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Bruttoinlandsprodukt auf neue Klassifikation umgestellt

Überarbeitete Ergebnisse für 1991 bis 2010

Hessen. Am 21. Februar veröffentlichte der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Hessische Statistische Landesamt angehört, Ergebnisse für die Jahre 1991 bis 2007 zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), die auf der neuen Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) beruhen. Nachdem der Arbeitskreis am 5. Juli 2012 erstmals aktuelle Ergebnisse für den Zeitraum 2008 bis 2011 nach WZ 2008 vorlegte, sind damit wieder durchgängig vergleichbare, lange Zeitreihen verfügbar. Im Folgenden werden die revisionsbedingten Änderungen des BIP für die Jahre 1991 bis 2007 wie auch für die turnusmäßigen Überarbeitungen für 2008 bis 2010 dargestellt.

Wirtschaftszweigklassifikationen werden regelmäßig im Abstand von mehreren Jahren überarbeitet, um statistische Darstellungen an veränderte ökonomische Strukturen anzupassen. Entsprechend war ein wesentlicher Aspekt der aktuellen Überarbeitung eine verfeinerte Gliederung von Dienstleistungen, insbesondere im Bereich „Information und Kommunikation“. Die grundlegende Überarbeitung wurde darüber hinaus genutzt, um methodische Verbesserungen umzusetzen und neue Datenquellen zu integrieren. Diese Änderungen wurden zunächst für den Berichtszeitraum 2008 bis 2011 umgesetzt und nun auch auf die früheren Jahre übertragen.

Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, ist im Ergebnis für Hessen und für 1991 bis 2007 ein im Durchschnitt um 2,5 Prozent höheres Niveau des BIP festzustellen. Diese Erhöhung ist vor allem auf die oben genannte verbesserte Abbildung der Dienstleistungsbereiche durch neue Methoden und Daten zurückzuführen. Die Dienstleistungen haben in Hessen ein höheres Gewicht als im Bundesdurchschnitt, für den sich ein durchschnittlicher Rückgang von 0,4 Prozent ergab. Für die Bundesländer liegen diese Abweichungen zu den bisherigen Ergebnissen zwischen minus 4,9 Prozent und plus 6,0 Prozent. Hessen liegt hier also im oberen Drittel. Das durchschnittliche jährliche Wirtschaftswachstum im Zeitraum 1991 bis 2007 hat sich in Hessen geringfügig von 1,4 auf 1,3 Prozent verringert. In der gleichen Höhe hat sich das Wachstum im Mittel der Bundesländer verändert, nämlich von 1,6 auf 1,5 Prozent. Da nun zum ersten Mal seit der Umstellung der Jahre 2008 bis 2011 vergleichbare Ergebnisse für 2007 verfügbar sind, liegt nun auch erstmals ein Wirtschaftswachstum nach neuem Konzept für 2008 vor. Das Wachstum des preisbereinigten BIP ist nun, aufgrund der methoden- und datenbedingten Änderungen, mit 0,9 Prozent zu bewerten (vorher: 1,5 Prozent).

Die bisher schon nach neuem Konzept veröffentlichten Wachstumsraten für 2009 bis 2010 wurden einer turnusgemäßen Überarbeitung unterzogen. Dabei musste das hessische Wirtschaftswachstum für 2009 von minus 6,3 Prozent auf minus 7,3 Prozent revidiert werden (Deutschland: wie bisher minus 5,1 Prozent). Grund waren veränderte Ausgangsdaten des Statistischen Bundesamtes im Bereich der Finanzdienstleister. Hier erfuhr die gesamtdeutsche Wertschöpfung eine deutliche Absenkung. Aufgrund der starken Position Hessens in diesem Bereich ist das Land überproportional von dieser Absenkung betroffen. Für 2010 wurde das Ergebnis von 2,8 auf 2,7 Prozent revidiert (Deutschland: von 3,7 auf 4,2 Prozent). Zwar wurde sowohl in Deutschland als auch in Hessen auf der Basis neu verfügbarer Daten ein höheres Ergebnis für das Produzierende Gewerbe ermittelt als zum letzten Rechenstand. Durch die hessische Wirtschaftsstruktur mit einem vergleichsweise geringen Anteil dieses Wirtschaftsbereiches kommt diese Verbesserung allerdings hier nur wenig zum Tragen. Eine Absenkung der Dynamik der unternehmensnahen Dienstleistungen fand ebenfalls in Deutschland und in Hessen statt. In Hessen sind allerdings die Effekte, strukturbedingt, auf das BIP deutlich größer.

Revidierte Ergebnisse für 1991 bis 2007 wie auch für die aktuellen Jahre können den Statistischen Berichten entnommen werden, die unter www.statistik-hessen.de – im Bereich Gesamtwirtschaft, Konjunktur/Veröffentlichungen kostenfrei abgerufen werden können.

Erste Ergebnisse für 2012 sowie überarbeitete Werte für 2011 werden am 27. März veröffentlicht. Weitere Informationen zu Terminen und Methoden unter www.vgrdl.de. (red)



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