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Silber für Groppe – Platz sechs mit Bestzeit für Dittmar

Vivian Groppe – konzentriert vor ihrem Start über 200 Meter. Foto: K. J. Peters

Frankfurt. Auf hohem Niveau standen die Landes-Hallenmeisterschaften der U20, die am Olympiastützpunkt in Frankfurt ausgetragen wurden. Mit einer Silbermedaille und zwei weiteren Endkampfplatzierungen kehrten die sechs MT-Leichtathleten zurück.

„Das war besser als ich dachte, dennoch war es eine Achterbahnfahrt der Gefühle, denn es ging mal hoch und mal runter“, sagte Alwin Wagner, der nach den Meldeergebnissen selbst Vivian Groppe nicht mehr unter den Medaillenanwärtern sah.

Durchgangsstation in die Freiluftsaison

Die deutsche U18-Meisterin von 2021, die mit hohen Erwartungen in die Hallensaison eingestiegen war und bereits Mitte Dezember mit 7,63 Sekunden über 60 Meter und noch besseren 18,28 Sekunden über 150 Meter zu beeindrucken wusste, musste bereits zu Beginn des Jahres die Hallensaison abschreiben, denn wegen des nass-kalten Wetters in den letzten drei Wochen konnte sie kein Bahntraining mehr absolvieren. Und da auch die ungünstigen Trainingsvoraussetzungen in der Melsunger Stadtsporthalle nur 40m-Sprints ohne Spikes zulassen, ist die Hallensaison wie im Vorjahr quasi nur als Durchgangsstation für die Freiluftsaison gedacht.

Nachdem Vivian vor einer Woche die 60 Meter nur noch in 7,85 Sekunden lief, dachte die PK-Athletin des DLV an die Hallenmeisterschaften 2022, wo sie mit 7,92 Sekunden auf Rang landete. Deshalb hatte sich die 18-Jährige das Erreichen des Endlaufs als Ziel gesetzt. Aufgeregt und unsicher am Start belegte sie im vierten Vorlauf nur 0,02 Sekunden hinter Josephine Otto (Wiesbaden, 7,76) den zweiten Platz. Damit qualifizierte sie sich für das Semifinale, wo sie u.a. auf Holly Okuku (Wetzlar) und Titelverteidigerin Mira Baus traf. „Auch vor dem Start im Zwischenlauf war ich aufgeregt und ich weiß nicht warum“, sagte Vivian später.

Okuku in der Favoritenrolle

Für die Siegerin Okuku blieb die Uhr bei 7,56 Sekunden stehen. Mit 7,81 sicherte sich M. Baus Platz zwei. Nur einen Wimpernschlag dahinter belegte Vivian mit 7,82 Sekunden Rang drei. Sie hatte ihr Ziel erreicht und stand somit im Finale. Im zweiten Semifinale setzte sich C. Schlung (BSA) mit 7,64 Sekunden vor J. Otto (7,71) und Pia Pätzel (Bensheim, 7,91) durch. Somit hatten sich fünf Vorjahres-Finalistinnen erneut für den 60m-Endlauf der U20 qualifiziert.

Holly Okuku vom Sprintteam Wetzlar wurde auch in diesem Rennen ihrer Favoritenrolle gerecht und holte sich mit 7,49 den Titel. Carolin Schlung, die sich im Vorjahr (7,51 sec.) die Silbermedaille bei den deutschen U20-Meisterschaften geholt hatte und nach überstandener Corona-Erkrankung ohne große Erwartung in Frankfurt startete, belegte mit 7,57 Sekunden vor Josephine Otto (7,68) den zweiten Platz. Mit ihrem vierten Platz überraschte Vivian, die noch im Semifinale gegen Mia Baus verloren hatte. Vivian verdrängte nicht nur die Titelverteidiger mit 7,72 Sekunden, sondern war als Vierte 0,2 Sekunden schneller als im Vorjahr. Mira Baus landete mit 7,86 auf Platz fünf vor Pia Pätzel (7,98).

