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MT mit Kampf und Leidenschaft zum Derbysieg

Kassel/Melsungen. Ein vorweihnachtliches Geschenk machte die MT Melsungen ihren Fans und nicht zuletzt sich selbst beim 30:27 (17:13) gegen die HSG Wetzlar vor 3.005 begeisterten Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle. Alexandros Vasilakis spielte trotz immer noch dick bandagierter linker Wurfhand von Beginn an auf Halbrechts, während in der Mitte Grigorios Sanikis das Vertrauen seines Trainers Ryan Zinglersen bekam. Daneben positionierte sich Franck Junillon, so dass für den zuletzt starken Nenad Vuckovic erst einmal nur der Platz auf der Bank blieb. Doch schon nach zwei Minuten durfte der Serbe als Siebenmeterschütze aufs Feld. Ivan Brovka war gefoult worden, und Vuckovic  verwandelte zum Ausgleich – zuvor hatte Sven-Sören Christophersen zur Gästeführung getroffen.

In den Anfangsminuten war es fast ein offener Schlagabtausch, den sich beide Teams lieferten. Mit Vorteilen für die HSG zunächst, die in Jungnationalspieler Christophersen ihren auffälligsten Akteur hatte. Der 24-Jährige nutzte anfängliche Defensivschwächen der Hausherren, und beschaffte sich die nötigen Räume durch geschicktes Kreuzen vor der Abwehr sowie ein feines Zusammenspiel mit Timo Salzer. Eine herrliche Kombination der beiden eröffnete Salzer die Chance zur nächsten Führung. Doch Mario Kelentric war gleich hellwach und parierte spektakulär gegen den durchstoßenden HSG-Regisseur. Wie auch Momente später gegen Christophersen aus dem Rückraum, der aber dafür im Nachwurf doch noch erfolgreich war. Vasilakis hatte gepatzt und seinem Ärger darüber in einem wütenden Schrei Luft gemacht. Dafür war der Linkshänder in den Folgeminuten überhaupt nicht mehr zu halten. Mit einem Doppelschlag brachte er seine Farben mit 3:2 erstmals in Führung und ließ fortan auch hinten kaum noch etwas anbrennen. Auch die Treffer fünf und sechs gingen auf sein Konto.

Dass sich Melsungen trotz guter Angriffsleistung nicht absetzen konnte lag in erster Linie an der zu braven Abwehr. Timo Salzer und Sven-Sören Christophersen wirbelten vor allem den Innenblock der MT immer wieder mächtig durcheinander und trafen häufig über die Mitte. Dabei überzeugte das Spiel über die erste und zweite Welle, gegen das zunächst kein Kraut gewachsen war. Melsunger Führungen wurden meist innerhalb kürzester Zeit ausgeglichen. Wie beim 6:6 durch Timo Salzer oder beim 7:7 durch Kevin Schmidt, die nur zwölf beziehungsweise fünfzehn Sekunden nach dem jeweiligen Rückstand egalisierten. Trotzdem konnten sich die Nordhessen wieder leicht Luft verschaffen und mit einem glänzend aufgelegten Mario Kelentric zwischen den Pfosten auf 9:7 stellen. Gästetrainer Michael Roth reagierte und brachte Vladan Krasavac für seinen glücklosen Keeper Nikolai Weber, der bis dahin nur zwei Bälle abgewehrt hatte.

Auch auf Melsunger Seite wurde gewechselt. Nenad Vuckovic kam und übernahm die Mittelposition, während Grigorios Sanikis für Franck Junillon auf Halblinks wechselte. Was zunächst einmal für mehr Verwirrung in den eigenen Reihen sorgte als dass es den Gegner beeindruckt hätte. Wetzlar nutzte diese Findungsphase der MT geschickt und kam wieder zum Ausgleich. Profitierte dabei aber in einigen Szenen auch vom Glück. So als Mario Kelentric zwar den Siebenmeter von Kevin Schmidt an den Pfosten lenken konnte, der aber den Abpraller erwischte und im Nachwurf erfolgreich war. Erst mit leichter Verspätung griff die Maßnahme von Zinglersen. Und auch erst, als Vuckovic und Sanikis die Plätze tauschten und sich der Serbe auf Halblinks warm spielen konnte. Alex Vasilakis trat in diesen Minuten wieder auf den Plan, machte seinen dritten Doppelpack des Abends zum 13:11 und 14:12. Und als Kelentric gegen Salzer Sieger blieb und Dimitrios Tzimourtos kurz darauf zum 15:12 erfolgreich war, schien es, als sei der Widerstand der Mittelhessen gebrochen. Auch weil in der Deckung kurzzeitig auf eine 3:2:1-Formation, mit Tzimourtos vorgezogen gegen Salzer, umgestellt wurde, gegen die nur der mittlerweile bei Wetzlar eingewechselte Petar Djordjic ein Mittel fand. Einmal konnte er verkürzen, beim zweiten Durchbruch verhinderte der Pfosten einen weiteren Erfolg des Youngsters. Besser machten es Ivan Brovka und Grigorios Sanikis, die noch vor dem Wechsel auf vier Tore Differenz erhöhten.

