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Siebert läuft im Alleingang 800 Meter in 2:21,06 Minuten

Karolin Siebert, die überlegene Läuferin in der U20. Foto: nhFelsberg. Mit acht von zehn Meisterschaften, fünf für die männliche Jugend A sowie drei für die weibliche Jugend, sahnten die Athleten der MT 1861 Melsungen 80 Prozent der Titel im Jugendbereich der U20 ab. Dennoch zeigte sich Trainer Alwin J. Wagner unzufrieden. Aber Erwartungen und Erfolge sind auch immer von Bewertungsmaßstäben abhängig und dafür ist die Höhe der Meßlatte entscheidend. Dagegen war MT-Chef Hans-Jörg Engler mit den guten Leistungen der MT-Jugendlichen zufrieden, die mit acht Athleten der U20 das größte Kontingent vor LTV Neukirchen (3), Tuspo Borken (1), TuS Fritzlar (1) und TSV Spangenberg (1) stellte.

Die Zeiten, wo es noch drei oder vier 100m-Vorläufe bei den Jugendlichen gab, sind auf Kreisebene sowie selbst in der Region Kassel und darüber hinaus schon längst vorbei. Weil sich immer weniger Athleten für die Leichtathletik interessieren und somit auch beim Training bzw. Wettkampf fehlen, stagniert in dieser Sportart auch die Leistungsentwicklung.

Jan Ullrich,  Weitsprungsieger der U20 mit 6,14 m. Foto: nhBei der männlichen Jugend war Dennis Horn der überragende Teilnehmer und sorgte für die Höhepunkte in den beiden Sprints der U20. Noch wenige Tage vor diesen Meisterschaften wollte er nichts von einem möglich Sieg über 100 Meter wissen. Tiefstapelei, Bescheidenheit? Für ihn ging es wohl eher darum, den Erwartungsdruck abzubauen, der seit den nordhessischen Meisterschaften 2014 auf ihn lastet. Damals wurde er überraschend nordhessischer Doppelmeister über 100 und 200 Meter.

Tim Hochschorner hatte Ende April in Bebra 11,71 Sekunden über 100 Meter vorgelegt und meldete gewisse Ansprüche an, so dass man ihn als Favorit handelte. Doch dem nicht so trainingsfleißigen Jugendlichen aus Gensungen machte der Student für Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule in Köln einen Strich durch die Rechnung. Beide kamen gut aus den Blöcken, und nach der Hälfte der Strecke hatte auch noch Magnus Riebeling (LTV Neukirchen) Kontakt zu den beiden Melsunger Sprintern. Während Horn mit seinem kraftvollen Stil dem Ziel entgegeneilte, merkte der 17-jährige Hochschorner, dass er gegen diese geballte Kraft nichts entgegenzusetzen hatte. So verkrampfte er auf den letzten Metern so sehr, dass er sichtbar zurückfiel. Dennis Horn durchbrach bei Gegenwinddas das elektronische Zielband nach 11,66 Sekunden und verfehlte seinen Hausrekord nur um 0,15 Sekunden. Zwischen dem neuen Kreismeister und Tim Hochschorner lagen am Ende 24 Hundertstelsekunden. „Hinten raus bin ich dermaßen schlecht gelaufen, so kann man nicht gewinnen“, analysierte Hochschorner das Rennen. Platz drei sicherte sich Magnus Riebeling (12,18) vor Florian Schareina (MT, 12,50) und Jan Ullrich (12,56).

45 Minuten später hinterließ Dennis Horn einen weiteren nachhaltigen Eindruck, als er auf der 200-m-Distanz durch die Kurve fegte und das Ziel nach herausragenden 23,88 Sekunden erreichte. Der Jugendliche aus Elfershausen, einem Ortsteil von Malsfeld, lief auf der ersten Hälfte bereits einen klaren Vorsprung heraus und baute diesen auf der Zielgeraden weiter aus. Damit blieb er exakt eine Sekunde vor Tim Hochschorner, der eine Woche vorher mit 23,83 Sekunden auf sich aufmerksam gemacht hatte. „Wenn man nur einmal in der Woche zum Training kommt, kann man keine Leistung planen“, sagte Alwin J. Wagner und zeigte sich enttäuscht von den beiden Sprintleistungen seines Schützlings, dem er in diesem Jahr Zeiten unter 11,40 und 23,20 zugetraut hatte. Für den dreifachen Melsunger Triumph sorgte der immer schneller werdende Florian Schareina mit 25,30 Sekunden, der den Spieß vom 100m-Finale umdrehte und Magnus Riebeling (25,51) auf Rang vier verweisen konnte.

Marie Wagner und Julia Klute im Ziel des 800m-Laufs. Foto: nhMit 47,00 Sekunden holte sich das MT-Staffelquartett zwar den Sieg über 4×100 Meter, aber die Zeit war nicht gut. Jan Ullrich, Tim Hochschorner, Florian Schareina und Dennis Horn sind bei guten Wechseln in der Lage, eine 45er Zeit zu laufen und könnten damit bei den Landes-Jugendmeisterschaften einen Finalplatz belegen. Aber dafür müssen alle gesund sein und an einem Strang ziehen; vor allem muss man dafür zielstrebig trainieren.

Während sich Hochschorner im zweiten Anlauf über 1,72 Meter den Hochsprungtitel holte, konnte Jan Ullrich sein großes Leistungspotenzial auch im Weitsprung nicht ausschöpfen. Mit 6,14 Meter hatte er am Ende zwar 75 Zentimeter Vorsprung, doch der Abiturient hatte sich für Felsberg selbst viel mehr ausgerechnet.

