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MT landet 24:22-Arbeitssieg gegen Balingen/Weilstetten

mt-melsungen140427Kassel/Melsungen. Nicht mit schönem Spiel, dafür mit ganz viel Moral und noch mehr Einsatzbereitschaft hat die MT Melsungen ihr Spiel gegen den HBW Balingen/Weilstetten mit 24:22 (10:11) gewonnen. Vor 2.736 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle liefen die Gastgeber über weite Strecken der ausgeglichenen Partie knappen Rückständen hinterher, gingen zwischendurch aber mehrfach auch selbst in Führung. Durch eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang verdiente sich die Mannschaft um den starken Kapitän Nenad Vuckovic, der mit sieben Toren auch der beste Schütze seines Teams war, den Erfolg. Balingen/Weilstetten enttäuschte keineswegs und präsentierte sich wesentlich stärker, als das ihr Tabellenplatz ausdrückt. Die Schwaben hatten im schnellen Rechtsaußen Florian Billek ihren besten Schützen. Überragend auf beiden Seiten präsentierten sich die Torhüter Mikael Appelgren (MT) und Nikolas Katsigiannis (HBW).

Mit Malte Schröder, der nicht zuletzt wegen seiner hervorragenden Leistung in Minden erneut den Vorzug gegenüber Michael Müller erhielt, und Christian Hildebrand auf dem rechten Flügel für den verletzten Johannes Sellin startete die MT nervös in die Partie. Gleich der erste Angriff endete in einem Ballverlust durch passives Spiel und dem darauf folgenden erfolgreichen Gegenstoß durch Florian Billek. Ein schneller Rückstand, dem die Gastgeber nicht nur hinterherlaufen mussten, sondern der vom stark abstiegsbedrohten Gast zunächst einmal ausgebaut wurde. Patrik Fahlgren, Malte Schröder zweimal, Felix Danner, Philipp Müller – sie alle scheiterten am bärenstarken Nikolas Katsigiannis im Balinger Tor. Florian Billek, Wolfgang Strobel und Sascha Ilitsch (2) trafen und brachten den Außenseiter mit 5:2 nach vorn (8.).

Das funktionierte jedoch nur so gut, weil Mikael Appelgren bis dahin noch seinen Zugang zum Spiel suchte. Und ihn urplötzlich fand, was den HBW unversehens in mächtige Schwierigkeiten brachte. Zweimal Michael Allendorf, zweimal Felix Danner sowie Philipp Müller sorgten für einen 5:0-Lauf, weil den Schwaben satte zehn Minuten kein Erfolg gegen Melsungens Schweden zwischen den Pfosten zustande brachten. Sicher auch geschuldet der kompromisslosen und guten Abwehrarbeit der Deckung rund um Daniel Kubes. Wie sein Kollege Katsigiannis gegen Michael Allendorf hielt Melsungens Keeper einen Siebenmeter gegen Florian Billek.

Und es blieb auch in der Folgezeit ein Spiel der Schlussmänner. Weil sich aber nach Michael Müllers 8:6 (20.) die MT ihre Angriffs-Auszeit nahm, kippte die Begegnung erneut. Begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Allendorf und zwei HBW-Ballgewinne in der Abwehr, die jeweils der schnelle Billek veredelte, warfen sich die Balinger wieder mit 10:8 in Führung (27.). Bevor es in den verbleibenden Minuten bis zur Pause noch einmal hektisch wurde. Zunächst stahl sich Michael Allendorf das Leder und versenkte den Gegenstoß zum Anschluss, dann musste Roland Schlinger für eine unsaubere Aktion gegen Hildebrand auf die Bank. Kurz darauf ließ Billek das Bein gegen Allendorf stehen, musste ebenfalls runter und Kapitän Nenad Vuckovic brachte das Leder vom Siebenmeterpunkt an Katsigiannis vorbei zum Ausgleich. Zwanzig Sekunden waren da noch zu spielen im ersten Durchgang, in denen vier Balinger den Melsunger Abwehrriegel tatsächlich knacken konnten und nach herrlichem Pass von Ilitsch auf Wolfgang Strobel durch den Kreisläufer zur knappen Halbzeitführung kamen.

Nach Wiederbeginn mühte sich die MT mit dem vorgezogenen Allendorf gegen Spielmacher Martin Strobel um einen schnellen Ballgewinn, realisierte ihn prompt und kam durch Christian Hildebrand zum Ausgleich. Zu mehr langte der numerische Vorteil auf dem Spielfeld allerdings nicht. Balingen kam durch Dragan Tubic zur nächsten Führung, die Fahlgren egalisierte. Wie auch Danner den nächsten Gästetreffer postwendend egalisierte. Erst danach spielte sich der Tabellen-Sechste langsam frei. Vor allem der Rückwechsel von Anton Mansson auf Felix Danner machte sich bemerkbar. Allein die Präsenz des National-Kreisläufers sorgte bei den Gästen für Alarmstimmung. Vuckovic mit Strafwurf nach Foul an Danner und Michael Müller sorgten für das 15:13 (38.).

Längst kein Ruhekissen, nicht einmal eine echte Trendwende, wie sich schnell herausstellen sollte. Denn Katsigiannis fand zur Stärke der ersten Hälfte zurück. Mit einer Doppelparade gegen Allendorf und Hildebrand, der den Abpraller reaktionsschnell gesichert hatte, als Höhepunkt. Ilitsch wieder im Doppelpack sowie Martin Strobel stellten die alten Verhältnisse wieder her und zwangen die MT in die Rolle des Jägers zurück. Wie ein heißer Abstiegskandidat präsentierten sich die „Gallier von der Alb“ ganz und gar nicht.

