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Henri Alter warf Speer über 64 Meter und trat über

ajw140909aBaunatal/Melsungen. Einen Tag nach dem Feriensportfest in Neukirchen ermittelten 26 Senioren aus 13 nordhessischen Vereinen in Baunatal ihre Meister in den Wurf- und Stoßwettbewerben. Norbert Weinreich, der sich vor einigen Wochen in Halberstadt den Titel eines LSW-Europameisters im Schleuderballwerfen sichern konnte, kam als Kugelstoßsieger in der M45 mit 11,04 Meter bis auf drei Zentimeter an seine Jahresbestleistung heran, die er im April beim Werfer-Fünfkampf in Borken aufgestellt hatte. „Ich bin damit zufrieden, obwohl noch einige Zentimeter mehr drin wären, wenn ich die Kugel beim Abstoß besser treffen würde“, sagte der 46-jährige Drehstoß-Techiker.

Uwe Krah, der vier Jahre älter als Norbert Weinreich ist, bekam eine Berufung in die deutsche Senioren-Nationalmannschaft. In zwei Wochen wird das Kraftpaket aus Nentershausen beim Senioren-Länderkampf gegen Belgien und Frankreich die Farben der Bundesrepublik Deutschland im Kugelstoßen vertreten. Aber der Polizeioberkommissar konnte mit seiner Leistung von 13,26 Meter nicht zufrieden. Beim Kreissparkassen-Cup in Neukirchen hatte er die fünfzehn Pfund schwere Eisenkugel auf 12,97 Meter gewuchtet und war damals in der Lage, die 6kg-Kugel zwei Meter weiter zu stoßen. hatte, In den letzten Wochen scheint er wegen seiner technischen Defizite beim Angleiten leistungsmäßig zu stagnieren, denn die letzten Ergebnisse mit der 6kg-Kugel lagen nur zwischen 13,00 und 13,50 Meter. Bevor er sich zum Nachtdienst bei der Polizeistation in Sontra abmeldete, setzte er sich mit 13,26 Meter souverän vor Kemal Kiper aus Altmorschen (9,43 m) durch. Aber er blieb fast einen Meter hinter den Erwartungen zurück.

ajw140909bIm abschließenden Diskuswerfen auf dem vorher eingeweihten Nebenplatz auf der anderen Seite des Baunataler Parkstadions, waren den Athleten wegen der einbrechenden Dunkelheit nur drei Versuche vergönnt.

Norbert Weinreich, der sich auf diesen Wettkampf vorbereitet hatte und sich eine neue Jahresbestleistung vorgenommen hatte, kam nach 34,84 Meter und einem ungültigen Versuch im dritten Durchgang nur mehr auf 35,86 Meter. „Das lange Rumstehen und Warten bis zum Wettkampfbeginn, aber auch das Warten auf den nächsten Versuch sowie die hereinbrechende Dunkelheit waren nicht leistungsfördernd.“

Nachdem Alwin J. Wagner einen Tag vorher in Neukirchen die 1kg-Scheibe fast 40 Meter geworfen hatte, meldete er für diese Seniorenmeisterschaften nach. Aber auch er blieb weit hinter den Erwartungen zurück, weil er überhaupt nicht mit der 6/4-Drehung zurecht kam und somit auch nicht die Technik beim Andrehen nicht stimmen konnte. Besser machte es Eckard Kiel, sein früherer Polizeikollege, der heute in der Nähe von Frankfurt wohnt und weiterhin für den TSV Korbach startet. Der pensionierte Polizeihauptkommissar eröffnete seinen Wettkampf mit 35,80 Meter. Wagner, der im Diskusring sichtbar Schwierigkeiten hatte, begann mit einem ungültigen Versuch. Während im zweiten Durchgang Kiel die Scheibe außerhalb des Sektors war, setzte sich Wagner mit 35,96 Meter an die Spitze des Feldes. Im dritten und letzten Durchgang traf der Korbacher die kleine Scheibe beim Abwurf fast optimal, so dass sie erst bei 39,86 Meter wieder Bodenkontakt hatte. Damit war „die Messe gelesen“, denn Wagner verbesserte sich zwar auf 36,91 Meter, aber da fehlten noch knapp drei Meter zum Sieg. „Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal gegen einen Diskuswerfer aus Nordhessen verloren habe, sagte er anerkennend zur Leistung von Eckard Kiel und stellte fests, dass bis zu den deutschen Winterwurfmeisterschaften noch viel Arbeit auf ihn zukommen wird.

ajw140909dWagner brachte nach Baunatal auch seine Schützlinge Henri Alter und Michael Hiob mit. Beide hatten sich einen Tag vorher in Neukirchen in einer ausgezeichneten Form im Speerwerfen präsentiert. Hannelore Herrmann, die Regionalkoordinatorin aus Söhrewald, reagierte schnell und beantragte beim Hessischen Leichtathletik-Verband noch die Aufnahme eines Speerwurf-Einlagewettbewerbs für die U20, denn sowohl für Henri als auch für Michael lag ein persönlicher Rekordwurf in der Luft. Für den Fünften der deutschen Jugendmeisterschaften hätte eine Steigerung eine Verbesserung in die TOP-TEN-Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bedeutet.

Henri Alter kam mit seinem ersten Wurf auf 54,97 Meter, aber bereits im zweiten Durchgang demonstrierte er sein Können. Obwohl er in der Endphase seines Anlaufs unmittelbar vor dem Abwurf seine Geschwindigkeit herausnahm, wurde seine Leistung mit 59,59 Meter vermessen. Michael Hiob verbesserte sich im dritten Durchgang auf 42,87 Meter. Aber Nordhessens schnellster Sprinter in der U20 lag damit noch 110 Zentimeter von seinem 24 Stunden alten Hausrekord entfernt.

Als Henri im vierten und fünften Durchgang alles auf eine Karte setzte, bekam er beim Abwurf zu viel Rückenlage, so dass der Speer zu hoch abflog und bereits in seinem Zenit steil nach unten kam. Dennoch erzielte der 18-Jährige mit 57,08 und 58,63 Meter zwei gute Weiten, mit denen der mehrfache hessische Jugendmeister aber nicht zufrieden sein konnte.

Im vierten Durchgang klappte es bei Michael Hiob, denn mit 44,68 Meter gab es für ihn eine weitere Verbesserung. Zwei Tage vorher stand sein Hausrekord noch bei 38,68 Meter. Und auch bei Henri Alter klappte in seinem letzten Wurf fast alles: ein schneller Anlauf, ein optimaler Abwurf, eine gute Thermik und ein guter sowie langer Flug des Speers, dessen Spitze sich bei etwa 64 Meter in den Rasen des Parkstadions bohrte. Der Melsunger Speerwurfspezialist merkte beim Abwurf sofort, dass er das Gerät optimal getroffen hatte. Mit einem lauten Schrei schaute er dem Speer lange nach. Das war sein Fehler, denn dabei verlor er das Gleichgewicht und fiel nach vorne über, so dass dem Kampfrichter-Obmann nichts anderes übrig blieb, als die rote Fahne zu heben.

ajw1409009cÜber eine Minute lag Henri Alter vor Enttäuschung im Gras und hielt sich die Hände vors Gesicht, als ob er sagen wollte: Es war mein Fehler! Warum musste ich so lange dem Speer nachzuschauen. Henri Alter weiß nicht nur seit diesem Wurf, dass er im Speerwerfen zu den TOP-TEN-Jugendlichen in Deutschland gehört. Aber so langsam läuft ihm die Zeit davon. Er hat nur noch drei Chancen und alle hoffen, dass er zumindest eine davon nutzen kann. (ajw)



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