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MT gewinnt verdient das Hessen-Derby

franck-junillonKassel/Melsungen. Zwei Weltmeister machten den Unterschied zu Gunsten der MT Melsungen im Derby gegen die HSG Wetzlar. Mario Kelentric und Franck Junillon waren die Matchwinner beim 31:27 (16:8) der Nord- gegen die Mittelhessen vor 3.000 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle. Weil der Stamm-Halbrechte Daniel Valo nach dem Aufwärmen verletzungsbedingt passen musste, beorderte Robert Hedin Rechtshänder Franck Junillon auf dessen Position. Und genau das sollte sich später als einer der Schlüssel zum Erfolg herausstellen. Der französische Weltmeister hatte nach gut sechs Minuten zum 4:3-Zwischenstand bereits drei Treffer beigesteuert. Das lag aber auch an den flüssigen Ballstaffetten im Rückraum, wo sich Vladica Stojanovic mehr auf die Rolle als Schaltstation denn als Vollstrecker konzentrierte.

Ansonsten bot die Anfangsphase nur wenig Spektakuläres. Auf beiden Seiten wurden die Angriffe gut vorbereitet, wobei die Torhüter Mario Kelentric und Nikolai Weber wenig Gelegenheiten hatten, sich auszuzeichnen. Die erste Parade des Melsungers brachte durch Daniel Tellanders anschließenden schnellen Gegenstoß die erste zwei-Tore-Führung zum 5:3. Die war jedoch schnell wieder verspielt, denn zweimal innerhalb 60 Sekunden unterliefen Nenad Vuckovic simple Fangfehler. Den ersten nutzte Kevin Schmidt, den zweiten Avishay Smoler.

Nach 10 Minuten hatten die Melsunger ihre Anfangsnervosität abgelegt. Das Spiel lief rund, der Ball wanderte sicher durch die Reihen. Immer über die Schaltstation Stojanovic. Nur Savas Karipidis hatte noch Probleme, seinem Wachhund Schmidt zu entwischen. Weil auch Tellander links blass blieb, beschränkte sich das Kombinationsspiel auf den Rückraum unter immer stärker werdender Einbeziehung von Thomas Klitgaard am Kreis. Der Däne rackerte einmal mehr für zwei, schaffte Gassen für Vuckovic und Junillon, und warf fast nebenbei mit drei Treffern in Folge die MT mit 9:6 in Führung.

Wetzlar hatte in dieser Phase bereits große Probleme im Spielaufbau. Unter der Regie von Timo Salzer gelang es nicht, den nötigen Druck aufzubauen, um die makellos stehende Melsunger Deckung in Verlegenheit zu bringen. Volker Mudrow reagierte, ließ Salzer die Position von Sven-Sören Christophersen übernehmen. Der ehemalige Lemgoer hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, scheiterte mit seinen Versuchen ein ums andere Mal entweder am immer stärker werdenden Mario Kelentric oder aber schon am Block der Rot-Weißen. Alois Mraz versuchte sich als Spielmacher, konnte aber ebenfalls keine Akzente setzen. Knappe 17 Minuten waren gespielt, als Linksaußen Kevin Schmidt nach innen zog und seinen Rückraumkollegen zeigte, wie man auch per Sprungwurf erfolgreich sein kann.