Aber auch die Nordhessen zeigten, dass sie inzwischen aus einem anderen, kämpferischen Holz geschnitzt sind. Allen Widrigkeiten und einigen umstrittenen Entscheidungen der Unparteiischen zum Trotz behielten die Bartenwetzer den Überblick. Stabilisierend wirkte dabei Nenad Vuckovic, der dem Angriffsspiel aus dem linken Rückraum viele Impulse gab und damit eine prima Ergänzung zu Regisseur Fahlgren darstellte. Was die Waage ein weiteres Mal kippen ließ – zum 19:17 für die Gastgeber (51.).

Wenn  an diesem Handballabend etwas beständig war, dann die Unbeständigkeit. Die dafür sorgte, dass Liniger zunächst mit zwei Treffern ausglich, dann Bilek mit ebenfalls zwei Toren auf 20:21 stellte (55.), was wiederum Vuckovic doppelt beantwortete und die Führung mit 22:21 zurückholte. Hildebrand setzte sogar noch das 23:21 drauf, bevor er sich für den Rest des Spiels auf die Strafbank verabschiedete. Kai Häfner nutzte das zum Anschluss in Überzahl und machte die Begegnung endgültig zum Krimi. Die finale Regie übernahm aber ein Melsunger: Nenad Vuckovic. Der Kapitän übernahm in Unterzahl und bei angezeigtem passivem Spiel die Verantwortung, zog aus zehn Metern ab und die Kugel schlug, unhaltbar für den sonst an diesem Tag überragenden Katsigiannis, zum Endstand von 24:22 im äußersten linken Tor-Eck ein. Ein Sieg, der durch die zeitgleiche Niederlage des ärgsten Verfolgers Magdeburg beim hessischen Nachbarn HSG Wetzlar umso wertvoller war im Kampf um den sechsten Rang. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Mit diesen zwei Punkten sind wir zufrieden, die waren sehr wichtig für uns. Wir wussten vorher schon, dass wir momentan in keiner guten Phase sind. Es geht irgendwie nichts richtig von der Hand. Die Enttäuschung vom Final Four hat uns doch mitgenommen. Zur Halbzeit war es uns schon klar, dass das, wenn überhaupt, nur ein Arbeitssieg werden kann. Es nervt, wenn man einfache Bälle nicht reinmacht und es ist mitunter dramatisch, wenn man die Möglichkeit zum Wegziehen hat und immer irgendetwas dazwischenkommt. Aber das Wichtigste ist eben, dass man auch solche Spiele wie das heute gegen eine sehr unangenehm zu spielende 3-2-1-Deckung der Balinger gewinnt. Ein Faktor war da sicher, dass sich Patrik Fahlgren in der zweiten Hälfte enorm gesteigert hat und der taktische Schachzug mit Nenad Vuckovic im linken Rückraum ein Treffer war.

Markus Gaugisch: Glückwunsch an die MT und an Michael Roth zu diesen zwei Punkten. Wir haben heute in punkto Einsatz, Leidenschaft und Biss ganz sicher unsere Grenze erreicht. In dieser Hinsicht war das ein tolles Spiel von uns. Aber 22 Fehlwürfe sind natürlich zu viel. Es war trotzdem bis zum Ende eng, nur dass wir eindreiviertel Minuten vor Schluss das letzte Tor erzielt haben und danach leider nicht mehr in Ballbesitz gekommen sind. Wir werden auf diese heutige Leistung jetzt aufbauen. Und wenn die Grundeinstellung von heute in Göppingen beim nächsten Auswärtsspiel die gleiche ist, sind wir auch dort nicht chancenlos.

Statistik

MT Melsungen: Appelgren (15 Paraden / 21 Gegentore), Sandström (1  P. / 1 G.); Stenbäcken, Mansson, Kubes, Fahlgren (2), Schröder, Forstbauer, Hildebrand (3), Danner (5), P. Müller (1), Zufelde, Allendorf (4), Vuckovic (7/3), M. Müller (2).

HBW Balingen/Weilstetten: Rutschmann (0  P. / 0 G.), Katsigiannis (22  P. / 24 G.); König, Foth (1), Tubic (1), Ettwein (1), Schlinger, W. Strobel (3), Wessig, M. Strobel (3/2), Häfner (1), Ilitsch (4), Billek (6), Liniger (2/1).

SR: Christian Moles (Heddesheim) / Lutz Pittner (Karlsruhe).

Zeitstrafen: 14 – 10 (Allendorf 23:19 Min., Schröder 41:30 Min. , Hildebrand 42:20 57:59 Min., M. Müller 45:07 u. 52:07 Min., Danner 49:08 Min. – Schlinger 29:18 Min., Billek 29:39 Min., Foth 46:25 u. 53:47 Min., M. Strobel 56:03 Min.).

Strafwürfe: 3/2 – 5/3 (Allendorf scheitert an Katsigiannis, 13:24 Min.; Billek scheitert an Appelgren, 15:21 Min.; Liniger scheitert an Fahlgren, 42:23 Min.).

Zuschauer: 2.736 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 1:2 (2.), 2:2 (3.), 2:3 (5.), 2:5 (8.), 3:5 (9.), 4:5 (10.), 5:5 (15.), 6:5 (16.), 7:5 (18.), 8:6 (20.), 8:7 (23.), 8:9 (26.), 9:10 (28.), 10:11 (HZ), 11:12 (32.), 13:13 (33.), 14:13 (35.), 15:15 (40.), 15:16 (42.), 16:17 (46.), 17:17 (47.), 18:17 (50.), 20:20 (53.), 22:21 (56.), 23:21 (58.), 24:22 (EN).



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