Wintergerstenernte auf hohem Niveau
Wiesbaden. Der Getreideernteertrag in Hessen zur Ernte 2026 ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil geblieben. Das liegt maßgeblich an den höheren Erträgen von Wintergerste. Die Erntemengen je Hektar der Sommerkulturen sanken dagegen. Das teilt das Statistische Bundesamt Destatis in Wiesbaden mit.

Der Ertrag an Wintergerste fällt in diesem Jahr höher aus als erwartet. Foto: Christina99999 | Pexels
Die Anbaufläche für Winterweizen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr, machte aber weiterhin knapp ein Drittel des hessischen Ackerlands aus.
Stabile Erntemengen
Zur Ernte 2026 sind in Hessen durchschnittlich 69,0 Dezitonnen Getreide je Hektar Getreideanbaufläche gedroschen worden. Das waren 1,3 Dezitonnen je Hektar weniger als im Vorjahr. Jedoch wurde der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 (66,8 Dezitonnen je Hektar) damit um 2,1 Dezitonnen übertroffen.
Dass die Getreideerträge insgesamt noch auf diesem Niveau liegen, resultiert aus stabilen Erntemengen je Hektar bei Winterweizen (72,6 Dezitonnen je Hektar) und vor allem bei Wintergerste (74,2 Dezitonnen je Hektar). Der Wintergerstenertrag überstieg damit den des Vorjahres um 3,2 Dezitonnen je Hektar und den Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 sogar um 8,5 Dezitonnen. Die Erträge der Sommerkulturen sanken allesamt unter die des Vorjahres und waren auch im sechsjährigen Mittel leicht unterdurchschnittlich.
Die Erntemenge für die Mähdruschfrüchte (ohne Körnermais) betrug zum Stichtag 20. August 2026 rund 1.831.300 Tonnen Getreide und rund 208.000 Tonnen Winterraps. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang um 4,5 Prozent bei Getreide und eine Zunahme von 6,1 Prozent bei Winterraps.
Mehr Anbaufläche für Winterraps, weniger für Winterweizen
Im Jahr 2026 bauten hessische Agrarbetriebe auf 142.900 Hektar Winterweizen an, das waren 6.100 Hektar weniger Anbaufläche als 2025. Dennoch waren über 30 Prozent des hessischen Ackerlands von insgesamt 456.500 Hektar mit Winterweizen bestellt. Der Anbauumfang von Winterraps erhöhte sich um 3.400 auf 54.900 Hektar. Wie im Vorjahr wurde insbesondere der Anbauumfang von Kartoffeln (3.700 Hektar) und Zuckerrüben (12.100 Hektar) weiter eingeschränkt. Nach dem Jahr 2015 (11.500 Hektar) war dies die geringste Zuckerrübenanbaufläche seit 1971.
47.400 Hektar oder gut 10 Prozent des Ackerlands wurden 2026 in Hessen nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das Anbauspektrum unterschied sich jedoch wesentlich von dem konventionellen Anbau. Lediglich 9.300 Hektar (knapp 7 Prozent) der Winterweizenanbaufläche wurden von ökologisch wirtschaftenden Betrieben bestellt, während die üblicherweise als Viehfutter genutzten Leguminosen (zum Beispiel Klee oder Luzerne) auf dem Ackerland zu zwei Dritteln von ökologisch wirtschaftenden Betrieben angebaut wurden.
Hinweise
Die nachgewiesenen Erträge werden bei Getreide auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 14,0 Prozent, bei Winterraps auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 9,0 Prozent umgerechnet, um eine Vergleichbarkeit unterschiedlicher Jahre gewährleisten zu können. Dies bedeutet, dass in trockenen Erntejahren mitunter mehr Erntemenge nachgewiesen wird, als auf den Höfen oder im Landhandel eingelagert wurde. Die Wintergerstenernte wurde 2026 mit einem durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von 12,7 Prozent und die Winterweizenernte mit einem durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von 12,1 Prozent gedroschen. Bei Winterraps betrug dieser im Jahr 2026 rund 6,0 Prozent.