Das sollte das letzte Offensiv-Lebenszeichen der Mittelhessen für eine lange Zeit sein. Denn bis zur Pause rannten sie vergeblich gegen die perfekt harmonierende 6:0-Deckung um Junillon und Klitgaard an. Und wenn doch ein Ball das Bollwerk passierte, stand da noch ein Mario Kelentric, der die Bälle magisch anzuziehen schien. Ganz im Gegensatz zu seinen Pendants gegenüber. Nikolai Weber musste seinen Platz nach 22 Minuten für Vladan Krasavac räumen, der aber auch kaum eine Hand an den Ball brachte. Das führte ganz zwangsläufig zu einem immer weiter anwachsenden Vorsprung der Hausherren. Robert Hedin konnte es sich früh leisten, seiner Stammformation Verschnaufpausen auf der Bank zu gönnen. Grigorios Sanikis kam und traf prompt zum 13:8. Felix Danner löste Klitgaard in der Abwehr ab, bekam aber für eine seiner ersten Aktionen sofort eine Bankstrafe. Kein Problem für die MT, denn selbst in Unterzahl hielt die Festung. Nicht einmal per Siebenmeter trafen die Gäste. Kelentric wehrte mit seiner zehnten Parade den Strafwurf von Schmidt ab, Stojanovic traf trotz Dezimierung. Volker Mudrow versuchte per Time-Out, seinen Spielern wieder Leben einzuhauchen. Doch der Effekt blieb aus. Im folgenden Angriff machte Christophersen sein halbes Dutzend an Fehlversuchen voll, Stojanovic angelte sich den Abpraller und bediente trotz fester Umklammerung durch einen Gegenspieler den längst gestarteten Savas Karipidis per Rückhandpass – Tor. Und praktisch mit dem Pausenpfiff setzte Thomas Klitgaard noch einen drauf zum 16:8. Die Wetzlarer waren nach 30 Minuten praktisch aus dem Spiel.

Volker Mudrow zog alle taktischen Register und stellte in der Halbzeit um. Die Spielmacherrolle übernahm der schon zum Ende der ersten Hälfte eingewechselte Chen Pomeranz, der gleich nach Wiederbeginn Alois Mraz mustergültig einsetzte – das erste Wetzlarer Tor seit einer vollen Viertelstunde. In der Defensive rückte Timo Salzer weit aus der Abwehr und engte die Kreise von Vladica Stojanovic ein, der eingewechselte Michael Allendorf spielte vorgezogen gegen Nenad Vuckovic auf Halblinks. Dazu kam Alois Mraz gelegentlich gegen Franck Junillon heraus. Was mitunter konfus und unkoordiniert aussah zeigte dennoch Wirkung. Salzer und Allendorf konnten Ballgewinne per Tempogegenstoß verwerten, Pomeranz traf aus dem Rückraum. Die leichte Verunsicherung vorn beeinflusste auch das Deckungsverhalten der Bartenwetzer, was zu Lasten der Leistung von Mario Kelentric ging. Exakt zehn Minuten bekam der Kroate nicht einen Ball zu fassen. In dieser Zeit holte die HSG drei Tore auf, ohne aber in der Vorwärtsbewegung wirklich zu überzeugen.

Mit einem wieder stärker werdenden Kelentric kam nach 40 Minuten auch die Sicherheit im Feld zurück. Robert Hedin sorgte zudem mit der Einwechslung von Grigorios Sanikis auf Linksaußen dafür, dass sich die Wetzlarer Abwehr wieder näher zum eigenen Kreis orientieren musste. Es waren mehrere Mosaiksteinchen, die das Spiel der Bartenwetzer stabilisierten und in der Folge den Abstand bei sechs bis sieben Toren konstant hielten. Eines der entscheidenden war Franck Junillon, der von den Gästen in keiner Phase in den Griff zu bekommen war. Der Weltmeister in Reihen der Nordhessen glänzte als Fels in der Abwehr, trat als Torschütze in Erscheinung oder setzte seine Kameraden in Szene.

Trotzdem hatte die MT Melsungen eine heikle Phase zu überstehen. Nach Junillons Tor zum 27:20 schlichen sich neun Minuten vor dem Ende im Gefühl des sicheren Sieges schon leichte Feierabend-Gedanken ein. Wetzlar schnupperte Morgenluft und kam, angeführt von ihren Besten im zweiten Durchgang, Chen Pomeranz, bis auf 28:25 heran. Doch auch in dieser Situation behielt Robert Hedin den Überblick und zog die grüne Karte zum Time-Out, um den Lauf der Gäste zu unterbrechen. Was prompt gelang. Direkt nach Wiederaufnahme der Partie legte Grigorios Sanikis hoch in den Kreis der HSG ab, und Franck Junillon vollendete den Kempa-Trick unhaltbar mit seinem schönsten Tor des Tages. Nenad Vuckovic machte 120 Sekunden vor Schluss mit dem 30:25 sprichwörtlich den Sack zu. Daran änderte auch das israelische Doppelpack von Smoler und Pomeranz nichts mehr. Der Schlusspunkt zum 31:27-Sieg im Hessenderby blieb schließlich Melsungens Grigorios Sanikis vorbehalten.

