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Allendorf entscheidet Herzschlagfinale

Michael Allendorf, Schütze des Melsunger Siegtreffers, Sekunden vor Schluss. Foto: HartungKassel/Melsungen. Wie bereits in der vergangenen Saison stellte sich der TBV Lemgo als erster Gegner des neuen Jahres bei der MT Melsungen vor. Doch im Gegensatz zu 2013 behielten diesmal die Hausherren mit 33:32 (16:16) die Oberhand. In einem Spiel, das über die volle Distanz auf des Messers Schneide stand, wechselte die Führung zunächst von der MT zum TBV und schließlich wieder zurück. Aus zwei geschlossenen Mannschaften ragten jeweils die besten Torschützen heraus. Michael Allendorf ,(11/5), der per Siebenmeter Sekunden vor Schluss den Melsunger Siegtreffer erzielte und Finn Lemke (10) für Lemgo drückten dem spannenden Spiel ihren Stempel auf.

Melsungen begann stark und druckvoll. Patrik Fahlgren kreuzte viel mit Philipp und Michael Müller, die Außen trafen. Erst Michael Allendorf trotz heftiger Bedrängnis von Routinier Florian Kehrmann, dann Johannes Sellin. Ohne große Wirkung allerdings, denn Lemgo blieb dran. Die Torhüter waren auf beiden Seiten zunächst nämlich kein Faktor. Nahezu jeder Wurf in diesem schnell geführten Spiel landete im Netz. Während sich die MT-Erfolge über nahezu alle Positionen verteilten, ging die Gefahr beim TBV größtenteils von den Halben im Rückraum aus. Finn Lemke (4) und Rolf Hermann (2) erzielten allein sechs der neun Gästetore der Anfangsviertelstunde, ein Gegenstoß und ein Siebenmeter kamen dazu. Zu wenig wohl für Niels Pfannenschmidt an der Linie, der nach Michael Müllers 10:9 die erste Auszeit nahm.

Doch die änderte an der Charakteristik der Begegnung nichts. Weiter legte Melsungen einen  vor, Lemgo zog nach. So dass auch Michael Roth fünf Minuten später eingriff und mit Jonathan Stenbäcken und Nenad Vuckovic zwei neue Leute brachte. Die belebten das Angriffsspiel zwar, konnten jedoch auch keine entscheidenden Impulse geben, um den unangenehm zu spielenden Gegner abzuschütteln. Dafür wurden die Torhüter besser und die Partie insgesamt härter. Beide Abwehrreihen packten beherzter zu, was schnell zu Strafen führte. Den Anfang machten auf nordhessischer Seite Philipp Müller und Felix Danner, was Timm Schneider und Finn Lemke zum 13:13-Ausgleich nutzten. Dann erwischte es in kurzer Folge gleich drei Ostwestfalen. Arjan Haenen wegen einer Fußabwehr, Timm Schneider nach einer rüden Aktion gegen Michael Müller und dann auch noch Kehrmann, der Allendorf unfair im Wurfversuch attackierte. Vor allem Schneider hatte Glück, dass die Referees es bei ihm nach einer kurzen Beratung bei einer Zeitstrafe beließen, denn auch der rote Karton wäre in dieser Situation durchaus möglich gewesen.

Statt die Überzahl besonnen auszuspielen ließen sich die rot-weißen Angreifer in unnötige Zweikämpfe hineinziehen und verpassten es, die Gunst des Augenblicks zu nutzen. In doppelter Unterzahl erspielten sich die Gäste dafür einen Siebenmeter, den Jens Bechtloff zum 14:14 nutzte. Mikael Appelgren lieferte mit mehreren Paraden die nächste Gelegenheit, noch vor der Pause für klarere Verhältnisse zu sorgen. Michael Allendorf per Siebenmeter und Michael Müller stellten auf 16:14, aber Timm Schneider verkürzte trotz angezeigtem passivem Spiel, und einen zu früh abgefeuerten letzten Wurf vor der Sirene wehrte Thomas Bauer ab, passte lang auf Jens Bechtloff, und der zog das Leder eiskalt über Appelgrens Scheitel zum Pausenstand von 16:16.

Der zweite Durchgang war zunächst das genaue Gegenteil vom torreichen Spielbeginn. Für Melsungen packte der eingewechselte Per Sandström zweimal glänzend zu, Gegenüber vereitelte Thomas Bauer Großchancen von Patrik Fahlgren und Michael Allendorf. Ehe schließlich Arian Haenen, der im ersten Durchgang mit einem Siebenmeter an Sandström gescheitert war, die erste Führung für den TBV. Womit sich das Muster nun umkehrte: Lemgo legte vor, Melsungen stand unter dem Druck nachziehen zu müssen. Was zunächst auch gelang, wenn auch mit einiger Mühe. Michael Müller und seinem unbändigen Einsatz war es zu verdanken, dass der Rückstand nicht größer wurde. Als Fahlgren eine Strafe absitzen musste und der Arm der Schiedsrichter passives Spiel signalisierte, nahm sich der Linkshänder ein Herz und zog voll durch. Zwar gelang den Gästen durch zwei Tore von Finn Lemke die 21:19-Führung, die aber Patrik Fahlgren und Philipp Müller wieder egalisieren konnten.
Die Lipperländer ließen sich dadurch aber nicht beeindrucken. Diesmal war es Rolf Hermann, der den Doppelpack für sich verbuchte. Zwei wichtige Tore, denn der MT-Express nahm wieder Fahrt auf. Appelgren kam zurück ins Tor, Vuckovic aufs Feld. Und der Kapitän war es auch, der den 25:25-Ausgleich mit einer feinen Einzelleistung besorgte. Dann ließ sich Lemke das Leder von Danner abjagen, Sellin wurde auf die Reise geschickt und brachte erstmals in der zweiten Hälfte die Hausherren wieder nach vorn: 26:25 (49.). Lemke und Schneider hielten Lemgo noch im Spiel, auch wenn Malte Schröder, Allendorf und erneut Vuckovic auf 29:27 stellten (53.).

