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Sieg gegen TVG: MT liefert Finale Furioso

Kassel/Melsungen. Mit einem schier unglaublichen Kraftakt in der Schlussphase schaffte es die MT Melsungen das eigentlich schon verlorene Spiel gegen den TV Großwallstadt nochmal zu drehen. 2.123 Zuschauer erlebten in der Kasseler Rothenbach-Halle beim 24:23 (11:12)-Sieg des Heimteams ein wahres Finale Furioso. Denn gut fünf Minuten vor Ultimo hatte die MT noch mit drei Toren im Rückstand gelegen.

Das Spiel, in dem die MT auf Nenad Vuckovic (Muskelfaserrriss) und den kurzfristig wegen Rückenproblemen ausgefallenen Mario Kelentric verzichten musste, begann für die Hausherren mit zwei misslungenen Anspielen und einem Pfostenknaller ziemlich ernüchternd. Die Gäste hingegen nutzten schnell die sich bietenden Konterchancen (2x Holst, Schäpsmeier). Und weil für die MT nur Fahlgren erfolgreich gewesen war, stand es nach vier Minuten 1:3.

Doch Großwallstadt schlug nur wenig Kapital aus dem fahrigen MT-Spiel in der Anfangsphase. Dafür produzierte es selbst zu viele Fehler, die wiederum Melsungen zurück ins Spiel brachten. Ein Vasilakis-Doppelpack führte zum Ausgleich, und bis zum 5:5 (11.) vermochte sich niemand entscheidend abzusetzen. Vielmehr taten nun die Gäste fast alles, um selbst in die Verfolgerrolle zu rutschen. Bis das gelang, waren allerdings vier komplett torlose Minuten und ein halbes Dutzend technischer Fehler und Fahrkarten auf beiden Seiten nötig. Dann glückte Alin Sania endlich die erste Führung der Hausherren, der Savas Karipidis sogar das 7:5 folgen ließ (17.).

Wer nun mehr Sicherheit im Spiel der Hausherren erwartet hatte, sah sich schnell getäuscht. Es wirkte zwar alles recht gefällig, doch der rechte Druck fehlte. Da machte sich das Fehlen von Kapitän Nenad Vuckovic deutlich mehr bemerkbar, genau wie die Abwesenheit vom TVG-Spielmacher Oliver Köhrmann auf der anderen Seite. Dessen Part hatte zunächst Nationalspieler Steffen Weinhold übernommen, der aber später vom erst 21 Jahre alten Marius Liebald abgelöst wurde. Beide machten ihre Sache gut, so dass die Mainfranken den Anschluss nie verloren. Und in den verbleibenden vier Minuten der ersten Hälfte nach Michael Allendorfs 11:9 die Partie sogar wieder zu ihren Gunsten drehen konnten. Michael Spatz, Jens Tiedtke und einmal mehr Maximilian Holst per Tempogegenstoß sorgten für einen knappen, aber durchaus verdienten 11:12-Gästevorsprung bei Halbzeit.

Der zweite Durchgang brachte spielerisch keine wesentliche Verbesserung. Die Begegnung plätscherte vor sich hin und bot nur wenige Highlights. Für die besonderen Momente sorgten eher Kleinigkeiten. Wie die Einwechslung von Anton Mansson beim Stand von 14:16 nach 38 Minuten. Der Schwede, gerade erst von einer Verletzung genesen, sorgte für Belebung auf dem Feld und Stimmung auf den Rängen. Durch einen prima Block gleich in seiner ersten Aktion sowie kurz darauf mit seinem Treffer nach Sanikis-Pass zum 16:17-Anschluss.

Dass aus diesem Schub nicht mehr wurde lag nicht unbedingt an den Rot-Weißen selbst. Vielmehr standen die vor allem in der Defensive hervorragend und zwangen ihren Gegner ein ums andere Mal ins passive Spiel. Doch die sehr geduldigen Unparteiischen ließen dem TVG immer noch genug Zeit für wenigstens halbwegs vorbereitete Notwürfe. Die allzu häufig doch noch ihren Weg ins Gehäuse von Sandström fanden.

Als es nach Cornelius Maas’ Treffer genau zehn Minuten vor dem Ende 19:22 stand, schien die Begegnung durch. Zumal der Auftakt einer Überzahlsituation – Moritz Schäpsmeier musste auf die Bank – der MT gleich wieder einen technischen Fehler im Angriff bescherte. Hätte Steffen Weinhold nicht seinen folgenden Wurf am Melsunger Tor vorbei gesetzt, wäre das wohl die Entscheidung gewesen. So aber durfte sich nach Mansson der nächste MT-Nachrücker profilieren: Christian Hildebrand. Der hatte schon vorher als Wechselspieler für Vasilakis in der Abwehr überzeugen können und erzielte mit seinem raffinierten Heber von Rechtsaußen einen der schönsten Treffer des Abends zum 20:22 (52.).

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Großwallstädter Offensivabteilung ihre Arbeit bereits weitgehend eingestellt. Erzwungen von der unverändert stabilen MT-Abwehr, in der vor allem Alin Sania und Felix Danner sowie nach seiner Einwechslung Anton Mansson eine Riesenleistung ablieferten. Zwar musste Danner nach seinem Foul an Steffen Weinhold noch eine Strafe absitzen. Und Maximilian Holst verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 20:23. Doch die Vokabel „aufgeben“ hatten die Nordhessen längst aus ihrem Denken gestrichen. Patrik Fahlgren packte in Unterzahl einmal mehr einen seiner ansatzlosen Flachwürfe durch die Deckung aus und verkürzte (21:23, 55.). Die Zuschauer spürten jetzt “da geht noch was” und peitschten ihr Team frenetisch nach vorne.

