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MT ebnet Weg ins Final Four: 30:27 gegen Frisch Auf

Michael Allendorf, Trainer Michael Roth und Kapitän Nenad Vuckovic (v.l.) können sich zurecht über den erneuten Final Four-Einzug freuen. Foto: HartungHamburg/Melsungen. Zum zweiten Mal in Folge tritt die MT Melsungen in Hamburg bei der DHB-Pokalendrunde an. Im Viertelfinale besiegten die Nordhessen Frisch Auf Göppingen mit 30:27 (16:11). Vor ausverkaufter Kulisse in der Melsunger Stadtsporthalle lag die Mannschaft von Trainer Michael Roth über die volle Distanz vorn, konnte sich aber bis in die Schlussminuten keine Verschnaufpausen gönnen. Bester Melsunger Torschütze war Michael Allendorf (6/5). Für die Gäste war Michael Kraus mit sieben Treffern erfolgreichster Akteur.

Die MT erwischte einen prima Start in die Partie. Gleich den ersten Wurf seines künftigen Mannschaftskollegen Momir Rnic fing Mikael Appelgren ab, Patrik Fahlgren versilberte den Ballgewinn zur Führung. Die Jonathan Stenbäcken nur kurze Zeit später ausbaute, nachdem Felix Lobedank sich ein Offensivfoul geleistet hatte. Dazu kassierte Bojan Beljanski noch eine Strafe, weil er Michael Müller beim Abwehrversuch im Gesicht erwischte. Die Göppinger hatten sichtbar Schwierigkeiten, sich auf die Gegebenheiten in der engen Stadtsporthalle einzustellen. Abzulesen an der Ergebnistafel, die nach sechseinhalb Minuten bereits eine 5:1-Führung der Hausherren auswies.

Wonach sich die Gäste aber dann doch langsam fingen. Auch wenn Felix Danner trotz heftigster Gegenwehr zum 9:4 einnetzen konnte, spielte sich Göppingen mehr und mehr in die Partie hinein. Immer wieder angetrieben von Michael Kraus, der sich zunächst darauf konzentrierte, seine Mitspieler in Szene zu setzen, dann aber auch selbst auf Torejagd ging. Parallel dazu ließ die Konzentration bei den Gastgebern leicht nach. Patrik Fahlgren leistete sich den ersten Fehlwurf aus dem Feld, nachdem vorher bereits Michael Allendorf vom Siebenmeterpunkt an Primoz Prost gescheitert war. Und auch Johannes Sellin hämmerte einen Strafwurf an den Pfosten statt ins Netz, so dass sich der Vorsprung trotz klarer Feldüberlegenheit nicht weiter ausbauen ließ.

Dis zur Pause tat sich deshalb nicht mehr viel. Allendorf, Sellin und Daniel Kubes warfen zwischenzeitlich mit 13:6 den höchsten Vorsprung heraus, weil Göppingen vor allem im Angriff die nötige Disziplin vermissen ließ. Bezeichnend, dass Dragos Oprea in der Vorwärtsbewegung wegen Meckerns auf die Bank musste. Allerdings dezimierte sich auch Melsungen selbst, und das für mehr als eine Minute sogar doppelt. Erst ging Philipp Müller, dann Johannes Sellin und Oprea verkürzte auf 14:10. Ein Doppelpack von Allendorf sorgte wieder für mehr Distanz, bevor Kraus mit der Sirene den elften Treffer für sein Team setzte.

Aus der Kabine heraus präsentierte sich eine andere Göppinger Mannschaft. Was weniger am eingewechselten Nikola Marinovic im Tor lag als an einer weitaus aggressiveren Deckung der Grün-Weißen. Glück für Melsungen, dass Manuel Späth gleich wieder auf die Bank musste und der Schwung der Gäste damit etwas verpuffte. Mikael Appelgren war es zu verdanken, dass Frisch-Auf! nicht entscheidend Boden gut machen konnte. Mit einer Riesenparade gegen den frei durchgebrochenen Christian Schöne machte er die Halle zum Tollhaus. Die Revanche des Göppinger Rechtsaußen nur eine Minute später konnte er aber nicht mehr verhindern: die Schgwaben waren auf 20:16 heran.

