B. Fritzlar, Melsungen, Borken) schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Errichtung kurhessischer Kreisämter.

Das Buch beinhaltet auch einige interessante historische Exkurse, wie z.B. zur Hohenburg, zu den Wappen der Stadt vom 13. Jahrhundert bis heute, dem „Kaiserkreuz“ in Kleinenglis oder zu „Zusatznamen von Städten“ (z.B. Reformationsstadt, Hans-Staden-Stadt). Außerdem geht er auf die Geschichte des Schwalm-Eder-Kreises ein. Überlegungen zur Namengebung: „Schwalmkreis“, „Großer Schwalmkreis“, „Chattenkreis“, „Schwalm-Knüll-Großkreis” oder „Landkreis Niederhessen“ waren damals ebenfalls im Gespräch.

Umfassende Fakten zusammengetragen

Ab Seite 48 widmet sich der Autor der Gebietsreform in Hessen, den politischen Verhältnissen in den Gemeinden, der Planung, der detaillierten Vorstellung aller Stadtteile von Allmuthshausen bis Wernswig, dem Grenzänderungsvertrag, Berichten von Zeitzeugen zur Gebietsreform, den jeweiligen Beschlüssen der Stadtteile und der Stadtverordnetenversammlung – nicht alle Nachbargemeinden wollten zu Homberg –, den Regelungen der Übergabe von Kassen, Friedhöfen, Sprechstunden, Straßennamen.

Joachim Bottenhorn bereichert seine Darstellung mit Berichten von Zeitzeugen, Reden von Politikern zur Gebietsreform, z.B. von Landrat August Franke oder Altbürgermeister Horst Gunkel. Er fügte seinem Buch auch eine Sammlung umfangreichen Pressematerials der Jahre 1970 bis 1974 hinzu.

„Vater der Gebietsreform“ kommt zu Wort

Am Ende des Buches kommt noch einmal derjenige zu Wort, den man als „Vater der Homberger Gebietsreform“ bezeichnen kann: Altbürgermeister Horst Gunkel. In einem Gespräch, das Joachim Bottenhorn mit dem Sozialdemokraten anlässlich der Erstellung der Chronik „750 Jahre Hombergshausen” führte, ist zu lesen (S. 202): „Als damaliger Homberger Bürgermeister habe ich mich für die Zusammenschlüsse werbend eingesetzt. Aber ich habe immer erfahren, wie viele menschliche Einzelschicksale mit betroffen waren. Ein ehemaliger Dorfbürgermeister ‚mit Leib und Seele‘ gab mir damals zu bedenken: ‚Herr Gunkel, sie wollen mich um mein Brot bringen.‘ Ich habe diesen Satz nie vergessen! Seitdem sind mehr als vierzig Jahre ins Land gegangen. Zusammenschlüsse mögen nützlich sein. Aber ich spüre den Wert des Einzelnen, des Individuellen.“

Die Chronik über die Gebietsreform von Joachim Bottenhorn ist für 25,00 Euro in der Buchhandlung Tittmann, Untergasse 5, erhältlich.

(di | red)



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