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Unternehmensübernahme bietet viele Vorteile

Nachfolge: Interesse an Beratungen im IHK-Bezirk stagniert

Kassel. Das Interesse an Beratungen zur Unternehmensnachfolge im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel stagniert. Während 2010 noch 59 interessierte Käufer aus Nordhessen und dem Altkreis Marburg die Kammer wegen des Themas aufsuchten, meldeten sich im vergangenen Jahr 42. „Die Übernahme eines bestehenden Unternehmens bietet jedoch viele Vorteile“, erklärt Carsten Heustock, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, Unternehmensförderung und International. „Es existieren beispielsweise gewachsene Kundenbeziehungen. Leider macht sich der demografische Wandel zunehmend bemerkbar.“

Derweil ist die Zahl der Verkaufsangebote angestiegen. Die Kammermitarbeiter standen im vergangenen Jahr 36 Senior Unternehmern, die ihren Betrieb an einen Nachfolger übergeben wollten, in direkten Gesprächen mit Tipps und Informationen zur Seite. 2010 waren es 28. Ergänzend zu den persönlichen Gesprächen leitet die IHK Kassel über die kostenlose Online-Börse www.nexxt-change.org Unternehmensnachfolgen in die Wege. „Leider erhalten wir derzeit selten eine Rückmeldung, ob eine Nachfolge erfolgreich geregelt werden konnte“, erklärt Heustock.

„Das größte Hemmnis bei der Nachfolge ist, dass sich 80 Prozent der Senior-Unternehmer nicht rechtzeitig auf die Übergabe vorbereiten“, berichtet der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter. Die Faustformel: Mindestens fünf Jahre bevor Firmenchefs aus dem Unternehmen ausscheiden, sollten sie sich intensiv mit der Nachfolge beschäftigen. Zu den größten weiteren Hürden für einen erfolgreichen Stabwechsel im Kammerbezirk zählt Heustock, dass fast jeder zweite Firmenchef emotional nicht loslassen kann beziehungsweise viele keinen passenden Nachfolger finden. Fast jeder Dritte fordere einen überhöhten Kaufpreis. Heustock: „Oft treten mehrere dieser und weiterer Hemmnisse bei Senior-Unternehmern gleichzeitig auf.“

Auch bei potenziellen Übernehmern existiert eine Mixtur verschiedener Hinderungsgründe. „60 Prozent haben Schwierigkeiten bei der Finanzierung, 50 Prozent unterschätzen die Anforderungen einer Übernahme“, sagt Heustock. 30 Prozent der Interessenten fanden im vergangenen Jahr laut Heustock kein passendes Unternehmen.

Etwa 40 Prozent der Senior-Unternehmer entschieden sich für den Verkauf, weil eine familieninterne Nachfolge nicht möglich ist. „Allerdings unterschätzt mehr als jeder dritte Nachfolger den Investitions- und Finanzierungsbedarf“, berichtet Heustock. „Nachfolger müssen vom ersten Tag an die Ärmel hochkrempeln: Betriebswirtschaftliches Know-how ist ebenso gefordert wie die Unternehmerpersönlichkeit.“

Dabei bietet die demografische Entwicklung für übernahmeinteressierte Gründer die Chance, aus einer größeren Anzahl von Unternehmen zu wählen, die aus Altersgründen übergeben werden müssen. Ein Trend, der sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. „Es ist daher empfehlenswert, das Thema Selbstständigkeit in Lehrplänen von Schulen und Universitäten zu etablieren“, erklärt Heustock. „Denn mit Blick auf die demografische Entwicklung ist es für Firmenchefs immer schwieriger, einen passenden Nachfolger zu finden.“(red)



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