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MT zwingt Göppingen in die Knie – 28:25!

Kassel/Melsungen. Eine Halbzeit lang musste die MT Melsungen vor 2.486 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen Frisch-Auf! Göppingen einem Rückstand hinterherlaufen. Erst kurz vor dem Pausenpfiff gelang Savas Karipidis nach zwischenzeitlich vier Toren Rückstand der Ausgleich zum 13:13. Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Nordhessen dann aber die Initiative  und ließ sich seinen vierten Ligaerfolg nacheinander nicht mehr nehmen. 28:25 hieß es am Ende, was dem Roth-Team zumindets 24 Stunden lang den siebten Tabellenplatz beschert.

Mit Überraschungen geizten beide nicht, als dieses richtungsweisende Duell angepfiffen wurde. Erwartungsgemäß ohne den schulterlädierten Felix Danner, dafür mit dem ebenfalls angeschlagenen Alexandros Vasilakis begann Melsungen. Die Spielmacherposition bekleidete nicht Patrik Fahlgren, sondern Nenad Vuckovic. Für den wiederum rückte Grigorios Sanikis in den linken Rückraum. Göppingen indes stiftete mit einer ungewöhnlich offensiven 3:2:1-, bzw. fast 3:3-Deckung Verwirrung. Vom Anwurf weg erspielten sich die Gäste damit prompt Vorteile. Die sich nach sechs Minuten mit einer schwäbischen 3:1-Führung auf dem Anzeigewürfel niederschlugen.

Zwar konnte Melsungens griechisches Rückraumduo Vasilakis/Sanikis ausgleichen, aber Dragos Oprea und Zarko Markovic per Siebenmeter stellten den alten Abstand schnell wieder her. Wobei vor allem der Montenegriner zunächst kaum zu halten war. Einzig der eingewechselte Per Sandström, der in der elften Minute einen Strafwurf des Göppinger Linkshänders parieren konnte, kaufte ihm einmal den Schneid ab. Sein Kollege Mikael Appelgren, der wegen seiner tollen Leistungen in den vorangegangenen Partien von Anfang an ran durfte, kam diesmal nur langsam ins Spiel. Steigerte sich dann später zwar gewaltig, musste aber zunächst mehr hinter sich greifen als ihm lieb war.

Beim Stand von 6:9 zog Michael Roth in der 17. Minute erstmals die grüne Karte und versuchte es anschließend mit einer neuen Besetzung. Patrik Sandström durfte als Spielmacher ran, Felix Danner biss auf die Zähne und löste Anton Mansson ab. Der zwar im Abwehrblock neben Daniel Kubes überzeugen konnte, im Angriff dafür nur wenig Akzente setzte. Druckvoller wirkte das Melsunger Spiel nun zwar, war aber weiterhin kaum in der Lage, das sehr bewegliche Frisch-Auf!-Bollwerk spielerisch zu überwinden. Mit seinem sechsten Treffer erzielte Markovic in der 21. Minute das 7:11.

Das erste leichte Übergewicht für die Hausherren stellte sich ein, als kurze Zeit später Bojan Beljanski für einen Würgegriff bei Grigorios Sanikis für zwei Minuten auf die Bank musste. Savas Karipidis und Alexandros Vasilakis nutzten die Überzahl und verkürzten um zwei. Einer mehr hätte es sein können, doch Bastian Rutschmann im Gästetor, der einen starken Eindruck hinterließ, parierte glänzend gegen Felix Danner. Dass diese achte Parade seine letzte vor dem Pausenpfiff sein sollte, ahnte da noch niemand. Nur Velimir Petkovic hatte eine dunkle Vorahnung und versuchte den Melsunger Lauf durch eine Auszeit zu unterbrechen. Was zunächst gelungen schien, auch wenn Christian Hildebrand den Treffer von Michael Haaß zum 9:12 postwendend konterte.

