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DGB warnt vor verfestigter Armut der Hartz-IV-Bezieher

Schwalm-Eder. Ende 2012 waren nach einer Analyse des DGB 8.216 Personen im Schwalm-Eder-Kreis von Hartz-IV betroffen. Den Hilfeempfängern im Landkreis gelingt es im Schnitt selten, längerfristig oder nur befristet in Arbeit zu kommen. Insbesondere von der neuen Bundesregierung erwartet der DGB mehr Unterstützung für die Erwerbslosen. DGB-Kreisvorsitzender Andreas Fritsch: „Durch die Kürzung der Arbeitsförderung in den vergangenen Jahren haben sich die Bedingungen der Hartz-IV-Empfänger massiv verschlechtert. Viele Menschen sind längerfristig auf staatliche Fürsorge angewiesen. Die neue Regierung muss die Förderung ausbauen, damit die Menschen auf dem Arbeitsmarkt mehr Möglichkeiten haben.“

Fünf Prozent der erwerbsfähigen Menschen im Schwalm-Eder-Kreis waren vor einem Jahr auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Das Hartz-IV-Risiko im Schwalm-Eder-Kreis ist damit leicht höher im Vergleich mit anderen ähnlich strukturierten Landkreisen in Westdeutschland (4,6 Prozent). Den DGB besorgt insbesondere, dass über 60 Prozent der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher bereits im Langzeitbezug sind und in den letzten zwei Jahren mindestens 21 Monate Hartz-IV bezogen haben. Fast die Hälfte ist sogar seit mindestens vier Jahren auf Unterstützung angewiesen. „Die Hartz-Reformen konnten nicht verhindern, dass diese prekären Lebenslagen sich verfestigen“, so Andreas Fritsch.

Trotz der Verhärtung im Hilfebezug gibt es auch im Hartz-IV-System relativ viel Bewegung. Ständig kommen Menschen hinzu, während andere den Hilfebezug beenden können. Erstmals hat der DGB im Schwalm-Eder-Kreis nun auch Daten der Arbeitsagentur zum Eintritt und Verbleib im Hartz-IV-System vorgelegt. Danach müssen knapp drei Prozent der Bevölkerung von 15 bis 64 Jahren innerhalb eines Jahres Hartz-IV beantragen. Rund die Hälfte der Hartz-IV-Beziehenden überwindet im ersten Jahr die Hilfebedürftigkeit. „Die Anzahl der hilfebedürftigen Menschen im Schwalm-Eder-Kreis geht weit über die der Erwerbslosen hinaus. Viele Hartz-IV-Bezieher befinden sich in Fördermaßnahmen oder gehen einer Beschäftigung nach, die durch niedrige Löhne, eine geringe Stundenzahl oder durch eine kurzfristige Dauer ihre Existenz nicht sichert. Andere haben Betreuungspflichten oder befinden sich noch in Ausbildung“, erläutert Fritsch.

Jobcenter und Landkreis benötigten mehr finanzielle Mittel, um den dauerhaften Bezug von Hartz-IV abbauen zu können. Fritsch: „Das Jobcenter sollte sich darauf konzentrieren, Menschen langfristig in eine auskömmliche Arbeit zu vermitteln. Sozialintegrative Maßnahmen sowie abschlussorientierte Qualifizierungen für Langzeitarbeitslose müssen ausgebaut werden. Aber auch die Unternehmen sollten mehr tun und Hartz-IV-Empfängern und Empfängerinnen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben.“ (red)



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