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MT: Starke Aufholjagd nicht von Erfolg gekrönt

Kassel/Melsungen. Die Heimpremiere der Saison 2012/13 in der DKB-Handball-Bundesliga hat die MT Melsungen vor 2.505 Besuchern in der Kasseler Rothenbach-Halle vergeigt. Gegen die Rhein-Neckar Löwen setzte es eine 23:26 (9:15)-Niederlage. Eine Viertelstunde lang dominierten die Nordhessen Spiel und Gegner, dann brachen sie völlig ein. Zehn Tore der Gäste in Folge waren über die Spielzeit schließlich nicht mehr zu kompensieren, auch wenn sich die MT mit viel Moral wieder zurück kämpfte. Am Ende fehlte die Kraft und in der einen oder anderen Situation auch das nötige Quäntchen Glück, um das Spiel noch einmal zu drehen.

Ohne seine beiden Flügelspieler Savas Karipidis (Oberschenkelzerrung) und Christian Zufelde (Schulterverletzung), dazu mit einem virusgeschwächten Felix Danner am Kreis ging die MT geschwächt in diese Begegnung. Ganz passen wollte der Kreisläufer nicht, schließlich hatte sich Bundestrainer Martin Heuberger angesagt. Umso erstaunlicher, dass die Mannschaft trotz der Handicaps in den Anfangsminuten unbeeindruckt auftrat wie aus einem Guss. Überraschend mit Nenad Vuckovic auf der Spielmacherposition und Patrik Fahlgren auf der Bank, was den Löwen sichtbar Rätsel aufgab. Vuckovic setzte mehrfach Alexandros Vasilakis ein, Grigorios Sanikis glänzte mit seinen Kreisanspielen auf Danner. Die beiden so vorzüglich Bedienten dankten es mit fünf sehenswerten Toren, denen Vuckovic das sechste folgen ließ. Nach acht Minuten waren die Bartenwetzer immer noch ohne Fehlversuch und lagen mit drei Toren vorn. Und als Alexandros Vasilakis nach innen startete, zwei Gegenspieler mitzog und über die Schulter nach hinten auf Christian Hildebrand ablegte, jubelten die Fans auf den Rängen bereits, als dessen Heber über Goran Stojanovic hinweg noch auf dem Weg ins Netz war.

Bis dahin waren knapp elf Minuten gespielt, hatten die Hausherren Spiel wie Gegner fest im Griff und fanden die Löwen kein Mittel gegen das variable Angriffsspiel der Melsunger. Grund genug für Gudmundur Gudmundsson, seine Mannen zur Auszeit zu bitten. Ohne laute Worte oder eine Standpauke, dafür mit einer Aufforderung zu mehr Aggressivität in der Defensive. Umgestellt wurde auch: fortan bildeten Oliver Roggisch und Bjarte Myrhol die Innenverteidigung. Eine Auszeit mit durchschlagender Wirkung, wie sich in den folgenden fünfzehn Minuten zeigte. Denn urplötzlich war jede Dominanz der MT verflogen, wurde jeder Angriffsversuch sofort erfolgreich gestört. Zweimal der junge Marius Steinhauser, je einmal Alexander Petersson und Bjarte Myrhol – die Gäste führten plötzlich mit 8:7. Da war es Michael Roth, der die Partie unterbrach.

Patrik Fahlgren kam, Nenad Vuckovic rückte auf Halblinks. Ohne Wirkung, weil der vorher so treffsichere Vasilakis gleich mehrfach am stärker werdenden Stojanovic scheiterte. Wie eine Gummiwand präsentierte sich die Abwehr der Mannheimer, ließ Melsungens Angreifer ein ums andere Mal einfach abprallen. Um dann sofort umzuschalten und selbst nach vorn zu gehen. Nach Peterssons 7:10 in der 19. Minute räumte Per Sandström, der zuvor lediglich einen Ball abwehren konnte, den Platz für Mikael Appelgren. Der Neuzugang machte es zunächst nur geringfügig besser als sein Vorgänger und konnte auch nicht verhindern, dass der Rückstand größer wurde. Je zweimal Uwe Gensheimer und Zarko Sesum stellten auf 7:14, bevor Michael Roth zum zweiten Mal in der ersten Hälfte die Notbremse zog. Eine Neuerung in dieser Saison, die den Trainern mit einer dritten Auszeit mehr Einflussmöglichkeiten geben soll. Bis dahin hatte der MT-Coach personell nahezu alles versucht und bis auf Youngster Max Pregler alle Spieler gebracht. Immerhin fruchtete die Verschnaufpause diesmal, so dass Anton Mansson und Patrik Fahlgren das Ergebnis noch etwas freundlicher gestalten konnten.

Nach der Pause stand plötzlich wieder die Startformation der Hausherren auf dem Feld. Die hatten die Anfangsminuten immerhin erfolgreich bestritten. Und legten auch im zweiten Durchgang fulminant los. Mit leichten Anlaufschwierigkeiten allerdings, als selbst in Überzahl von den Schiedsrichtern Passivität angezeigt werden musste. Doch dann besannen sich die Roth-Schützlinge und starteten ihre Aufholjagd. Zunächst in Person von Christian Hildebrand, der auf Rechtsaußen ein prima Vertreter des verletzten Karipidis war. Knappe fünf Minuten dauerte es bis zum ersten Jubel, doch dann gelangen dem Linkshänder ein im Handball seltener Hattrick von drei Toren in direkter Folge zum 12:15. Möglich machte das auch Mikael Appelgren mit seinen Paraden gegen Petersson und Gensheimer.

