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Bioabfall-Verordnung ist wichtiger Schritt

Wieviel Kunststoff ist im Biomüll? Der grünen Bundestagsabgeordneten Dr. Bettina Hoffmann sind die Grenzwerte zu hoch, sie fordert strengere Normen. Foto: René Schué | Pixabay

Schwalm-Eder. Einkaufstüten, Obstnetze, Kaffeekapseln: Leicht landet Plastik zusammen mit Lebensmittelresten in der Biotonne. Das Problem: Damit landet es in der Umwelt – für immer.

Verschmutzungsgrad neu festgelegt

Denn aus den Bioabfällen wird wertvoller Kompost hergestellt, der als Dünger auf Äcker oder in Gärten ausgebracht wird. Deswegen hat das Bundeskabinett nun beschlossen, dass nur noch ein Anteil von 0,5 Prozent Kunststoffen im Bioabfall sein darf, der zu Dünger und Kompost weiterverarbeitet wird.

„Es ist gut, dass die Bundesregierung strengere Grenzwerte für Kunststoffe im Bioabfall festgelegt hat. Nur so können wir unsere Bioabfälle als wertvollen Dünger weiterverwenden und Nährstoffkreisläufe schließen“, sagt Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin der Grünen Schwalm-Eder und Abgeordnete im Bundestag.

Plastik überdauert Jahrhunderte

Denn als winzige Kunststoff-Teilchen überdauert Plastik im Biomüll hunderte von Jahren. Die bisherigen Grenzwerte waren viel zu lax. Mit der alten Regelung war es erlaubt, dass jedes Jahr winzige Kunststoffpartikel im Umfang von bis zu 122 Millionen Plastiktüten über den Kompost in die Umwelt gelangen.

Bettina Hoffmann merkt weiterhin an: „Statt den Bioabfall im Plastikmüllbeutel zu sammeln, kann zum Beispiel Papier oder Küchenkrepp verwendet werden.“

Überprüfung schon bei Anlieferung

Die Folgen der neuen Verordnung: Die Betreiber der Bioabfall-Behandlungsanlagen sind nun dazu angehalten, die Menge von Kunststoffen bei der Lieferung zu prüfen. Wenn der Grenzwert überschritten wird, müssen die Kunststoffe aufwendig entfernt werden. Weil potentiell bei Bioabfällen aus Haushalten noch mehr Kunststoffe enthalten sind, sind hier sogar ein Prozent Kunststoffe zulässig.

Die neuen Grenzwerte gelten auch für Produkte aus sogenanntem Bioplastik. Solche Produkte zersetzen sich nur unter Labor-Bedingungen. Als kleine Fragmente sind sie später genauso in der Umwelt zu finden: Da sie in den Sortieranlagen nicht von konventionellem Plastik zu unterscheiden sind, müssen sie ebenso aufwendig aussortiert werden.

Erst gar nicht in den Biomüll

„Es ist praktisch unmöglich, alle Kunststoffe aus dem Bioabfall auszusortieren“, sagt Hermann Häusling, Sprecher der Grünen Schwalm-Eder. „Deswegen ist es am besten, wenn Plastik erst gar nicht im Biomüll landet und aufwendig aussortiert werden muss. Dazu sind wir alle gefragt: Der Müll muss im Haushalt gründlich getrennt werden. Grundsätzlich dürfen organische Abfälle aus der Küche und Pflanzenabfälle aus dem Garten in die Biotonne. Plastik hat dort aber nichts zu suchen.“

(red)



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