Und es wurde sogar leicht brenzlig für die Hausherren. Als sie sich immer wieder festrannten an der offensiveren Deckung der Gäste, aus der heraus Späth die Kreise von Patrik Fahlgren effektiv störte. Und als Marinovic gegen Philipp Müller parierte, auf Schöne passte und der eiskalt zum 22:20 einnetzte, hätte das Spiel durchaus kippen können. Wenn nicht Michael Roth die passende Antwort gefunden hätte. Denn mit Nenad Vuckovic auf der Spielmacherposition lief es sofort wieder besser. Weil auch Anton Mannsson, der Danner am Kreis abgelöst hatte, traf und Philipp Müller seinen vorherigen Lapsus wieder gut machte, sah es beim 24:20 wieder freundlicher aus.

Bin in die Schlussphase hinein blieb es konstant bei diesem Abstand. Bis Göppingen in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorn warf. Der frisch eingewechselte Daniel Fontaine setzte drei Rückraumtreffer in Folge, Michael Kraus traf zum 28:26. Zu mehr reichte es aber nicht für die wacker kämpfenden Gäste. Mikael Appelgren mit einer Doppelparade gegen Evgeni Pevnov und Daniel Fontaine sorgte für einen Jubelorkan auf der Tribüne, Patrik Fahlgren ließ mit dem 29:26 die Stadtsporthalle erbeben. Der letzte verzweifelte Versuch der Schwaben mit einer offensiven Doppeldeckung gegen Fahlgren und Michael Müller fruchtete nicht, Appelgren lieferte gegen Lobedank seine 18. Parade ab und Johannes Sellin setzte den Schlusspunkt zum verdienten Einzug der MT ins Hamburger Finalturnier. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Wir standen heute unter großem Druck, diese riesengroße Chance auf das Finalturnier zu haben und das i-Tüpfelchen zu setzen. Das haben wir gut gelöst und in der ersten Halbzeit unsere beste Saisonleistung geboten. Schade, dass wir dabei noch einige klare Möglichkeiten ausgelassen haben. Insgesamt haben wir viel Kraft in diesem Spiel gelassen und sind überglücklich, dass wir den Sprung nach Hamburg geschafft haben.

Aleksandar Knezevic: Gratulation an Melsungen. Wir hatten in der ersten Hälfte leider eine schwache Phase zu Beginn. In der zweiten Halbzeit lief es besser, aber eben nicht gut genug.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (18 Paraden / 26 Gegentore), Sandström (0 P. / 1 G.); Stenbäcken (2), Mansson (2), Sellin (5/1), Kubes (1), Fahlgren (4), Schröder (1), Danner (2), P. Müller (2), Zufelde, Allendorf (6/5), Vuckovic (2), M. Müller (3).

Frisch-Auf! Göppingen: Prost (6 P. / 23 G.), Marinovic (4 P. / 7 G.); Kraus (7), Kneule, Oprea (2), Schöne (4), Späth, Beljanski, Lobedank (5), Markez, Pevnov (2), Fontaine (3), Thiede, Rnic (4/3).

SR: Lars Geipel (Landsberg) / Markus Helbig (Steuden).

Zeitstrafen: 8 – 10 (Danner, P. Müller, Sellin, Schröder – Beljanski 2x, Oprea, Späth 2x)

Strafwürfe: 9/6 – 3/3 (Allendorf scheitert 2x an Prost; Sellin wirft an den Pfosten).

Zuschauer: 1.100 in der Stadtsporthalle, Melsungen (Ausverkauft).

Spielfilm: 2:0 (3.), 4:1 (5.), 7:4 (10.), 9:5 (15.), 10:8 (18.), 10:6 (21.), 13:6 (24.), 13:8 (27.), 16:11 (HZ), 18:12 (33.), 20:15 (39.), 22:19 (45.), 25:21 (50.), 27:23 (55.), 29:27 (59.), 30:27 (EN).



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