Auf der Mittelstrecke waren die Melsunger Jugendlichen in diesem Jahr nur mit dem jungen Aaron Werkmeister vertreten. Zum einen fehlte Christian Schulz wegen einer Fußverletzung, die er sich am 1. Mai zugezogen hatte, zum anderen war Lorenz Funck nach seinen überzeugenden Zeiten über 100 und 200 Meter sowie als Kurvenläufer in der 4x100m-Staffel zum Zeitpunkt der 800m-Läufe in Richtung Hessisch Lichtenau unterwegs, wo er am späten Nachmittag im Rahmen des Nordhessen-Cups die 10,4 Kilometer in 37:53 Minuten zurücklegte. Aaron Werkmeister, Jahrgang 1998, musste nach einer guten 65er-Anfangsrunde erkennen, dass ihm auf dem letzten Viertel der 800m-Strecke, noch das Stehvermögen fehlt. Mit 2:15,76 Minuten kam er vor Nico Skerra aus Steinatal (2:18,46) als Zweiter ins Ziel, konnte aber den Sieg von  Chali Tola aus Fritzlar (2:12,65) nicht verhindern.

Bei der weiblichen Jugend sorgte die mehrfache Hessenmeisterin Karolin Siebert erwartungsgemäß für die wertvollsten Leistungen. So war es kein Wunder, dass die 18-Jährige mit ihren drei Siegen auf der Laufstrecke auch die erfolgreichste Athletin bei der weiblichen Jugend U20 war.

Zum Auftakt holte sie sich den 100m-Titel in 13,34 Sekunden vor ihrer Trainingspartnerin Marie Wagner.  Die Jugendliche aus Gensungen trug mit ihren 14,16 Sekunden wesentlich dazu bei, dass es für das MT-Team einen Doppelsieg gab. Nele Grenzebach aus Spangenberg überzeugte als Dritte mit 14,24 Sekunden vor Lea Schichel (14,44) aus Geismar, die für den TuS Fritzlar startet. Elena Bricke (TuSpo Borken) wurde als Fünfte mit 14,98 Sekunden gestoppt.

Wer im Vorfeld den kleinsten Zweifel am 200m-Sieg von Karolin Siebert hegte, wurde nach ihrer Vorstellung im 100-Finale eines Besseren belehrt. Bei Gegenwind lief sie locker mit 27,20 Sekunden und unterbot ihre Jahresbestzeit aus dem Vorjahr um 0,3 Sekunden. Nur bei der Bahneröffnung in Bebra war sie unwesentlich schneller.  Marie Wagner gefiel als Zweite mit 28,46 Sekunden und demonstrierte damit, dass sie im Sommer eine 400m-Zeit unter 63 Sekunden laufen kann. Platz drei holte sich Elena Bricke aus Borken mit 30,48 Sekunden.

Mit geballter Kraft läuft Dennis Horn dem 200m-Ziel entgegen. Foto: nhAuch im 800m-Finale der U20 war Karolin Siebert ungefährdet. Die hessische Jugend-Hallenmeisterin ließ es ruhig angehen und lief die beiden Runden in 70 sowie 71 Sekunden. Mit 2:21,06 Minuten lief sie nicht nur die Tagesbestzeit aller Teilnehmerinnen, sondern sie sich auch die dritte Meisterschaft an diesem Tag. „Wenn Karolin, die am 7. Mai im Melsunger Waldstadion ihr Sportabitur in den leichtathletischen Disziplinen absolviert, sich im Sommer auf die 800 Meter konzentrieren würde, könnte sie bei den Landesmeisterschaften eine Zeit um 2:16 Minuten laufen. Karolin möchte aber gern die Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften über 400m-Hürden erfüllen und am 1. August in Jena zumindest den Vorlauf überstehen“, sagte Alwin J. Wagner und hofft, dass sein Schützling beide Ziele realisieren wird. Marie Wagner, die noch nicht ganz die frühere Wettkampfhärte besitzt und die Kreismeisterschaften mit ihren kräftezehrenden fünf Starts als gute Vorbereitung für die nächsten Aufgaben ansah, holte sich in 2:39,87 Sekunden den zweiten Platz. „Die 72 Sekunden für die erste Runde waren zum jetzigen Zeitpunkt noch zu schnell“, sagte Marie, die ebenfalls wie ihre Trainingspartnerin am Donnerstag ihr Sportabi ablegt.

Im Weitsprung überraschte Nele Grenzebach vom TSV Spangenberg die Konkurrenz. Die 17-jährige kam nach zwei ungültigen Sprüngen im dritten Durchgang auf 4,29 Meter und näherte sich verdächtig Lea Schichel (4,50 m) und der führenden Karolin Siebert (4,56 m). Als die beiden Spitzenreiterinnen sich im Finale nicht mehr steigerten, nutzte Nele Grenzebach die Gunst der Stunde und verbesserte sich  auf 4,65 Meter. Das war ihre erste Kreismeisterschaft und Trainer Martin Siebert hatte allen Grund zur Freude.

Im 100m-Finale der weiblichen Jugend U18 belegte Hanna Steuber (MT Melsungen) mit 14,30 Sekunden hinter Sophia Hog aus Spangenberg (13,04) und Svea Feldmann (Remsfeld, 13,84 Sek.) den dritten Platz. (ajw)



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