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Begleitung statt Beratung

Neue Stelle „Projektkoordination Ausbau Betreuungsstrukturen für Flüchtlinge“

Zemen Johannes kam vor sechs Jahren aus Äthiopien nach Deutschland. Heute bietet er im Gespräch mit Projektkoordinatorin Clara Förster selbst seine ehrenamtliche Hilfe an. Foto: nhSchwalmstadt-Treysa. Koordination, Vernetzung und Förderung ehrenamtlicher Initiativen zur Flüchtlingsbegleitung im Einzugsgebiet Schwalmstadt – das sind die Ziele von Sozialmanagerin Clara Förster. Sie hat die neu geschaffene Stelle „Projektkoordination Ausbau Betreuungsstrukturen für Flüchtlinge“ bei Hephata inne. Die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Hephata hatten sich beim Gesamtkonvent 2014 für die Schaffung der Stelle ausgesprochen. Diese wird nun für drei Jahre mit rund 167.000 Euro von der Aktion Mensch, sowie aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen der Diakonischen Gemeinschaft Hephata und von Hephata Diakonie finanziert.

Ich suche eine Wohnung. Ich brauche für mein Kind einen Kita-Platz. Ich benötige Hilfe beim Termin auf dem Amt. Ohne Übersetzer verstehe ich beim Arztbesuch nur die Hälfte. Solche und andere Hilferufe hörten die sechs deutschen Familien, die ehrenamtlich den interkulturellen Spielkreis der Diakonischen Gemeinschaft Hephata organisieren, oft. Wo es ging, versuchten sie zu unterstützen. So wurde der Spielkreis, der seit fast drei Jahren wöchentlich stattfindet, um Kinder und Eltern aus Deutschland und anderen Ländern im Spielen, Singen und Turnen zusammenzubringen, immer mehr auch zu einer Anlaufstelle für Flüchtlingsfamilien der Umgebung. Denn eine vergleichbare Stelle gab es für die zirka 1.400 Flüchtlinge im gesamten Schwalm-Eder-Kreis nicht. Zwar unterhält das Diakonische Werk des Schwalm-Eder-Kreises eine Flüchtlingsberatung, auch engagieren sich Ehrenamtliche des Arbeitskreises für Toleranz und Menschenwürde in Schwalmstadt und Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Hephata. Aber eine übergreifende und vernetzende Stelle existierte nicht.

„Irgendwann gingen aber Anzahl und Vielfalt der Fragen über die Möglichkeiten der Organisatoren des Spielkreises hinaus“, sagt Diakon Björn Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata. „Es klappte einfach nicht mehr, die Probleme ehrenamtlich und nebenbei zu lösen.“ Es wuchs die Idee, die Stelle einer hauptamtlichen Flüchtlingsbegleitung einzurichten. Beim Gesamtkonvent im vergangenen Jahr stimmten die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Hephata dafür und beantragten eine Förderung bei der Aktion Mensch. Der Weg für die Projektkoordination war frei. Vorgesetzter ist Björn Keding, Silvia Scheffer von der Asylberatung des Diakonischen Werkes im Schwalm-Eder-Kreis hat die Fachaufsicht. „Es geht darum, die Flüchtlingsbegleitung zielführender zu gestalten als bisher. Ehrenamtliche zu gewinnen, zu vernetzen und zu koordinieren. Es geht um eine konkrete Begleitung und Unterstützung“, sagt Björn Keding.

Vor der Begleitung geht es für Clara Förster jetzt erstmal ums Kennenlernen. Die 27-Jährige studierte Sozialmanagerin arbeitete zuvor in der Hephata-Berufshilfe. Dort war sie im mobilen Fallmanagement tätig. „Dabei ging es um ähnliche Hilfen, wie jetzt hier. Das Thema Flüchtlinge hat mich gereizt, weil es ein immer größer werdendes Thema innerhalb der Gesellschaft und der sozialen Arbeit wird.“ Momentan ist sie viel unterwegs: „Ich habe im Spielkreis angefangen, Leute kennengelernt und dann zu Hause besucht. Ich verbringe jetzt viel Zeit in der  Gemeinschaftsunterkunft des Schwalm-Eder-Kreises, in Wohnungen von Flüchtlingsfamilien. Gestern war ich im Jobcenter, heute habe ich mit Flüchtlingen zwei Wohnungen besichtigt, morgen begleite ich eine Frau zur Schwangerschaftsberatung der AWO“, erzählt die 27-Jährige. Hinzu kommen der Besuch des zweimal in der Woche stattfindenden Deutsch-Sprachkurses und auch der Transport von gespendeten Nahrungsmitteln in die Gemeinschaftsunterkunft, damit sie sowohl in Kontakt zu den Flüchtlingen als auch zu den Ehrenamtlichen kommt. „Ich möchte mir zunächst einen Überblick verschaffen, welche Initiativen und Idee es gibt. Dann wäre es gut, wenn sie mit einander verknüpft würden. Ich würde gerne den Rahmen schaffen, in dem alle, die sich einbringen und helfen wollen, engagieren können.“ Wie das ganz genau passieren soll, steht noch nicht fest. „Ideen gibt es viele. In den kommenden Wochen werden wir sehen, welche wir davon umsetzen wollen und können.“ (me)

Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbegleitung und -hilfe zu engagieren, kann sich bei Clara Förster melden unter (06691 18-1113) und E-Mail: clara.foerster@hephata.de.



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