Dann kam Unruhe auf. Das Schiedsrichtergespann Brauer / Holm schickte Felix Danner auf die Bank. Für Zuschauer wie auch die Mannschaft war das der Anlass, einen Gang hochzuschalten. Vasilakis eroberte in der eigenen Deckung den Ball, lief den Tempogegenstoß selbst und vollendete zum 11:12-Anschluss. Die aufkommende Verunsicherung bei den Grün-Weißen war spürbar und fand ihren Ausdruck im schwachen Abschluss von Pavel Horak, mit dessen Wurfversuch Mikael Appelgren keine Probleme hatte. Es gab das gefangene Leder ab an Fahlgren, der passte schnell nach vorn auf Daniel Kubes, und der Tscheche netzte unter ohrenbetäubendem Jubel von knapp zweieinhalbtausend begeisterten Fans ein zum 12:12. Um dann allerdings keine 30 Sekunden später ebenfalls auf die Strafbank geschickt zu werden. Ein Grund dafür war nicht auszumachen, denn in der fraglichen Situation hatte die MT-Abwehr das Spielgerät ein weiteres Mal abgefangen und blieb zur Verwunderung aller auch nach der Kubes-Bestrafung in Ballbesitz.

Ein willkommener Anlass also für das Publikum, das von dem Moment an nur noch massiver hinter der eigenen Sieben stand, und die trotzig reagierenden vier verbliebenen roten Feldspieler. Sanikis, Fahlgren, Vasilakis und Hildebrand gerieten auch nicht aus der Spur, als der griechische Halblinke beim Wurfversuch klar gefoult wurde, das Spiel aber mit Ballbesitz für die Gäste weiterlief. Nur ein einziges Gegentor durch Christian Schöne ließen sie zu. Das Savas Karipidis schließlich Sekunden vor der Pause nach einem Foul an Danner per Siebenmeter wieder wettmachte.

Mit dieser gelungenen Aufholjagd im Rücken strotzte das MT-Team nach der Rückkehr aufs Feld vor Selbstvertrauen. Und kam durch Vasilakis zu ihrer ersten Führung des Abends, die Patrik Fahlgren sofort ausbaute. Horak markierte das 15:14, nachdem er im Angriff zuvor noch am immer stärker werdenden Appelgren gescheitert war. Wie der Schwede auch den nächsten Versuch von Markovic parierte, der sichtbar verunsichert war durch die Melsunger Umstellung auf eine 5:1-Deckung mit dem vorgezogenen Michael Allendorf. Er sollte seiner Ausbeute der ersten Halbzeit keinen weiteren Erfolg mehr hinzufügen können und tauchte im weiteren Verlauf der Partie immer weiter ab.

Anders die MT, der fast alles gelang und die ganz souverän das Zepter übernahm. Selbst die Rot-verdächtliche Unsportlichkeit von Michael Haaß, der völlig frei dem stehenden Appelgren das Leder ins Gesicht feuerte, führte nicht zu Überreaktionen. Rot-Weiß gab die Antwort in spielerischer Form und zog im Stil einer Klassemannschaft innerhalb kurzer Zeit bis auf 21:16 davon (41.). Profitierend vom aufblühenden Fahlgren, der zuerst zweimal mustergültig Danner am Kreis anspielte, bevor er dann wieder selbst traf.

Dass es nicht zum Debakel für die Gäste kam war eher dem Zufall geschuldet. Denn hätten fast hintereinender Nenad Vuckovic, Patrik Fahlgren und Alex Vasilakis jeweils ins Netz statt nur das Gebälk getroffen, wäre das Spiel nach einer Dreiviertelstunde durch gewesen. So aber rappelten sich die Schwaben noch einmal auf, bei denen Tim Kneule das eigene Spiel inzwischen wesentlich besser im Griff hatte als zuvor Nationalspieler Michael Haaß. Bis auf 21:19 kamen sie durch das Abschlusspech der Bartenwetzer noch einmal heran, ohne dabei aber zu überzeugen. Die Glanzlichter setzte vor der begeistert mitgehenden Kulisse weiter der Gastgeber. Und wenn der direkte Weg zum Tor einmal versperrt blieb, dann wurden die Zauberwürfe ausgepackt. Wie der Aufsetzer von Fahlgren in den Torwinkel zum 24:21 bei angezeigtem passiven Spiel (52.).