Stimmen zum Spiel
Volker Mudrow:
Der Sieg der MT ist auf Grund der ersten Habzeit verdient. Bis zum 8:6 verlief die Partie ganz normal, dann kam die Phase, in der Mario Kelentric sein Tor regelrecht zugenagelt hat, was Spiel entscheidend war. In der zweiten Halbzeit haben wir umgestellt und versucht das Spiel noch zu drehen. Vier Minuten vor Schluss waren wir beim 28:25 auch noch einmal dran und hatten die Chance, das Spiel noch enger zu machen oder sogar zu gewinnen. Aber die MT hat ganz ausgebufft zu Ende gespielt und auch die so genannten Bigpoints gemacht. Unter dem Strich haben wir das Spiel schon in der ersten Halbzeit verloren.

Robert Hedin: Ich bin natürlich froh darüber, dass wir die HSG in diesem Jahr mit 3:1 Punkten dominiert, und uns damit die inoffizielle Hessenmeisterschaft geholt haben. Aber noch wichtiger ist, dass wir jetzt vier Punkte vor der HSG liegen und tatsächlich noch den TV Großwallstadt vor uns angreifen können. Eigentlich sind wir mit einem riesigen Problem in die Partie gestartet, weil Daniel Valo mit einer Fußverletzung passen musste. Aber Franck Junillon hat das als Rechtshänder im rechten Rückraum hervorragend gelöst. Durch eine überragende Leistung von Mario Kelentric konnten wir früh auf 7, 8 Tore wegziehen, was das Spiel entschieden hat. Anfang der zweiten Hälfte hatten wir kurz Schwierigkeiten mit der 4:2-Deckung von Wetzlar, haben aber auch das in den Griff bekommen und das Spiel gut nach Hause gebracht. Trotz der starken Partie von Franck Junillon ist Daniel Valo aber nicht raus aus der Mannschaft. Er wird ganz sicher auch noch eine Chance bekommen. (lacht)

Rainer Dotzauer (Manager HSG Wetzlar): Der Ausfall von Valo war am Ende unser Pech, denn auf ihn hatten wir uns eingestellt. Sein Vertreter Junillon hat uns dann auseinander genommen. Das Ergebnis täuscht in meinen Augen sogar noch etwas über den wirklichen Abstand zwischen beiden Teams heute hinweg. Mit einem Erfolg hier hätten wir noch Zwölfter werden können. Aber jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, Platz 13 zu verteidigen.

Statistik

MT Melsungen – HSG Wetzlar 31:27 (16:8)

MT Melsungen: Kelentric (19 P.), Herold (n.e.); Junillon 9, Klitgaard 5, Valo (n.e.), Tellander 1, Tzimourtos (n.e.), Stojanovic 2, Treutler (n.e.), Danner, Sanikis 2, Karipidis 7/4, Vuckovic 5.
HSG Wetzlar: Krasavac (1 P.), Weber (4 P.); Schmidt 2, Smoler 5, Christophersen 1, Pomeranz 5, Salzer 5, Stanojevic, Allendorf 3, Jungwirth, Mraz 1, Chalkidis 4, Werum 1.
SR: Matthias Brauer (Hamburg) / Kay Holm (Hagen).
Zeitstrafen: 4 – 6 (Danner 24:40, Sanikis 38:26 – Werum 13:20, Chalkidis 20:46, Mraz 39:22).
Strafwürfe: 4/4 – 0/2 (Christophersen wirft über das Tor, 20:00; Schmidt scheitert an Kelentric, 24:43)
Zuschauer: 3.000 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:2 (5.), 6:5 (11.), 9:7 (16.), 12:8 (21.), 13:8 (26.), 16:8 (HZ), 16:9 (31.), 18:12 (36.), 20:15 (40.), 24:17 (45.), 26:19 (49.), 28:22 (52.), 28:24 (55.), 29:25 (57.), 31:27 (EN)



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