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Zehn Jahre Regionalmanagement – Nordhessen zieht positive Zwischenbilanz

Kassel. Vor zehn Jahren wurde nach einer von Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch initiierten regionalpolitischen Konferenz die Regionalmanagement Nordhessen GmbH gegründet. Seither hat sich sehr viel getan: „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Nordhessen ist heute so hoch wie niemals je zuvor“, sagte Posch auf der „Zweiten Zwischenbilanzkonferenz Nordhessen“, zu der am Freitag rund 250 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft nach Kassel kamen. Regionalmanager Holger Schach führte die außerordentlich positive Entwicklung Nordhessens auch auf die vom Regionalmanagement geknüpften Netzwerke zurück. Im Rahmen der Konferenz wurde auch das neue „Leitbild Nordhessen 2022“ vorgestellt: „Danach soll sich Nordhessen in zehn Jahren zu einer der attraktivsten europäischen Ideen- und Innovationsregionen entwickelt haben“, sagte Stefan Reuß, Landrat des Werra-Meißner-Kreises und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Regionalmanagement Nordhessen GmbH.

Schon jetzt sei vor allem die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erfreulich, so der Minister. Die Arbeitslosigkeit sei in Nordhessen überproportional gesunken, so dass die Arbeitslosenquote sich kaum noch vom Landesdurchschnitt unterscheide. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei seit 2005 überdurchschnittlich angestiegen. 77 Prozent davon seien Vollzeit-Beschäftigte. Die gute Entwicklung führte Posch auch auf den relativ höheren Industrieanteil in Nordhessen zurück. Nordhessen sei in Hessen die Industrieregion Nummer eins mit einer sehr modernen, innovativen Industrie. Das verarbeitende Gewerbe investiere in Nordhessen je Beschäftigten 20 Prozent mehr als im Durchschnitt. Der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss sei gegenüber dem Jahr 2000 um 44 Prozent gestiegen. Dies belege das hohe Innovationstempo der nordhessischen Wirtschaft.

Zu der guten Entwicklung beigetragen habe auch das Land mit seiner Investitions- und Förderpolitik, so Posch weiter. Als wichtige Maßnahmen nannte er den Ausbau der Autobahnen, die Regiotram, den Flughafen Calden, die Erschließung von Gewerbeflächen und die Konversion ehemaliger Militärareale. Besonders hob Posch den Ausbau der wissenschaftlichen Infrastruktur an und rund um die Universität Kassel hervor. Allein im Hochschulausbauprogramm HEUREKA würden bis 2022 rund 200 Millionen Euro für die Universität Kassel bereitgestellt. Hinzu kämen Fördermittel des Wirtschaftsministeriums für ein Science Park Center und ein Institut für dezentrale Energietechnologien. Als ebenso wichtig bezeichnete der Minister aber auch die Investitionen des Landes für die Museumslandschaft Kassel mit ebenfalls 200 Millionen Euro und die Förderung des Landes beim Ausbau der touristischen Infrastruktur etwa in Bad Wildungen oder in Bad Sooden-Allendorf.

Holger Schach als Geschäftsführer der von der Stadt Kassel, den fünf nordhessischen Landkreisen und den Organisationen der Wirtschaft im Jahr 2002 gemeinsam gegründeten Regionalmanagement Nordhessen GmbH zog ebenfalls eine positive Bilanz der bisher geleisteten Arbeit. Besonders hob er die gut funktionierenden Cluster-Netzwerke hervor. „In den Wachstumsfeldern Mobilität, Dezentrale Energien, Tourismus und Gesundheit haben wir in den letzten Jahren eine Vielzahl gemeinsamer Aktivitäten organisiert und Kooperationen aufgebaut, die zu insgesamt mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätzen beigetragen haben“, sagte Schach. So kam es laut Schach in den vergangenen zehn Jahren allein im Bereich Mobilitätswirtschaft zu 80 Neuansiedlungen mit einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro und 7.000 Arbeitsplätzen. Er verwies zudem darauf, dass die Regionalmanagement Nordhessen GmbH selbst seit 2002 rund 19 Millionen Euro in insgesamt über 250 Projekte investiert hat. „Nordhessen präsentiert sich inzwischen auch geschlossen im Wettbewerb der Regionen, im Tourismus sogar unter einer eigenen Dachmarke“, so Schach.

Nach Vorträgen von Universitätspräsident Professor Dr. Rolf-Dieter Postlep und dem Leiter der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur, Dr. Frank Martin, stellten im zweiten Teil der regionalpolitischen Tagung Landrat Stefan Reuß als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier als Aufsichtsratsvorsitzender des Regionalmanagements das „Leitbild Nordhessen 2022“ vor. Dieses Leitbild war in mehreren Workshops gemeinsam erarbeitet und Anfang Dezember 2011 vom Aufsichtsrat des Regionalmanagements verabschiedet worden. Nordhessen will danach in zehn Jahren eine der attraktivsten europäischen Ideen- und Innovationsregionen sein. Mobilität und Logistik, Energie, Tourismus sowie Gesundheit sollen die tragenden Säulen der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sein. Reuß und Lohmeier bezeichneten die Leitbilddiskussion als notwendigen Impuls, um zu verhindern, dass die Region sich auf dem Erreichten ausruht.

Minister Posch sagte der Region auch für die Zukunft die Unterstützung der Hessischen Landeregierung zu. Die regionale Entwicklung sei eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe. Posch: „Das Land versteht sich in dieser Gestaltungsaufgabe als Partner der Region, bringt sich mit eigener Stimme und Meinung in die Diskussion ein und unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten das, was die Region in Gang bringt“.

Unterlagen zu der Zwischenbilanzkonferenz einschließlich des ausführlichen Leitbildes werden im Internet unter http://www.regionnordhessen.de/Zweite-Zwischenbilanzkonferenz.3189.0.html veröffentlicht.

Das Leitbild Nordhessen 2022 (Beschlossen vom Aufsichtsrat der Regionalmanagement Nordhessen GmbH)
Die Region Nordhessen ist eine der attraktivsten europäischen Ideen- und Innovationsregionen und bietet dadurch für Familien, Fachkräfte und Unternehmen Lebensqualität und Zukunftsarbeitsplätze in zentraler Lage Europas. Die Kompetenzfelder Mobilität und Logistik, Energie, Tourismus sowie Gesundheit sind die tragenden Säulen der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit. Eine moderne Industrie, unternehmens- und clusterübergreifende Innovationsansätze, die auf eine enge Zusammenarbeit mit einer anwendungsorientierten Hochschullandschaft bauen, sind die fundamentalen Erfolgsfaktoren für die Region. Dies wird durch zahlreiche Modell- und Forschungsprojekte insbesondere auf den Zukunftsfeldern dezentrale Energietechnologie und Energieeffizienz untermauert. Die regionalen Partner stehen für ein vernetztes und erfolgreiches Regionalmanagement, um die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, zukunftsfähige, einkommensstarke Arbeitsplätze zu bieten und den Ausgleich zwischen ländlicher Region und Zentrum zu fördern. (red)



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