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Hephata-Pfarrer verabschiedet sich in den Ruhestand

johannes-altmann130916Schwalmstadt-Treysa. Loslassen können, weil es schön war und eben jetzt vorbei ist. Das können nicht viele Menschen am Ende ihres Berufslebens. Weil es nicht schön war. Weil die Frage nach dem Danach noch nicht beantwortet ist. Dr. Johannes Altmann (64) kann mit Freude loslassen. Der Hephata-Pfarrer wird mit einem Gottesdienst am 29. September in den Ruhestand verabschiedet. „Ich gehe ohne Schmerz, denn es war eine total schöne Zeit“, sagt Altmann. Loslassen und neu anfangen, das war überhaupt erst die Bedingung, in Hephata anfangen zu können. Johannes Altmann war zuvor Gemeindepfarrer in Großropperhausen. Dorthin gegangen war er vor allem, weil die Gemeinde den Ruf hatte, nicht viele Kirchgänger zu beheimaten. „Das war eine Herausforderung für mich.“ Ihm selbst eilte der Ruf voraus, kreativ zu sein. Eine gute Kombination. Und doch hatte Altmann nach 13 Jahren in der Gemeinde den Traum,  was anderes zu machen. „Ich wollte gerne als Pfarrer in Florenz oder Genua arbeiten. Das hat nicht geklappt. Dafür habe ich dann nebenbei die Reiseleitung für biblische Reisen übernommen.“

Und dann kam die Anfrage von Karl Biskamp, ob er nicht die neu eingerichtete Stelle des Hephata-Pfarrers übernehmen wolle. „Er stellte sich jemanden vor, der ausprobiert, der die Sachen anders macht.“ Zum 1. Januar 1994 fing Johannes Altmann in Hephata an. Seine Schwerpunkte setzte er in der Seelsorge, in Kreativ-Gottes­diensten und der Gemeindevertretung (GV). Gemeinsam mit der GV stellte er seit 1997 alle zwei Jahre eine Krippenausstellung in der Hephata-Kirche auf die Beine. Wie kommt man auf so was? „Vielleicht liegt es daran, dass mein Hobby die Modelleisenbahn, das liebevolle Basteln und Bauen von Miniaturen ist,“ vermutet Altmann. Egal, die Krippenausstellungen weiteten sich zu Ausstellungen biblischer Bilder und Geschichten aus, die ihren Höhepunkt in der Ausstellung mit Kees de Kort vor drei Jahren fanden. Im Team organisierte Altmann zudem auch Reisen mit Bewohnern und Mitarbeitenden nach Israel oder in den Libanon. „Wir haben uns die Orte angeguckt, deren Namen Häuser in Hephata tragen, unter anderem Bethanien, Emmaus oder Nazareth.“

Hinzu kam der Konfirmandenunterricht. Gemeinsam mit Mitarbeitenden Hephatas, die ihm ehrenamtlich halfen, gestaltete Altmann integrative Konfirmandenstunden, bei denen auch schwer behinderte Jugendliche mitmachen konnten. Daraus geboren wurde wiederum die Idee zu speziellen Gottesdiensten für Kinder und Jugendliche: Altmann  tanzte mit Kindern der integrativen Kindertagesstätte Hephata zu „Einfach spitze, dass Du da bist“ durch die Kirche, scherzte mit einem Comedian im Gottesdienst oder fuhr auf einem Motorrad in die Kirche. Aus den Jugend-Gottes­diensten wuchs im Laufe der Zeit eine Projektgruppe, die von der Hephata-Gemeinde ausging, aber unter anderem auch Polizei, Rettungsdienste, Jugendamt und Schulen einschloss. Gemeinsam stemmte die Gruppe beispielsweise die jährliche Veranstaltungswoche „Chancen und Risiken von Internet & Co“.

„Mir war es immer wichtig, Mitarbeitenden und Bewohnern gerecht zu werden. Zu zeigen, dass ich kein bisschen besser oder anders bin als sie. Es lag mir am Herzen in der Sprache zu sprechen, die sie sprechen“. Um das auch künftig tun zu können, muss er jetzt allerdings noch ein bisschen pauken: griechisch und englisch, denn das sind die beiden Sprachen, die in Zypern gesprochen werden. Mit seiner Ehefrau Marianna will er dort leben. Besuche in Deutschland stehen jedoch regelmäßig an, um seine drei Kinder und drei Enkelkinder zu sehen und seine Mutter zu besuchen. „Und dann finde ich es eine wunderschöne Vorstellung, einfach nur zu sitzen und keinen Termin zu haben.“ Wirklich? „Ok, ich nehme den Talar mit, wenn Deutsche auf Zypern getauft werden oder heiraten wollen. Und das biblische Reisen will ich auch noch machen, bis ich 70 bin. Vielleicht schreibe ich dann auch mal was darüber.“ (me)



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