Dann folgte die Zeit von Alexandros Vasilakis: zwei blitzsaubere Rückraumkracher am konsternierten Martin Galia vorbei ins Netz wurden mit dem 23:23-Ausgleich belohnt. Die Halle stand Kopf. Dem griechischen Scharfschützen der MT gelang an diesem Abend zwar längst nicht alles. Neben drei Holztreffern und einem leichtfertig vergebenen Siebenmeter hatte er noch weitere Fehlwürfe zu verzeichnen. Doch immer wenn es darauf ankam war er zur Stelle, übernahm Verantwortung – und traf.

Die Entscheidung fiel schließlich kurios. Stefan Kneer hatte den Ball durch einen Fehlpass wieder in den Besitz der Hausherren gegeben. Doch auch die hatten ihre Nerven in dem Moment nicht im Griff. Der nächste Fehlpass von Fahlgren direkt auf den Körper eines Großwallstädters, der das Leder aber auch nicht unter Kontrolle bringen konnte. Zwei griffen ins Leere, zwei rannten sich gegenseitig über den Haufen, der Ball prallte wie im Flipper-Automat von Spielerkörper zu Spielerkörper. Und schließlich genau in die Finger von Felix Danner. Der ist es als Kreisläufer gewohnt, schnelle Entscheidungen zu treffen. Ein kurzes Nachfassen, eine geschickte Drehung vom Gegner weg, ein trockener Wurf in die kurze Ecke: 24:23 (gespielt waren 58:02 Min.) und die erste Melsunger Führung in der zweiten Halbzeit. – Es war die entscheidende dazu, denn als Michael Spatz hoffnungslos abgedrängt ins äußerste rechte Eck mit einem Notwurf an Sandström scheiterte, war die Messe gelesen. Zwar parierte Galia Fahlgrens Wurfversuch elf Sekunden vor dem Ende. Doch den ultimativen TVG-Angriff stoppte Michael Allendorf, als er Moritz Schäpsmeier entschlossen an der Mittellinie klammerte und den anschließenden verzweifelten Fernwurf von Steffen Weinhold ins Seitenaus blockte.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Natürlich war das heute ein glücklicher Sieg. Andererseits, wenn man die letzten fünf Minuten 4:0 gewinnt, dann zeugt das von gewisser Qualität, die wir mitgebracht haben. Letztendlich ist vielleicht heute auch erkennbar gewesen, dass die MT Melsungen auch kämpfen kann. Wir haben mit Sicherheit kein besonders gutes Spiel abgeliefert und viele Stockfehler gehabt. Aber wir wussten vorher, dass Großwallstadt eine sehr stabile Abwehr stellt. In der ersten Halbzeit haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Zweimal mit zwei Toren vorn und dann immer wieder Enttäuschungen, zum Beispiel mit den vergebenen Siebenmetern und einigen anderen Chancen. Per Sandström hat auch nicht immer eine glückliche Figur abgegeben. Aber trotz einer durchschnittlichen Leistung von ihm haben wir nur 23 Tore bekommen. Das zeigt, wie gut die Defensive insgesamt heute bei uns war. Ein Dank geht auch an die Zuschauer, die uns trotz der vielen Fehler bis zum Schlusspfiff unterstützt haben.

Peter David: Glückwunsch an Michael und seine Mannschaft. Sie waren die glücklichere Mannschaft. Weil wenn wir hier 23:20 führen kurz vor Schluss, dürfen wir das natürlich nicht liegen lassen. Wir haben das Spiel über längere Zeit dominiert. Aber wie man weiß wird bis zur 60. Minute gespielt. Wir haben zum Schluss im Angriff ganz schlechte Entscheidungen getroffen und haben es einfach nicht geschafft, das Spiel nach Hause zu bringen. Entschuldigung, aber ich möchte nicht von einem verdienten Sieg für Melsungen sprechen. Wir sind wirklich sehr enttäuscht, denn wir hätten für unsere kämpferische Leistung eigentlich etwas verdient gehabt. (Bernd Kaiser)

Statistik
MT Melsungen: Sandström (14 P.), Lauterbach (bei zwei 7m) – Schöngarth, Mansson 1, Schweikardt, Fahlgren 3, Vasilakis 8, Hildebrand 1, Danner 2, Sanikis 2, Karipidis 2/1, Zufelde, Allendorf 4, Dacevic, Sania 1.

TV Großwallstadt: Galia (14 P.), Wolff (n.e.) – Spatz 2/1, Weinhold 3, Kneer 3, Tiedtke 2, Holst 8/5, Larsson, Jakobsson, Schäpsmeier 1, Kaufmann, Köhrmann, Maas 2, Eisenträger, Liebald 2.

Zeitstrafen: 8 – 8 (Danner 18:03 53:07, Sania 31:03 46:19 – Liebald 21:39, Weinhold 47:55, Schäpsmeier 50:19 55:20)

Strafwürfe: 5/1 – 7/6 (Michael Spatz wirft an den Pfosten, 9:36 Min.; Savas Karipidis wirft an den Pfosten, 14:16 und 22:12; Michael Allendorf scheitert an Martin Galia, 27:27; Alexandros Vasilakis wirft an den Pfosten, 38:56).

SR: Christoph Immel (Tönisvorst) / Ronald Klein (Ratingen)

Zuschauer: 2.123 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 1:2 (3.), 4:4 (9.), 5:5 (12.), 7:5 (18.), 9:8 (24.), 11:9 (26.), 11:12 (HZ), 12:13 (33.), 14:16 (38.), 16:17 (42.), 18:20 (45.), 20:22 (51.), 20:23 (54.), 22:23 (56.), 23:23 (58.), 24:23 (58.), 24:23 (EN).



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