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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

4.800 Metall-Beschäftigte für sichere und faire Arbeit

Kassel. An dem Aktionstag der IG Metall Nordhessen für eine wirksame Begrenzung der Leiharbeit haben am Donnerstag rund 4.800 Beschäftigte teilgenommen. Zunächst waren am Vormittag rund 2.000 Teilnehmer aus den Betrieben der Kasseler Industriegebiete Mittelfeld und Bettenhausen auf die Straße gegangen. Mittags nahmen rund 1.800 Menschen an Versammlungen im Volkswagenwerk in Baunatal teil. Weitere eintausend Menschen nahmen an Kundgebungen und Versammlungen in den Landkreisen teil, unter anderem rund 250 Menschen bei Continental in Bebra, 150 bei Osborn International in Burgwald und 35 bei Pacoma in Eschwege.

Dietzel: „Endlich eine klare Grenze ziehen“
„Wir fordern die Regierungsparteien auf, bei der Leiharbeit endlich eine klare Grenze zu ziehen“, sagte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, vor rund 1.500 Menschen bei der Kundgebung in der Wiener Straße in Kassel. Dietzel forderte den gleichen Lohn für Leiharbeiter und Stammbeschäftigte ab dem ersten Einsatztag. „Der Missbrauch der Leiharbeit zugunsten der Unternehmesgewinne muss aufhören“, sagte Dietzel unter dem Applaus der Teilnehmer.

Dietzel betonte, die IG Metall sei nicht grundsätzlich gegen Leiharbeit. „Zur Deckung von Auftragsspitzen ist das okay, wenn auch die
Leiharbeitnehmer den gleichen Lohn erhalten, wie die Stammbelegschaft“, sagte er. Wenn aber die Leiharbeit von immer mehr Betrieben eingesetzt werde, um Kosten zu sparen und das Unternehmensrisiko auf die Beschäftigten abzuwälzen, müsse die Politik eingreifen.

Immense Altersarmut befürchtet
Eine stärkere Regulierung der Leiharbeit ist nach Ansicht der IG Metall auch nötig, um eine immense Altersarmut zu verhindern.
„Wer 1.100 Euro brutto verdient, der lebt haarscharf an der Armutsgrenze und kann nicht zusätzlich für das Alter vorsorgen“, sagte Dietzel. Die von den Unternehmen durch den Einsatz von Leiharbeit erhöhten Gewinne stammten dabei zudem zum Teil aus den Taschen der Steuerzahler. Denn ein Achtel der Leiharbeitnehmer bekommen laut IG Metall vom Staat Wohngeld, weil sie sonst zu wenig Geld haben, um ihr Leben überhaupt zu bewältigen.

Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen in Baunatal, Renate Müller, warnte vor einem verstärkten Missbrauch der Leiharbeit ab dem 1. Mai 2011, weil ab diesem Zeitpunkt die Leiharbeit ohne Einschränkung grenzüberschreitend eingesetzt werden darf. „Wenn der Gesetzgeber nicht eingreift, wirddann noch mehr reguläre und gesicherte Beschäftigung durch Leiharbeit ersetzt werden“, warnte Müller. Die Zahl der Leiharbeitnehmer habe sich in den letzten Jahren verdreifacht. „Das ist jetzt schon zu viel, das muss aufhören!“, sagte Müller.

Politik muss verhindern, dass Deutschland Niedriglohnland wird
Dietzel rief die Bundesregierung auf, die Leiharbeit endlich wirksam zu begrenzen. „Wir beobachten, dass neben den großen Unternehmen selbst kleine Handwerksbetriebe schon damit anfangen, Leiharbeiter einzustellen – es wird immer gesellschaftsfähiger.“ Deshalb müsse die Politik nun dafür sorgen, dass Leiharbeit tatsächlich nur bei Auftragsspitzen und auch dann nur zu fairen Bedingungen eingesetzt werde. „Sonst verkommt Deutschland endgültig zum Niedriglohnland“, sagte Dietzel. (red)



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