Nach der Pause schien die MT zunächst an die starke Leistung direkt vor der Halbzeit anknüpfen zu können. Auch wenn Michael Roth nun die HSG-Abwehr auf 5:1 umgestellt hatte, und Michael Allendorf seine vorgezogene Position sofort zu einem Ballgewinn und dem Anschlusstreffer zum 17:14 nutzte. Avishay Smoler konnte noch einmal verkürzen, dann wirbelte wieder Melsungen. Mit ganz viel Übersicht des einmal mehr großartig aufspielenden Grigorios Sanikis, der auch ohne viele eigene Torerfolge eine herausragende Leistung ablieferte. Dafür waren seine Anspiele umso effektvoller. Wie beim 19:15 durch Danner auf Pass des Griechen. Die Gäste hingegen setzten weiter auf stramme Würfe aus dem Rückraum. Nur hatte sich Mario Kelentric darauf inzwischen eingestellt, und auch die Zusammenarbeit mit seinen Vorderleuten klappte immer besser. So schien es, als sei das 20:15 durch Nenad Vuckovic eine Art Vorentscheidung. Zumal Kelentric den nächsten Versuch von Christophersen nicht nur abwehrte, sondern glatt fing.

Doch plötzlich  wurde es nickelig auf dem Feld. Das bis dahin absolut faire Spiel ohne jede Zeitstrafe war zu Ende, und mit Änderung der Wetzlarer Gangart verloren auch die Unparteiischen etwas ihren bis dahin kritikfreien Faden. Auslöser der unschönen Szenen waren mit Daniel Valo und Giorgos Chalkidis ausgerechnet die zwei Ex-Melsunger auf Seiten der Mittelhessen. Erst holte Valo den durchgebrochenen Ivan Brovka mit rüdem Griff in den Wurfarm von den Beinen, was ihm zum Missfallen der Zuschauer nur die gelbe Karte einbrachte. Immerhin verwandelte Vuckovic den fälligen Strafwurf zum 21:16. Im nächsten Angriff der HSG provozierte Chalkidis erst Felix Danner und Franck Junillon durch Rempler, bevor er an Alexandros Vasilakis abprallte und zu Boden ging. Die Folge waren die ersten zwei Minuten Strafzeit des Spiels, allerdings gegen Vasilakis. Das entstandene Durcheinander nutzte Avishay Smoler sofort – 21:17. Ivan Brovka sollte ihn dabei jedoch behindert haben und musste ebenfalls vom Feld. Mit vier Feldspielern gegen sechs brachte Vuckovic den Ball nicht an Krasavac vorbei. Wieder lief Smoler den Gegenstoß und sprang geradewegs in den noch schneller zurückgeeilten Vuckovic hinein. Statt auf Stürmerfoul entschieden die Schiedsrichter jedoch auf Siebenmeter für Wetzlar, was Grigorios Sanikis mit einem Fluch kommentierte. Auch hier die völlig überzogene Entscheidung: zwei Minuten Strafe für den MT-Spielmacher. Da waren es mit Vuckovic, Junillon und Tzimourtos nur noch drei Melsunger, die der HSG in Vollbesetzung entgegenstanden.

Wetzlar reagierte richtig, ließ sich von der aufkommenden Hektik überhaupt nicht beeinflussen. Michael Allendorf verwandelte den Strafwurf sicher. Im Gegensatz dazu die Bartenwetzern. Da kam Vasilakis zurück aufs Feld und bekam sofort ein angebliches Stürmerfoul gepfiffen. Christophersen bedankte sich prompt mit dem 21:19. Danach noch einmal Vasilakis. Der wurde von Allendorf klar behindert, setzte sich aber trotzdem durch und traf. Doch statt zur Mitte zeigten die Unparteiischen auf den Ort des Foulspiels durch Allendorf. Nur Freiwurf für die MT, den Vorteil genommen. Strafe für den Sünder indes Fehlanzeige. Das Publikum tobte, die Halle glich einem Hexenkessel. Nur einer blieb in dieser hitzigen Amosphäre eiskalt: ganz abgebrüht nutzte Kevin Schmidt zwei Möglichkeiten kompromisslos zum Ausgleich für Wetzlar. Nach 45 Minuten begann das Spiel praktisch wieder von vorn.

