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3.500 Teilnehmer bei Warnstreik der IG Metall

Dietzel: „Druck auf Arbeitgeber ist der richtige Weg“

Kassel. Rund 3.500 Beschäftigte der nordhessischen Metall- und Elektroindustrie haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt, um die Tarifforderungen der IG Metall zu unterstützen. „Das ist der Höhepunkt unserer Warnstreikwelle“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel. Seit Anfang Mai haben in Nordhessen damit mehr als 11.000 Beschäftigte aus 47 Betrieben an neun Warnstreiktagen die Arbeit niedergelegt. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei der Leiharbeit.

„Der Wirtschaft geht es so gut wie nie zuvor“
In Kassel liefen rund 2.500 Warnstreikende trotz starkem Regen auf vier Demonstrationsrouten zu einer Kundgebung auf dem Vorplatz des Kulturbahnhofs. Dort kritisierte Dietzel die Arbeitgeber scharf. „Sie hatten seit Februar Zeit, uns ein vernünftiges Angebot vorzulegen – aber bis jetzt kennen wir nur ein mageres Geldangebot, und bei Übernahme und Leiharbeit kommen die Arbeitgeber mit völlig leeren Händen“, sagte Dietzel. „Und das, obwohl es der Wirtschaft in diesem Land so gut geht wie nie zuvor.“

  Die entschlossenen Warnstreiks der IG Metall seien darauf genau die richtige Antwort. „Bundesweit haben seit dem Ende der Friedenspflicht mehr als 700.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt und den Arbeitgebern damit klar gezeigt, was wir von dem bisherigen Angebot halten.“ Nach Dietzels Worten würde die gesamte deutsche Wirtschaft von einer kräftigen Lohnerhöhung in der Metall- und Elektroindustrie profitieren. „Der Aufschwung wird vom Konsum getragen, und wenn wir mehr Geld ausgeben können, dann profitieren davon auch alle anderen Branchen“, sagte er.

Ausnutzen von Leiharbeit ein Skandal
Dass die Arbeitgeber sich nach wie vor weigerten, beim Einsatz von Leiharbeit mehr Mitbestimmung durch Betriebsräte zu vereinbaren, sei ein Skandal. „Mit der Leiharbeit hat die Armut Einzug genommen in die Arbeitswelt“, rief er den Kundgebungsteilnehmern zu. „Wir wollen die Leiharbeit beschränken auf die Fälle, in denen sie notwendig ist, aber die Arbeitgeber wollen sie weiter ausnutzen, um Löhne zu drücken.“ Auch bei der unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten haben sich die Arbeitgeber nach den Worten Dietzels „ideologisch eingemauert“. „Wir treten dafür ein, dass junge Menschen in sichere Arbeitsverhältnisse gelangen, während die Arbeitgeber sich prekäre Arbeit geradezu wünschen“, sagte Dietzel.

Unterstützung durch DGB und Verdi
Für die Tarifforderungen der IG Metall sprachen sich auf der Kundgebung auch der nordhessische DGB-Vorsitzende Michael Rudolph und Verdi-Geschäftsführer Harald Fennel aus. „Der Einsatz von Leiharbeit wurde seit dem Jahr 2003 vervierfacht“, kritisierte Rudolph. Das sei nicht hinnehmbar. „Wer wie ihr gute Arbeit abliefert, der muss das auch bei der Sicherheit der Arbeitsplätze und im Geldbeutel spüren.“ Fennel sprach sich für eine kräftige Lohnerhöhung für seine Kollegen in der Metall- und Elektroindustrie aus. „Ihr habt während der Krise verzichtet – jetzt muss es ordentlich was in die Taschen geben für euch!“ (red)



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