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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Kloster Haydau: Hör-mal im Denkmal

Konzerte und Kleinkunst zum Tag des offenen Denkmals 

nathan-der-weise130901Altmorschen. Nach der erfolgreichen Veranstaltung im vergangenen Herbst („Frauengespräche“) kommt das Ensemble Theatrum am Sonntag, 8. September, 17 Uhr, zum zweiten Mal ins Kloster Haydau. Diesmal haben Sie einen Klassiker im Gepäck:„Nathan der Weise“ von G.E. Lessing. Die berühmte Ringparabel steht im Zentrum der vielgelobten Inszenierung, um insbesondere den Dialog der Kulturen und Religionen in den Mittelpunkt zu rücken. Zu den Besonderheiten gehört die Doppelbesetzung des Nathan durch Mann und Frau, eine weibliche und eine männliche Stimme (Christiane Friebe & Hubertus v. Krosigk) geben der bekannten Figur Lessings eine neue, lebendige Wirkkraft. Da Friederike v. Krosigk zur Zeit im Mutterschafts-Urlaub ist, wird ihre Rolle von Christiane Friebe übernommen.

Die interkulturelle Auseinandersetzung gewinnt an Authentizität durch die Besetzung des persischen Sultans Saladin mit dem iranischen Musiker & Darsteller Vahid Shahidifar. Den christlichen Tempelherrn spielt der Darsteller und Musiker Sören Wendt. Er ergänzt die vielschichtige Figur musikalisch durch mittelalterliche Gesänge und den Einsatz seiner böhmischen Wanderharfe. Das Ensemble Theatrum kürzt und verdichtet damit Lessings Nathan auf die wesentlichen Fragen und ergänzt die ureigene Kraft des Dichter-Wortes mit mehrstimmigen Gesängen und Instrumentalstücken (Harfe, Cello und persische Santur) aus den drei Kulturbereichen des Christentums, Judentums und des Islam.

All das passt wunderbar in einen Klosterraum, klingt lange und weit nach, regt an, eigene Antworten in sich selbst zu (ver-) suchen. „Bei dieser Inszenierung ermüdet man in keinem Moment, der Abend ist einmalig!“, so eine Publikums-Reaktion der letzten Aufführung. „Was bedeutet Toleranz für uns heute?“ ist die Ausgangsfrage von der die Ensemble- Gründerin Friederike v. Krosigk in Ihrer Regiearbeit geleitet wurde. „Ach! Wenn ich einen mehr in Euch gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen!“ Der Satz, den Lessing seinen Nathan in der Spannung der drei Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam sagen lasst, ist aktueller denn je und mahnt die Suche nach Lösungen an für unsere heutigen Konflikte – im Großen wie im Kleinen.  (red)

Eintritt:
Neun Euro, ermäßigt fünf Euro

Vorverkauf:
Hotel Kloster Haydau, Telefon (05664) 93 91 00)

Veranstalter:
Kulturring Morschen im Förderverein Kloster Haydau e.V. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Sparkassen Kulturstiftung Hessen- Thüringen und die Kreissparkasse Schwalm-Eder



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