Bezeichnend für die unglaubliche kämpferische Einstellung der Nordhessen an diesem Abend war, dass sie weder von diversen Benachteiligungen, noch vor dem eigenen Wurfpech kapitulierten. Im Gegenteil, Melsungen übernahm wieder das Ruder. Nenad Vuckovic besorgte mit zwei Treffern die nächste Führung, bevor Daniel Valo sein erstes und gleichzeitig letztes Tor an alter Wirkungsstätte gelang. Der Slowake erreichte zu keiner Zeit Normalform. Und stand über 60 Minuten ganz klar im Schatten seines Nachfolgers Alexandros Vasilakis, der postwendend mit seinem siebten Treffer zum 24:22 konterte.

Bis um 26:24 durch den besten Wetzlarer, Avishay Smoler, blieben die Gäste weiter in Schlagdistanz. Dann zog die MT das Tempo noch einmal kräftig an. Zwei wunderschöne Anspiele leiteten die Entscheidung ein. Erst bediente Grigorios Sanikis einmal mehr mustergültig Felix Danner am Kreis, dann leitete Nenad Vuckovic einen Sanikis-Pass über den Kopf blind weiter zu Daniel Tellander, der acht Minuten vor Schluss für Ivan Brovka die linke Außenbahn übernommen hatte. Beide Spielzüge endeten in Torerfolgen, was Melsungen entscheidend auf 28:24 nach vorn brachte. Als dann auch noch Mario Kelentric das letzte Wetzlarer Aufbäumen mit zwei klasse Paraden zunichte machte, stand die Halle kopf. Noch einmal durfte ein weiteres Traumanspiel von Sanikis auf Danner bejubelt werden, dann trudelte das Derby aus. Die HSG durfte noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, während sich die MT-Spieler feiern ließen.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth:
Glückwunsch an die MT Melsungen zum verdienten Sieg. Nach so einem Spiel ist man immer hin und her gerissen. Einerseits war es ein tolles Derby, andererseits war Melsungen heute auf jeder Position individuell einfach besser besetzt, bis hin zum Torhüter. Wir haben nach der Pause umgestellt auf eine 5:1-Deckung und kamen dadurch auch besser ins Spiel. Aber nachdem wir wieder dran waren konnten wir leider nichts mehr nachlegen. Daniel Valo sucht immer noch seine Form und hatte heute, wie auch Timo Salzer und Sven-Sören Christophersen, nicht seinen besten Tag.

Ryan Zinglersen: Wir haben von Anfang an viel Herz mit ins Spiel gebracht. Mit so einer Einstellung ist es natürlich dann einfacher, eine solche Partie zu spielen. Das Spiel hat einfach alles gehabt, was man sich unter einem Derby vorstellt. Wir hatten dabei nur sieben technische Fehler im ganzen Spiel, und allein in der ersten Halbzeit das Wetzlarer Spiel 21 Mal unterbrochen. Aber das kommt eben heraus, wenn man so unglaublich diszipliniert spielt wie meine Mannschaft heute. Die Stimmung in der Halle war auch toll, und so sind die zwei Punkte gegen Wetzlar ein tolles Weihnachtsgeschenk für uns alle und die Zuschauer. Glückwunsch für diese Leistung an mein Team!

Statistik

MT Melsungen – HSG Wetzlar 30:27 (17:13)

MT Melsungen: Kelentric (18 P.), Lechte (n.e.); Brovka 1, Schöngarth (n.e.), Junillon 3, Klitgaard, Tellander 1, Tzimourtos 3, Vasilakis 8, Treutler (n.e.), Danner 3, Sanikis 3, Aagaard (n.e.), Vuckovic 8/5

HSG Wetzlar: Krasavac (9 P.), N.Weber (2 P.); Schmidt 7/1, S.Weber, Smoler 3, Christophersen 7, Salzer 3, Valo 1, Allendorf 2/1, Jungwirth, Mraz, Djordjic 1, Schneider, Chalkidis 3, Werum

SR: Ralf Damian (Bingen) / Frank Wenz (Mainz)

Zeitstrafen: 8 – 6 (Vasilakis 39:01, Brovka 39:44, Sanikis 40:32, Klitgaard 50:52 – Salzer 45:55, Christophersen 50:52, Djordjic 55:52)

Strafwürfe: 5/5 – 3/2 (Schmidt scheitert an Kelentric, 18. Min)

Zuschauer: 3.005 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 1:1 (3.), 2:2 (6.), 5:3 (9.), 6:5 (12.), 8:7 (15.), 9:9 (18.), 12:11 (21.), 13:12 (24.), 15:12 (27.), 17:13 (HZ);
18:15 (33.), 20:15 (36.), 21:16 (39.), 21:19 (42.), 22:21 (45.), 23:21 (48.), 25:23 (51.), 27:24 (54.), 29:25 (57.), 30:27 (EN)



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