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Roth: Die Saison ist für uns noch lange nicht gelaufen

Melsungen. Nur ein knappes Viertel der Meisterschaftsrunde ist noch zu absolvieren, dann ist die Saison  2011/2012 der TOYOTA Handball-Bundesliga bereits Geschichte. Die MT Melsungen hat sich nach dem “Goldenen März” (drei Auswärtssiege in Folge!) auf Platz neun vorgeschoben und damit wohl endgültig der Abstiegssorgen entledigt. Trainer Michael Roth könnte sich nach diesem erfolgreichen “Pflichtprogramm” nun entspannt zurücklehnen und die restlichen acht Partien der Saison als “Kür” betrachten. Macht er aber nicht, wie er im Interview verrät.

Frage: Der bisherige Saisonverlauf hat der MT Melsungen nahezu die gesamte Bandbreite sportlicher Entwicklungen beschert. Jetzt ist der Club in ruhigem Fahrwasser angelangt. Damit kann man sich als Trainer doch zufrieden geben, oder?

Roth: Die Zwischenbilanz zum jetzigen Zeitpunkt fällt in der Tat positiv aus. Wir haben aktuell mit 23 Punkten sogar schon einen Zähler mehr auf dem Konto als am Ende der gesamten letzten Saison. Das durfte in Anbetracht der widrigen Umstände, mit denen wir zwischenzeitlich zu kämpfen hatten, keineswegs erwartet werden. Dabei haben wir ja wirklich Extremsituationen kennenlernen müssen. Sicherlich etwas begünstigt durch den Spielplan standen wir nach drei Spieltagen mit 6:0 Punkten auf Platz zwei und nach sieben Spieltagen mit 11:3 Punkten immerhin auf Platz vier. So gut war die MT noch in keine Erstligasaison gestartet. Dann aber ereilte uns das Pech, dass reihenweise Spieler ausfielen. Fast in schöner Regelmäßigkeit mussten wir bis zum Ende des Jahres auf drei, vier Leistungsträger gleichzeitig verzichten. Die Folgen waren fatal – aus den letzten zehn Spielen vor der EM-bedingten Ligapause holten wir nur drei Punkte. Plötzlich waren wir bis auf vier Zähler an einen Abstiegsplatz abgerutscht. Die Wettkampfpause haben wir dann nicht nur zur Regeneration genutzt, sondern auch zur intensiven Vorbereitung auf die vor uns liegende Rückrunde. Den Lohn dafür ernteten wir dann ab Mitte Februar. Seitdem waren acht Begegnungen zu absolvieren, darunter drei gegen die Topteams Flensburg/Handewitt, Rhein-Neckar Löwen und Spitzenreiter Kiel. Dennoch holten wir in diesem Zeitraum neun Punkte, einen davon sogar beim hochverdienten Remis gegen Flensburg. Auf diesen Lorbeeren wollen wir uns aber keineswegs ausruhen. Im Gegenteil, wir haben uns für die restlichen acht Saisonspiele noch einiges vorgenommen.

Frage: Was ist darunter zu verstehen?

Roth: Nach dem Sieg beim Bergischen HC hatte ich ja gesagt, dass wir von nun an noch fünf Spiele gewinnen wollen. Ich denke, man darf sich nie auf irgendetwas Erreichtem ausruhen, sondern muss sich stets neue Ziele stellen. Die dürfen durchaus anspruchsvoll sein, müssen aber mit der nötigen Anstrengung auch realisiert werden können. Den ersten der anvisierten fünf Erfolge haben wir inzwischen mit dem 31:29 in Hannover bereits erkämpft. Bleiben also noch vier. Dazu wollen wir nicht zuletzt den günstigen Spielplan nutzen, der für uns noch fünf Heim- und drei Auswärtsspiele bereit hält. Als nächstes steht uns gleich ein Doppelpack gegen zwei arrivierte Ligavertreter ins Haus. Im Abstand von nur vier Tagen empfangen wir erst den TV Großwallstadt, dann den TBV Lemgo. Der TVG ist mit uns auf Augenhöhe, der TBV hingegen ist um einiges stärker einzuschätzen. Dennoch, zuhause haben wir gegen beide Kontrahenten ein Chance. Da setzen wir auch auf die nordhessischen Handballfans. Ich denke wir haben uns durch gute Leistungen zuletzt – auch gegen übermächtige Gegner – den Zuspruch redlich verdient. Sicher ist es für die Zuschauer interessant, Top-Mannschaften wie Kiel, Berlin oder Hamburg zu erleben. Wer aber das heimische Team in Spielen unterstützen möchte, in denen es auch eine reelle Chance hat, zu punkten, der muss jetzt in die Rothenbach-Halle kommen. Danach wartet Wetzlar auf uns. Auch dort wollen wir etwas reissen. Das anschließende Spiel gegen Hamburg fällt, genau wie die letzte Saisonpartie gegen Berlin in die Kategorie ‘Alles geht – nichts muss’. Dazwischen hängen in Magdeburg, gegen Göppingen und in Lübbecke die Trauben ebenfalls sehr hoch. Alles in allem lässt der Spielplan unser Ziel für die Schlussetappe der Saison realistisch erscheinen.

Frage: Was kann ganz am Ende für die MT herausspringen?

Roth: Damit beschäftigen wir uns nicht. Schon gar nicht mit der in einigen Medien bereits hochgerechneten Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr bis zu acht Bundesligisten einen Europapokalstartplatz bekommen könnten. Wir sitzen derzeit zwar dem Achten Göppingen mit einem Punkt Abstand im Nacken, aber wir müssen auch auf dem Teppich bleiben. Nachdem wir letztes Jahr mit Platz 13 abgeschlossen hatten, haben wir uns für diese Saison vorgenommen, zwischen Platz 12 und 10 durchs Ziel zu gehen. Wenn wir trotz der erlittenen Rückschläge am Ende dann Zehnter werden, wäre das ein wirklich toller Erfolg. Dabei dürfen wir auch die zweifelsohne vorhandenen positiven Momente nicht vergessen. Ob dies nun ganze Spiele oder einzelne Spieler waren und sind. So ist zum Beispiel Michael Allendorf, der für das Länderspiel gegen Dänemark aufgestellt ist, nach wie vor im Blickfeld von Bundestrainer Michel Heuberger. Dessen Interesse hat nun noch ein weiterer MT-Spieler geweckt. Felix Danner, der in den letzten Monaten im Verein eine bemerkenswerte Entwicklung, sowohl am Kreis als auch in der Abwehr, gezeigt hat, wurde dafür jetzt dafür mit der Nominierung für die B-Nationalmannschaft belohnt, die ebenfalls gegen Dänemark antritt.



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