Alexandros Vasilakis sowie zweimal Nenad Vuckovic verkürzten weiter auf 15:17, bevor zwei unglückliche Schiedsrichterentscheidungen die Gemüter erhitzten. Zunächst wurde Grigorios Sanikis ein technischer Fehler abgepfiffen, der nicht nur nach Ansicht des Griechen keiner war. Seine Beschwerden mit anschließender Strafzeit brachten die MT sogar in Unterzahl. Kim Ekdahl Du Rietz nutzte die kurzzeitige Unordnung zum Torerfolg. Als im Gegenzug Patrik Fahlgren trotz harter Bedrängnis erfolgreich einnetzen konnte, pfiffen ihm die Referees den Vorteil in der Wurfbewegung ab.

Psychologisch gesehen ein ganz schlechter Zeitpunkt, denn die Nordhessen waren drauf und dran, das Spiel wieder ausgeglichen gestalten zu können. So aber retteten sich die Gäste mit Glück und etwas Beistand über diese kritische Phase hinweg und zogen prompt wieder auf 16:21 (47.) davon. Eine Vorentscheidung vielleicht, aber für die verbissen kämpfende MT kein Grund aufzugeben. Je zweimal Vasilakis, Hildebrand und Fahlgren bei nur zwei Gegentreffern durch den starken Marius Steinhauser brachten Melsungen fünf Minuten vor dem Abpfiff noch einmal auf Tuchfühlung – 22:23.

Dass es am Ende nicht reichen sollte lag vor allem daran, dass Kraft und Konzentration nachließen. Verständlich nach dieser tollen zweiten Halbzeit, dennoch ärgerlich. Erst fehlte Vasilakis bei zwei Versuchen die Genauigkeit: einmal scheiterte er an Stojanovic, einmal am Pfosten. Dann spielte Danner ganz sauber Myrhol den Ball aus der Hand, bekam das aber als Foul gepfiffen und mit Siebenmeter bestraft, den Gensheimer gewohnt sicher verwandelte. Und zum Schluss fehlte in der Hektik der auslaufenden Uhr selbst bei kurzen Pässen die Genauigkeit, so dass die Gäste ihren Erfolg letztlich sicher über die Runden bringen konnten.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Alles in allem war das ein verdienter Sieg unserer Gäste. Jedoch muss man anmerken, dass 23 Tore, wie auch schon in Großwallstadt, für unsere Qualität im Angriff einfach zu wenig sind. Bis zum 7:4 haben wir richtig gut gespielt. Auch ein Verdienst von Felix Danner, auf den wir trotz Krankheit kurzfristig doch noch zurückgreifen konnten. Am Ende ist ihm die Luft dann verständlicherweise ausgegangen. Erst als mit Roggisch und Myrhol bei den Löwen ein neuer Innenblock kam, gab es Probleme, denn die beiden konnten unser Spiel gut lesen. Der 0:10-Lauf ab der 15. Minute war schließlich nicht zu kompensieren, da kann man dann nur noch an die Moral appellieren. Nach der Pause lief es mit der 5:1-Deckung besser. Und wenn man nach so einer ersten Hälfte sogar wieder bis auf ein Tor ran kommt, muss ich vor der Einstellung der Mannschaft den Hut ziehen. An diesen positiven Dingen müssen wir uns jetzt orientieren und versuchen, die einzelnen Rädchen noch besser ineinander greifen zu lassen.

Gudmundur Gudmundsson: Das war ein ganz hartes Stück Arbeit. Aber wir haben es nicht anders erwartet, denn wir haben im Vorfeld einige Spiele vom Gegner gesehen. Melsungen hat seine Qualitäten, und sich zudem noch verstärkt. Unser Anfang war nicht gut. Vor allem die Abwehr war nicht aggressiv genug, aber auch vorn lief es nicht. Da gab es zu viele Einzelaktionen. Nachdem wir gewechselt haben war es dann viel besser, und die Hintermannschaft hat schließlich doch noch eine Riesen-Leistung abgeliefert. Dem Gegner muss ich auch ein Lob machen, denn Melsungen hat ebenfalls eine überragende Abwehr gespielt. Über Kampf und Leidenschaft haben wir es dann jedoch geschafft sie zu knacken. (Bernd Kaiser)

Statistik
MT Melsungen: Appelgren (10 P.), Sandström (1 P.) – Stenbäcken, Mansson (1), Kubes, Fahlgren (3), Schröder, Vasilakis (7), Hildebrand (6), Danner (2), Sanikis, Pregler, Allendorf (1), Vuckovic (3)

Rhein-Neckar Löwen: Stojanovic (11 P.), Landin (1 P.) – Schmid (2), Gensheimer (6/3), Roggisch, Sesum (3), I. Guardiola, Gerlich, Myrhol (1), Steinhauser (6), G. Guardiola, Petersson (4), Bitz, Ekdahl du Rietz (4)

SR: Fabian Baumgart (Altenheim) / Sascha Wild (Elgersweiher)

Zeitstrafen: 6 – 8 (Allendorf 19:29, Sanikis 43:04, Danner 46:48 – Myrhol 32:15, Petersson 34:49, Roggisch 46:48, Sesum 50:36)

Strafwürfe: 0/0 – 3/3 (Gensheimer)

Zuschauer: 2.505 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm: 3:1 (4.), 6:3 (7.), 7:4 (10.), 7:7 (14.), 7:9 (17.), 7:12 (20.), 7:14 (23.), 9:14 (27.), 9:15 (HZ), 10:15 (32.), 14:17 (40.), 15:17 (42.), 16:18 (45.), 16:20 (46.), 17:21 (49.), 19:22 (51.), 20:23 (54.), 22:24 (56.), 23:26 (EN)



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