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Neue Station für Behandlung von Epilepsien

Land Hessen unterstützt Investition der Hephata-Klinik mit 3,6 Millionen Euro

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel überreicht den Bewilligungsbescheid für den Neubau einer Epilepsiestation der Hephata-Klinik. Foto: nh

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel überreicht den Bewilligungsbescheid für den Neubau einer Epilepsiestation der Hephata-Klinik. Foto: nh

Schwalmstadt. Die Hephata-Klinik plant den Neubau einer Epilepsiestation für Menschen mit Mehrfachbehinderung. Das Land Hessen fördert diese Investition mit 3,6 Millionen Euro. Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel hat den entsprechenden Bewilligungsbescheid des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration am Donnerstag, 30. November, an Klaus Dieter Horchem als kaufmännischen Direktor der Hephata Diakonie sowie an Klinik-Geschäftsführerin Iris Frech und Chefarzt Dr. Bernd Schade überreicht.

Epilepsien gibt es bei Menschen mit und ohne Behinderung. Patienten mit über die Epilepsie hinausgehenden Behinderungen benötigen eine spezialisierte Behandlung und eine ihren Anforderungen entsprechende räumliche Ausstattung. „Mit dem Neubau der Epilepsiestation für Menschen mit Mehrfachbehinderung schließen wir eine Versorgungslücke in Hessen“, erklärt Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel. Die neue Station soll 16 Betten haben, das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 3,9 Millionen Euro – der Eigenanteil der Hephata Diakonie an der Finanzierung beträgt demnach rund 300.000 Euro. „Die Gesamtzahl der Betten in unserer Fachklinik für Neurologie bleibt auch nach dem Neubau bei 45“, ergänzt Iris Frech. Innerhalb der Fachklinik für Neurologie werden neben Epilepsien schwerpunktmäßig Schlaganfall-Patienten behandelt (siehe Hintergrund).

„Menschen mit Behinderung entwickeln häufig eine Epilepsie“, erklärt Chefarzt Dr. Bernd Schade. Schon jetzt werden innerhalb der Hephata-Klinik Epilepsiepatienten mit Behinderung behandelt – allerdings maximal zwei bis vier Personen, was zu mitunter langen Wartezeiten führt. Und in Patientenzimmern, die nicht barrierefrei sind, weshalb Patienten aus Hessen derzeit auch in anderen Bundesländern behandelt werden müssen. „Oft geht es zunächst um eine Epilepsie-Abklärung und um entsprechende diagnostische Maßnahmen“, so Schade. Dann folge die Medikamenten-Einstellung oder eine Medikamenten-Umstellung. „Im Schnitt dauert der Klinik-Aufenthalt rund drei Wochen.“

Die neue Station ist autonom zum laufenden Klinikbetrieb, sie ist funktional und räumlich in sich geschlossen. Zu den besonderen räumlichen Gegebenheiten zählen unter anderem barrierefreie Sanitäranlagen inklusive höhenverstellbarer Toiletten, Badewannenlifter im Stationsbad, eine Therapieküche und ein Snoozelraum. Der Neubau wird über einen neuen Verbindungsgang mit dem Bestandsgebäude erschlossen. Die Patientenzimmer werden nach Westen gegen eine Aufschüttung ausgerichtet. „Der Außenbereich soll als Therapiegarten genutzt werden“, erklärt Frech. Insgesamt biete der Neubau den Patienten mehr Schutz, zum Beispiel auch durch zugriffsichere Elektrogeräte und Steckdosen.

Die Planungen für den Neubau einer Epilepsiestation für Menschen mit Mehrfachbehinderung hat die Hephata Diakonie bereits im Jahr 2011 angestoßen. „Das Baukonzept ist in der Zwischenzeit mehrmals angepasst worden“, erklärt Horchem. Das Projekt sei auch deshalb planerisch komplex, weil der Neubau sich an den Baubestand der Hephata-Klinik anfüge. Hephata will nach der Übergabe des Bewilligungsbescheids nun zügig den Bauantrag stellen. „Wir rechnen damit, dass wir im Mai 2018 mit den Bauarbeiten starten können“, so Horchem. Als Bauzeit hält er rund anderthalb Jahre für realistisch, so dass die neue Station Ende 2019 in Betrieb genommen werden soll.

Hintergrund
Unter dem Dach der Hephata-Klinik gibt es eine Fachklinik für Neurologie mit 45 Betten und eine Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (48 Betten) mit angeschlossener Tagesklinik (13 Plätze) und einer Psychiatrischen Institutsambulanz. Insgesamt 115 Mitarbeitende sind für durchschnittlich rund 3.000 Patienten pro Jahr da.

In der Neurologie behandeln die interdisziplinären Teams aus Ärzten, Therapeuten und Pflegenden schwerpunktmäßig Schlaganfall-Patienten sowie Patienten mit Multipler Sklerose und mit Epilepsien. In der Psychiatrie zählen zu den behandelten Diagnosen unter anderem Depressionen, Demenzerkrankungen, bipolare Störungen, Schizophrenie und Abhängigkeitserkrankungen.

Überregional bekannt ist die Klinik für ihr Schlaflabor. Die Klinik ist auch Sitz der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin. (red)



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