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MT Melsungen muss zum Meister

Kiel/Melsungen. Am 23. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga reist die MT Melsungen an die Ostsee. In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt wartet am Mittwoch, 23. Februar, der amtierende Deutsche Meister THW Kiel. Anwurf in der Sparkassen-Arena ist um 20.15 Uhr. Das Reiseziel hört sich für Binnenländer wie ein Urlaubstrip an, doch auf die Handballer der MT Melsungen warten wohl eher Mühsal und Qual. Dabei dürfte die 450 Kilometer lange Busfahrt, die am Spieltag schon um 8 Uhr in Melsungen beginnt, noch eher zum angenehmeren Teil dieses Auswärtsspiels gehören.

Denn auf dem Hallenparkett der Kieler Sparkassen-Arena, eingefleischten Handballfans eher als Ostseehalle bekannt, wurden die rotweißen Bartenwetzer von den schwarzweißen Zebras bislang stets überrannt. So ist auch diesmal zu befürchten, dass es für Vuckovic & Co im hohen Norden wenig zu holen gibt.

Auch wenn die Übermannschaft der vergangenen Jahre (die letzten sechs Meisterschalen in Folge wanderten nach Kiel, insgesamt sind es damit 16!) das Geschehen in der aktuellen Bundesligasaison mal nicht von der Tabellenspitze aus dominiert, so gehört der THW nach wie vor zu den stärksten Handballclubs überhaupt. Die 17. Meisterschaft haben die Nordlichter auch in Anbetracht von fünf Punkten Rückstand auf den HSV Hamburg noch nicht abgeschrieben. Im DHB-Pokal müssen „nur“ noch die Füchse Berlin aus dem Weg geräumt werden, dann ist die Teilnahme am FinalFour gesichert. Und in der Championsleague haben die Kieler am Wochenende durch den Sieg in Chambery vorzeitig das Achtelfinale erreicht. Insofern dürfte für sie die Bundesligapartie am Mittwoch gegen den Tabellendreizehnten aus Nordhessen nur eine Formsache sein. Oder etwa nicht?

Berlin ist nicht Kiel – im Handball schon ganz und gar nicht. Dennoch hat die MT am vergangenen Samstag durch das in letzter Sekunde erkämpfte 22:22-Remis gegen die Füchse einen Achtungserfolg gelandet. Die Tatsache, dem Tabellendritten Paroli geboten zu haben, lässt die Melsunger zumindest nicht ganz ohne Mut gen Norden reisen. „In Kiel etwas zu holen, ist für jede Mannschaft unglaublich schwer“, weiß Michael Roth aus seiner langjährigen Erfahrung als Bundesligatrainer. „Aber“, so der MT-Coach, „wir fahren selbst als krasser Außenseiter nicht diese weite Strecke, um am Zielort einfach so die Punkte abzuliefern. Sondern wir wollen es dem THW so schwer wie möglich machen“. Roth steht in Kiel die gleiche Besetzung zur Verfügung, wie zuletzt gegen Berlin. Das heißt Kreisläufer Felix Danner (Außenbandriss) und Rückraum-Allrounder Predrag Dacevic (Meniskusanriss) sind verletzungsbedingt nicht dabei. Ob der nach wie vor durch seine Bauchmuskelverletzung gehandicapte Grigorios Sanikis eingesetzt wird, wird sich erst vor Ort zeigen. Mit im Aufgebot steht jedoch auch wieder Torwart Vitali Feshchanka, der gegen Berlin sein Debüt im MT-Dress zeigte und zum Einstand gleich einen Strafwurf entschärfte.

In Kiel bekommen es die MT-Cracks gleich mit mehreren Ausnahmekönnern zu tun. Die Zebraherde – trainiert in der dritten Saison von Alfred Gislason – wird angeführt von Welthandballer Filip Jicha. Der Tscheche präsentierte sich gerade erst wieder in Chambery mit neun Toren in absoluter Topform. Ihm standen kaum nach seine beiden Mannschaftskameraden Thierry Omeyer (Tor) und Jerome Fernandez (Rückraum), die erst vor Kurzem mit Frankreich erneut Weltmeister wurden. Gut drauf zu sein scheint derzeit auch die THW-Flügelzange Christian Sprenger (rechts) und Dominik Klein (links). Am Kreis droht der MT-Abwehr höchste Gefahr von Marcus Ahlm und aus dem Rückraum von Akteuren wie Aron Palmarsson, Momir Ilic oder Christian Zeitz. Über mangelnde Arbeit wird sich die MT-Defensive wohl nicht beklagen müssen. Apropos: Gut möglich, dass MT-Trainer Roth die Defensive zumindest zeitweise in eine Offensive umwandelt. Das hat ja schließlich schon gegen die Füchse ganz gut funktioniert.

Das Spiel gegen den THW Kiel bildet für die MT Melsungen übrigens den Auftakt zu einer hammerharten vierteiligen Auswärtsserie. Eine Woche später heißt es „ab nach Eppelheim!“ Dort steht das Viertelfinale im DHB-Pokal gegen die Rhein-Neckar Löwen auf dem Programm. Drei Tage danach führt die Reise nach Göppingen und weitere zehn Tage später geht es quer durch die Republik wieder Richtung Norden, zur SG Flensburg-Handewitt. In Anbetracht der hochkarätigen Gegner – die vier Kontrahenten sind unter den Top-Sechs der Tabelle zu finden – könnte diese Auswärtsrunde für die MT schlimmstenfalls zur „Tour der Leiden“ werden. Dabei wird Trainer Roth auch in Anbetracht des jüngstens (Teil-) Coups gegen Berlin nicht müde, an die ernste Lage zu erinnern: „Wir liegen zwar derzeit auf Rang 13, stecken aber nach wie vor mitten im Abstiegskampf. Da ist jedes Pünktchen, was man unterwegs auflesen kann, sehr willkommen.“ Erst am 20. März darf sich das Team um Kapitän Mario Kelentric wieder in heimischen Gefilden tummeln. Dann kommt der TV Großwallstadt nach Kassel. (Bernd Kaiser)

Schiedsrichter in Kiel:
Ralf Damian / Frank Wenz (Bingen / Mainz); DHB-Spielaufsicht: Wolfgang Gremmel.

Bisherige Bundesligavergleiche:
28.09.2010    MT Melsungen – THW Kiel    23:32
30.12.2009    THW Kiel – MT Melsungen    32:18
05.09.2009    MT Melsungen – THW Kiel    25:35
25.03.2009    THW Kiel – MT Melsungen    42:35
11.10.2008    MT Melsungen – THW Kiel    32:39
26.12.2007    MT Melsungen – THW Kiel    31:36
25.08.2007    THW Kiel – MT Melsungen    39:28
07.03.2007    MT Melsungen – THW Kiel    31:46
08.11.2006    THW Kiel – MT Melsungen    43:22



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