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Groppe überrascht bei den Landesmeisterschaften

Frankfurt. Bei den ersten Hessischen Meisterschaften in der Saison 2024 hatten sich fast 700 Athleten in den Altersklassen der Frauen, Männer sowie der Jugend U18 zur Teilnahme gemeldet. Dennoch prägten auch in diesem Jahr Licht und Schatten die Wettkämpfe der Aktiven.

Mit 25,83 Sekunden setzte sich Vivian Groppe deutlich im zweiten Vorlauf vor Svenja Sbrzesny (Eintr. Frankfurt, 26,52) durch und belegte in der Gesamtwertung einen unerwarteten vierten Platz. Foto: N.N. | ajw

Besondere Sorgen sollten den Verantwortlichen der Mangel an Klasse und Masse bei den Männern im Kugelstoßen bereiten, wobei bereits eine Leistung unter 12 Metern mit der Bronzemedaille belohnt wurde. Ähnlich war die Situation im Dreisprung, bei dem eine Weite von 12 Metern bereits für einen Platz auf dem Siegerpodest ausreichte. Bei den Frauen genügten im Stabhochsprung 2,10 Meter, um auf dem Treppchen zu stehen und als Dritte ausgezeichnet zu werden.

Wo steht die Leichtathletik nach dem Abitur?

Trotz dieser Herausforderungen gab es auch positive Aspekte, vor allem in den Laufwettbewerben, die mit hohen Teilnehmerzahlen und zum Teil mit starken Leistungen glänzten. Diese lassen Hoffnungen aufkommen, dass der HLV bei den deutschen Hallenmeisterschaften gut vertreten sein wird.

Einige U20-Athleten, die zu Beginn der neuen Saison aufgrund ihres Alters in die nächst höhere Klasse wechseln mussten, hatten es nicht einfach, sich an die veränderte Konkurrenz anzupassen, die teilweise deutlich älter und erfahrener ist. Zudem stellten die schwereren Wurf- und Stoßgeräte eine zusätzliche Herausforderung dar. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, welchen Stellenwert die Leichtathletik nach dem Abitur im Leben dieser Athleten einnimmt.

Unbefriedigende Trainingsmöglichkeiten

Für Vivian Groppe, die Sprinterin von der MT Melsungen, stellt sich diese Frage nicht. Die 19-Jährige, die im Frühjahr ihr Abitur ablegt und danach in den USA studieren wird, hat sich seit etwa einem Jahr mit den unbefriedigenden Trainingsmöglichkeiten arrangiert.

Vivian Groppe verpasste mit neuer Jahresbestzeit von 7,86 nur um 0,04 Sekunden das 60m-Finale der schnellsten hessischen Frauen. Foto: N.N. | ajw

„Seit März 2023 ist es mir nicht mehr möglich, im Melsunger Stadion zu trainieren, da es gesperrt ist. Zudem stellt das Hallentraining in unserem Verein schon seit Jahren ein Problem dar. Während nur kurze Antritte ohne Spikes durchführbar sind, ist ein Sprintausdauertraining auch im 20 km entfernten Großenritte nicht umsetzbar. Sofern es das Wetter zulässt, führe ich Langsprints auf der Landstraße durch“, erzählte die 19-Jährige.

Trotz dieser unbefriedigenden Trainingsmöglichkeiten startete sie bei den hessischen Hallenmeisterschaften. Entscheidend für diese Teilnahme war zu Beginn des Jahres ein 60m-Testrennen in Hannover, bei dem sie mit 7,96 Sekunden gestoppt wurde. Da sie mit dieser Zeit eine realistische Chance hatte, bei den Landesmeisterschaften den Zwischenlauf zu erreichen, entschied sich das Duo Groppe/Wagner für die Titelkämpfe in Frankfurt.

Platz 3 im Vorlauf

Von den 41 gemeldeten Sprinterinnen stellten sich 36 Athletinnen dem Starter. Vivian belegte im zweiten von fünf 60m-Vorläufen hinter der späteren Siegerin Malin Stavenow (Eintr. Frankfurt, 7,58) und Carolin von Sommerfeld (Haiger, 7,91) mit 7,94 Sekunden den dritten Platz. Sie verbesserte mit dieser Zeit ihre Jahresbestleistung von Hannover und erreichte auch einen der beiden Zwischenläufe, in dem sich jeweils die ersten vier für das Finale qualifizierten. Hier traf sie erneut auf Malin Stavenow, die als Siegerin mit 7,57 Sekunden souverän in das 60m-Finale einzog.

Den zweiten Platz sicherte sich Alisha Zwergel (ebenfalls Eintr. Frankfurt, 7,61) vor Carolin Schlung (Sprintteam Wetzlar, 7,64). Als Vierte schaffte es auch Melina Hofer (TV Gelnhausen) mit 7,82 Sekunden. Chayenne Tarhanis (Bad Sooden-Allendorf) belegte als schnellste nordhessische Sprinterin mit 7,85 Sekunden den 5. Platz.

