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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Auszeichnung für Erich Musack und Helmut Weidemeyer

Für Europa: Bürgermeister Klemens Olbrich, Stefan Lotz, Dietmar Woesler (Forum Internationale Partnerschaft), Helmuth Weidemeyer, Erich Musack und Europastaatssekretär Mark Weinmeister (v.l.). Foto: nhNeukirchen. Zwei Namen stehen in Neukirchen für Partnerschaftsaustausch: Helmut Weidemeyer für die deutsch-französische Partnerschaft mit der Partnergemeinde Longpont-sur-Orge und Erich Musack für die deutsch-ungarische Partnerschaft mit der Partnergemeinde Nagynyárád in Ungarn. Beide wurden im Rathaus zu Neukirchen für ihr Engagement in der Partnerschaftsarbeit ausgezeichnet. Außerdem erhielt die Stadt Neukirchen die Friedensmedaille des „Forums Internationale Partnerschaft“. Dessen Leiter, Dietmar Woesler, Königswinter, überreichte die Auszeichnungen.

Im Rahmen der Partnerschaftszeremonie konnte Bürgermeister Klemens Olbrich auch Gäste der Partnerschaftsvereine aus Fritzlar, Naumburg und Calden begrüßen. Besonderer Gast war der Staatssekretär für Europaangelegenheiten in der Hessischen Staatskanzlei, Mark Weinmeister. Musikalisch stimmte die Mandolinengruppe Seigertshausen auf dem Festakt ein.

Seit 1991 ist Neukirchen mit Longpont-sur-Orge in Frankreich und der Stadtteil Seigertshausen mit Nagynyárád in Ungarn verschwistert. Staatssekretär Mark Weinmeister verglich die Verbindung mit einer Ehe: „Am Anfang ist alles spannend, langfristig gilt es aber, die Verbindung mit Leben zu füllen“. Gerade heute in dieser krisengeschüttelten Zeit sei die Gemeinschaft der Staaten wichtiger denn je.

Die deutsch-französische Freundschaft (offiziell seit 1963) etwa gelte als Pfeiler der guten Verbindung: „Denn nicht Staaten, sondern nur Menschen können miteinander befreundet sein.“ Dietmar Woesler, der Projektleiter führte aus, dass es in Hessen aktuell 812 Partnerschaften gebe. Zwei davon pflege in besonderer Weise die Stadt Neukirchen.

Für den Partnerschaftsverein Neukirchen stehe Helmut Weidemeyer, der die Arbeit seit der Gründung und  als Vorsitzender von 1991 bis 2014 leitete. Bürgermeister Olbrich, der die Ehrung vornahm, führte unter anderem aus: „Sie sind die personifizierte Partnerschaft.“ Mit Stefan Lotz, Studienreferendar, dem neuen Vorsitzenden, habe man die neue Generation an die Partnerschaftsarbeit herangeführt. Auch diesen Übergang gestaltete Helmut Weidemeyer aktiv mit. „Stefan Lotz war mein bester Französisch-Leistungskursschüler.“ Helmut Weidemeyer wörtlich: „Ich und meine Frau bieten aber weiterhin jede Hilfe an – wann immer sie gebraucht wird.“

Erich Musack ist seit der Gründung der Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Nagynyárád Vorsitzender des Partnerschaftsvereins in Seigertshausen. „Du bist die Seele des Ganzen“, lobte Olbrich den Einsatz und das, trotz so mancher gesundheitlicher Belastungen. „Erich Musack verkörpert die Partnerschaft. Er kennt in der Partnerschaftsgemeinde jede Straße und nahezu jede Familie.“ Das bestätigte der Seigertshäuser angenehm gerührt und freute sich sichtlich über die Auszeichnung: „Ein Drittel der Seigertshäuser haben Ungarn gesehen“, erklärte er.

Der Projektleiter vom Forum Internationale Partnerschaft, Dietmar Woesler, ermutigte die Stadt und alle Neukirchener, die Freundschaft weiter mit so viel Leben zu füllen und gab einen kurzen Ausblick: Die Zukunft der Partnerschaften hänge maßgeblich vom Nachwuchs ab. In Umfragen, ob wir die EU bräuchten, hätten sich unlängst 48 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dafür ausgesprochen. Bei den Jugendlichen sei das Votum noch deutlicher ausgefallen, hier sind es 99 Prozent, die für Partnerschaftsbegegnung seien. „Für sie ist Europa die Zukunft“. Er warnte allerdings davor, dass die Politik aufpassen müsse, dass die Partnerschaftsarbeit nicht durch zu viel unsinnige Bürokratie belastet und an den Menschen vorbei ginge. Nur noch ein Prozent der Kommunen stellten aktuell Förderanträge für Partnerschaftsbegegnungen. „Die sind es leid“, resümierte Woesler. „Was wir brauchen“, so der Referent, „sei eine bürgerzugewandte Förderpolitik. Und junge Leute bräuchten Anerkennung und Ermutigung.“ (red)



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