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Reichskristallnacht – Gedenktafel in Guxhagen enthüllt

Guxhagen. Die Gemeinde Guxhagen erinnert mit einer großen Metallplatte an den düsteren Teil seiner Geschichte. Sie ist Dr. med. Lilli Jahn gewidmet, die während der Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin verfolgt, in der Breitenau inhaftiert und schließlich imu Konzentrationslager Auschwitz-Birkena ermordet wurde. Ehrengast Dr. Martin Doerry las aus den Briefen seiner Großmutter Jahn, die diese aus der Haft in der  Breitenau zwischen September 1943 und März 1944 an ihre damals in Kassel wohnhaften Kinder schrieb. „Mit dem Gedenken an Lilli Jahn möchten wir – auf dem Platz vor der ehemaligen Synagoge – auch an die vielen Frauen, Männer und Kinder der ehemaligen jüdischen Gemeinde Guxhagen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden“, erklärte Bürgermeister Edgar Slawik bei der Enthüllung der Gedenktafel.

Gerhard Kakalick erinnerte bei seinem Hinweis auf den 9. November 1938 an die gemeinsame Verantwortung für die Beachtung der Menschenrechte. Er hatte als Vorsitzender der Guxhagener Gemeindevertretung durch Gespräche mit Nachkommen von Lilli Jahn maßgeblich dafür geworben und erreicht, dass der Platz seinen neuen Namen erhalten konnte. Der Leiter der Gedenkstätte Breitenau, Dr. Gunnar Richter brachte in Erinnerung, das die Gemeinde regelmäßig am 9. November an die Schicksale der ehemaligen Jüdischen Gemeinde Guxhagen erinnert habe. Er verwies auf ein Faltblatt, dass in einer Box neben dem Eingang zum Synagogengebäude zu finden sei. Dr. Richter erwähnte in seinen Ausführungen, dass Lilli Jahn fast täglich in einer Gefangenen-Kolonne durch Guxhagen zum Bahnhof geführt worden sei, um bei der Firma Braun in Spangenberg zu arbeiten.  Ihr Schicksal sei aber über viele Jahre hinweg nicht bekannt gewesen.

Währen der anschließenden Feierstunde las der Ehrengast aus den ergreifenden Briefen. Die Geistlichen der evangelischen Pfarrämter Guxhagen-Breitenau 1 (Frithjof Tümmler) und Breitenau 2 (Ulrike Grimmell-Kühl) beleuchteten die theologisch-ethischen Aspekte. Tümmler brachte Elisabeth von Thadden im Widerstand gegen das Nazi-Regime in Erinnerung.

Am Rande der Veranstaltung kam es – beide kannten sich bis dahin nur aus schriftlicher Korrespondenz – zu einer persönlichen Begegnung des beim Spiegelverlag in Hamburg als stellvertretender Chefredakteur tätigen Doerry und Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, dessen Anwesenheit persönliches Interesse erkennen ließ. (rho)



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