Mit der neuen Jahresbestzeit von 7,86 Sekunden überraschte Vivian ein zweites Mal und verpasste das 60m-Finale nur um 0,04 Sekunden. „Ich hatte einen sehr guten Start und lag nach 40 Metern immer noch gut im Rennen. Für das Finish fehlte mir die nötige Kraft. Dennoch ziehe ich ein durchweg positives Fazit und bin insgesamt sehr zufrieden.“

Gerannt, was das Zeug hält

Am zweiten Meisterschaftstag wurden in sieben Zeitläufen die 200m-Landesmeisterin ermittelt. Im ersten Lauf setzte sich Lena Sonnabend (Lorsch) mit persönlicher Bestzeit von 26,03 Sekunden durch. Vivian hatte in dieser Hallensaison nur einen 200m-Lauf absolviert und stand mit 26,17 Sekunden nur auf Platz 14 der Meldeliste. Top motiviert stürmte sie auf der Außenbahn nach 25,83 Sekunden vor Svenja Sbrzesny (Eintr. Frankfurt, 26,52) über die Ziellinie.

„Ich bin gerannt, was das Zeug hält“, sagte sie im Ziel, als die Zeit bekannt gegeben wurde. Im dritten Lauf verdränte sie Jana Becker (Königstein, 25,33) auf Rang zwei. Die höher eingeschätzten Vanda Skupin-Alfa (Königstein) und Melina Höfer, die mit 25,57 bzw. 25,58 in der Meldeliste standen, blieben im vierten Zeitendlauf mit 25,85 bzw. 26,15 Sekunden hinter der Zeit von Vivian Groppe zurück.

Könnte Groppe doch besser trainieren

Auch Eva Duven-kamp aus Groß-Gerau, die mit einer Zeit von 25,42 gemeldet war, konnte mit 26,65 Sekunden nicht an ihre Leistung herankommen. Als Jule Tiltscher aus Wiesbaden den 6. Zeitendlauf mit 25,98 Sekunden gewonnen hatte, war klar, dass die auf dem zweiten Platz stehende Melsunger Langsprinterin mindestens den sechsten Platz sicher hatte, da nur noch ein 200m-Rennen gestartet wurde. Alisha Zwergel aus Frankfurt erfüllte ihre Favoritenrolle und sicherte sich den Meistertitel mit einer Zeit von 24,60 Sekunden. Sila Sönmezcicek aus Königstein erreichte mit 25,33 Sekunden den zweiten Platz und belegte in der Gesamtwertung Rang drei. Somit stand fest: Vivian Groppe wurde Vierte, trotz der bescheidenen Trainingsmöglichkeiten in und um Melsungen – was wäre wenn …?

Fast bis zum Schluss lieferte sich Niclas Dittmar ein packendes 200m-Duell mit Rasmus Isenbart (Eintr. Frankfurt, 22,95 sec.). Foto: N.N. | ajw

Dittmar läuft katastrophale Beschleunigung

Der Jugendliche Niclas Dittmar zahlte in Frankfurt sein Meisterschaftslehrgeld in der Männerklasse. Am ersten Tag blieb der MT-Sprinter im 60m-Vorlauf mit 7,46 Sekunden hinter den Erwartungen zurück. Nach einer guten Reaktionszeit verkrampfte er nach dem dritten Schritt und konnte mit einer katastrophalen Beschleunigung nur noch hinterherlaufen.

Auch am zweiten Meisterschaftstag lief es für den ehrgeizigen Jugendlichen über 200 Meter nicht so gut. Mit 23,23 Sekunden war er zwar schneller als vor Jahresbeginn in Hannover (23,56 sec.), aber am Ende fehlte mehr als eine halbe Sekunde um die Norm für die deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Dortmund zu knacken.

„Ich habe versucht, meine Geschwindigkeit sowie die Spannung bis ins Ziel zu halten, aber ich merkte, dass mir die Langsprints auf der Bahn fehlten, um wieder Zeiten unter 23 Sekunden zu laufen“, sagte Dittmar, der nächstes Jahr seine Gymnasialzeit mit dem Abitur abschließt.

Erster im Ziel, doch Norm verpasst

Laurens Albers, der talentierte Mittelstreckler der MT Melsungen, hatte sich vorgenommen, die Norm für die deutschen U20-Hallenmeisterschaften zu erfüllen. Dazu benötigte er im 800m-Lauf eine Zeit unter 1:59,20 Minuten. Im zweiten Zeitendlauf der Männer sah es zunächst so aus, als könnte Laurens die geforderte Norm erfüllen. Mit einem beeindruckenden Schlussspurt lief er vor Fabian Haag (Bad Soden/Neuenhain, 1:59,68) und Tobias Schulz (Eschenburg, 2:01,84 Min.) als Erster über den Zielstrich, aber mit seiner Zeit von 1:59,66 Minuten verfehlte er sein Ziel nur ganz knapp.

Mit dieser Spitzenzeit belegte Laurens Albers In der Gesamtwertung Rang acht. Bei den hessischen U20-Meisterschaften, die in zwei Wochen in Frankfurt ausgetragen werden, besteht für den Geschwister-Scholl-Schüler, der nebenbei noch ein starker Schachspieler ist, noch eine weitere Chance, seinen Traum zu verwirklichen und sich für die nationalen Titelkämpfe zu qualifizieren.

(ajw)



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