Der Rest des Duells war Nervenkitzel pur. Melsungen hielt seinen Vorteil, aber Lemgo knickte nicht ein. Als Bauer zwei Minuten vor dem Ende, die 3.500 Zuschauer hatten sich schon längst von ihren Plätzen erhoben, einen Vuckovic-Kracher parierte und Rolf Hermann das 31:31 machte, spitzte sich alles noch mehr zu. Fahlgren, zuvor noch von Bechtloff in kurze Deckung genommen, erzielte die erneute Führung, die aber der überragende Finn Lemke mit seinem zehnten Tor vierzehn Sekunden vor Ultimo egalisierte. Als alles schon auf ein Unentschieden hinauslief, machten Hendrik Pekeler und eben dieser Finn Lemke, eben noch der gefeierte Spieler, Felix Danner im Raum stehend fest. Die logische Folge: Siebenmeter vier Sekunden vor dem Abpfiff. Hoffnungsvolle Blicke hier, Entsetzen dort. Das letzte Duell Mann gegen Mann, Allendorf gegen Bauer – und Allendorf behielt die Nerven, netzte auch diesen allerletzten Wurf ein zum nicht unverdienten, aber durch die dramatischen letzten Momente außerordentlich glücklichen Sieg der MT Melsungen.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Das war wirklich ein attraktives Spiel heute mit dem glücklicheren Ausgang für uns. Im Video haben wir vorher schon gesehen, dass dieser Gegner sehr gefährlich und schlecht auszurechnen ist. Spieler wie Timm Schneider und Finn Lemke haben schon eine außergewöhnliche Wurfkraft. Bei allem Positiven: unsere Spielsteuerung war sehr hektisch heute. Wir haben zu viele Bälle weggeworfen. Hinten hat es mit Danner und Kubes nicht so gut geklappt; Daniel hat einfach nicht ins Spiel gefunden. Das war aber auch der einzige Kritikpunkt, ansonsten war es eine gute Leistung. Den Punkt, den wir vor Weihnachten gegen Lübbecke liegengelassen haben, haben wir uns heute zurückgeholt.

Niels Pfannenschmidt: Glückwunsch an Michael Roth und seine Mannschaft zum Sieg. Wer am Ende mit einem Tor führt, hat verdient gewonnen. Das war auf beiden Seiten ein gutes Spiel für den Auftakt in die zweite Saisonphase, mit hohem Tempo und attraktiv für die Zuschauer. Wir haben uns seit der Vorbereitung gegen Melsungen von -17 über -11 und -5 auf -1 gesteigert. Der Aufwärtstrend ist also deutlich erkennbar. Heute haben wir unsere Aufgaben gut gelöst, aber Melsungen konnte am Ende, als unsere Spieler schon müde wurden, mit Vuckovic noch einmal einen frischen Spieler bringen. Diese breitere Bank und die individuellen Stärken von Spielern wie Vuckovic und Fahlgren haben am Ende vielleicht den Ausschlag gegeben und das eine Tor Differenz ausgemacht.

Statistik
MT Melsungen: Appelgren (10 Paraden / 22 Gegentore), Sandström (4 P. / 10 G.); Stenbäcken, Mansson (1), Sellin (3), Kubes, Fahlgren (4), Schröder (1), Hildebrand, Danner (3), P. Müller (2), Zufelde, Allendorf (11/5), Vuckovic (3), M. Müller (5).

TBV Lemgo: Bauer (10 P. / 30 G.), Dresrüsse (0 P. / 3 G.); Lönn, Bechtloff (6/3), Kehrmann, Possehl, Schneider (5), Hermann (5), Pekeler (1), Lemke (10), Herth, Haenen (4/3), Zieker (1), Niemeyer.

SR: Peter Behrens (Düsseldorf) / Marc Fasthoff (Düsseldorf).

Zeitstrafen: 6 – 6 (P. Müller 17:55, Danner 21:39, Fahlgren 36:28 – Haenen 24:45, Schneider 25:09, Kehrmann 26:37).

Strafwürfe: 5/5 –7/6 (Haenen scheitert an Sandström, 22:34)

Zuschauer: 3.531 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm:
1:0 (1.), 3:1 (3.), 3:2 (5.), 3:3 (6.), 5:3 (7.), 5:4 (8.), 6:5 (9.), 7:6 (10.), 7:7 (11.), 8:7 (12.), 9:9 (14.), 10:9 (16.), 11:10 (17.), 12:11 (18.), 13:11 (21.), 13:12 (23.), 13:13 (25.), 14:13 (26.), 14:14 (27.), 16:14 (28.), 16:16 (HZ), 17:17 (34.), 17:18 (37.), 18:19 (38.), 19:21 (40.), 21:21 (42.), 21:22 (43.), 23:24 (45.), 24:25 (46.), 25:25 (47.), 26:25 (49.), 26:26 (50.), 27:26 (51.), 28:27 (52.), 29:27 (53.), 29:28 (54.), 30:28 (55.), 30:29 (56.), 31:29 (57.), 31:30 (58.), 32:31 (59.), 33:32 (EN)



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