Göppingen warf noch einmal alles nach vorn, öffnete die Abwehr noch weiter als ohnehin schon. Fahlgren wurde an der Mittellinie festgemacht, die Halben Sanikis und Vasilakis nicht viel weiter davor. Was Savas Karipidis auf Außen den Raum zum 26:22 gab. Sanikis löste die Aufgabe anders und ging ganz einfach in das Duell Mann gegen Mann – erfolgreich. Sein 27. Treffer beseitigte die letzten Zweifel am Erfolg der nun seit vier Spielen in der Liga ungeschlagenen Melsunger. Und dass Frisch-Auf nach Vasilakis‘ 28:23 (58.) schließlich noch etwas Ergebniskosmetik betreiben durfte schmälerte die grandiose MT-Leistung der zweiten Hälfte überhaupt nicht mehr. Die Zuschauer hatten sich schon drei Minuten vor dem Abpfiff von ihren Sitzen erhoben, um der MT für den mitreissenden Handball-Abend Danke zu sagen.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Mit diesem Ergebnis sind wir natürlich sehr zufrieden. Das war der vierter Sieg im vierten Spiel in Folge, und dann noch gegen den Stärksten der vier Gegner. Göppingen hat uns in der ersten Hälfte mit der offensiven 3:2:1-Deckung überrascht. Wir hatten Probleme und sind im Angriff nicht ins Spiel gekommen. Die beste Phase hatten wir in doppelter Unterzahl mit zwei eigenen Toren. In der Halbzeit hatten wir die Möglichkeit, einige taktische Umstellungen vorzunehmen. Unsere 5:1-Formation hat dem Gegner den Rhythmus genommen. Jetzt haben wir die Möglichkeit diese vier Siege mit in die Partie in Essen zu nehmen und unsere Serie dort vielleicht fortzusetzen. Petko und seiner Mannschaft wünsche ich, dass sie sich schnell wieder aufrappeln.

Velimir Petkovic: Das war ein verdienter Sieg für Melsungen, sie haben einfach besser gespielt als wir. Wir waren mit der Hoffnung auf ein besseres Ergebnis hergekommen. Aber von außen kam viel Druck, die Mannschaft sei in einer Krise und habe kein Selbstvertrauen. Prompt ging dann auch alles schief. Wir haben gut angefangen und gekämpft, sind auch mit vier Toren in Führung gegangen. Da habe ich gedacht, es geht aufwärts. Aber wir haben den Vorsprung wieder verloren. In letzter Zeit ist das immer so: wenn wir in Überzahl kommen, machen wir Fehler. In der zweiten Hälfte hatten wir Schwierigkeiten mit der umgestellten 5:1-Deckung von Melsungen. Immerhin positiv war, dass wir nach dem Rückstand mit fünf Toren noch einmal zurückgekommen sind ins Spiel. Aus unserer Möglichkeit noch weiter zu verkürzen haben wir aber nichts gemacht und am Ende auch nichts mehr zusetzen können. (Bernd Kaiser)

Statistik
MT Melsungen: Appelgren (15 Paraden / 24 Gegentore), Sandström (1 P. / 1 G.); Stenbäcken, Mansson, Kubes (1), Fahlgren (5), Vasilakis (6), Hildebrand (1), Danner (3), Sanikis (4), Karipidis (7/5), Allendorf, Vuckovic (1)

Frisch-Auf! Göppingen: Mrkva (0 P. / 1 G.), Rutschmann (13 P. / 27 G.); Kneule (4), Oprea (4), Schöne (1), Späth (3), Beljanski, Lobebank, Markez (2/2), Haaß (1), Fontaine, Schubert, Horak (4), Markovic (6/2)

SR: Matthias Brauer (Hamburg) / Kay Holm (Hagen)

Zeitstrafen: 6 – 4 (Karipidis 14:00, Danner 25:54, Kubes 27:15 – Beljanski 21:12, Markovic 54:02)

Strafwürfe: 7/5 – 5/4
Karipidis scheitert an Rutschmann (4:45 Min.)
Markovic scheitert an Sandström (10:42 Min.)
Allendorf scheitert an Rutschmann (18:57 Min.)

Zuschauer: 2.486 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm:
0:1 (1.), 1:1 (2.), 1:2 (4.), 2:3 (6.), 3:3 (8.), 3:5 (10.), 5:5 (12.), 5:6 (14.), 5:8 (15.), 6:9 (17.), 6:10 (19.), 7:11 (21.), 9:11 (23.), 9:12 (25.), 11:12 (27.), 12:12 (28.), 13:13 (HZ), 14:13 (31.), 15:13 (33.), 16:14 (35.), 18:15 (38.), 20:16 (40.), 21:16 (42.), 21:17 (45.), 21:19 (46.), 22:20 (47.), 23:20 (50.), 24:21 (52.), 25:21 (54.), 26:22 (56.), 28:23 (58.), 28:25 (EN)



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