Kraftvoll und dynamisch: Der 17-jährige Niclas Dittmar, der sich über 200 Meter auf 23,05 Sekunden verbesserte. Foto: K. J. Peters

Unkonzentriert ins Straucheln geraten

Niclas Dittmar demonstrierte im 60m-Sprint der U20, dass er in der Start- und Beschleunigungsphase schon viel gelernt hat. In der laufenden Hallensaison hat sich der 17-jährige zum schnellsten Jugendlichen in Nordhessen gemausert. Nach 7,35, nur 0,01 Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit, qualifizierte er sich für das 60m-Halbfinale und hatte damit seine Vorgabe erreicht. Im Zwischenlauf lag er nach zwei Drittel der Strecke noch auf Rang zwei, was für das 60m-Finale gereicht hätte. Aber durch eine Unkonzentriertheit kam er etwas ins Straucheln, so konnten Jakob Möbius (Wiesbaden, 7,23) und Laurin Hanke (Frankfurt, 7,25) vorbeiziehen. Für den MT-Sprinter blieb mit 7,39 Sekunden der vierte Platz vor Elias Ehrmann (7,45) und Leon Schneider (7,49) aus Dornburg. Aber für das Finale reichte diese Zeit nicht mehr.

Nach einem taktischen 1500m-Rennen gab es auf der Ziellinie eine Millimeterentscheidung. Dabei setzte sich Moritz Kleesiek (LT Kassel) mit 4:14,33 knapp vor Tristan Kaufhold (Hanau-Rodenbach, 4:14,36) durch. Der dritte Platz ging an Jakob Dieterich (LT Kassel, 4:18,76). Erfahrung sammeln wollte der Melsunger Maximilian Hartmann, der nach 4:43,53 Minuten nicht über den vorletzten Platz hinauskam. Ähnlich erging es Aaron Wicke im 800m-Lauf der U16, wo er im zweiten Zeitvorlauf mit 2:35,28 Minuten den sechsten Platz belegte, was ihm im Gesamtergebnis nur Rang 16 einbrachte.

Böttcher bricht vorzeitig ab

Der zweite Tag begann für das Melsunger Team mit einer Enttäuschung, denn Maybritt Böttcher musste ihr 3000m-Rennen vorzeitig beenden. Die 18-Jährige, die sich bei einem Crosslauf eine Bänderdehnung im Knie zugezogen hatte und letzte Woche bei einem 800m-Testrennen fast zehn Sekunden über ihren Hausrekord blieb, wollte unbedingt bei den Landesmeisterschaften starten und mit einer Medaille nach Melsungen zurückkommen. Und so siegte ihr Herz gegen den Verstand. In einem taktischen Rennen konnte sie die ersten zehn Runden mühelos mithalten. Doch nach einem heftigen Stich im Kniebereich gab sie das Rennen auf. Louisa Martin (LG Eder), die Ende Oktober bei den nordhessischen Crosslaufmeisterschaften über 2,5 km fast eine halbe Minute später als die MT-Ausdauerspezialistin in Ziel kam, sicherte sich mit 10:56,36 hinter Louise Micol (Traisa, 10:45,61) den zweiten Platz.

Bereits am Start sah man eine getapte Maybritt Böttcher, die nach zehn Runden wegen Kniebeschwerden aus dem Rennen ausstieg. Foto: K. J. Peters

Rasante Entwicklung

Am zweiten Meisterschaftsnachmittag standen die 200m-Läufe mit Niclas Dittmar und Vivian Groppe auf dem Plan. Niclas startete im ersten Lauf auf der Außenbahn.Unmittelbar hinter ihm ging Jonas Smolka ins Rennen, der im Vorjahr die 100 Meter in 11,50 Sekunden zurückgelegt hatte. Aber Niclas ließ sich von der Zeit nicht beeindrucken und bot dem Sprinter aus Friedberg Paroli. Auf den letzten Metern setzte sich der MT-Sprinter mit 23,05 zu 23,14 durch. Erst am 09.09.2021 blieb er bei den Landesmeisterschaften mit 23,98 Sekunden zum ersten Mal unter 24 Sekunden.16 Monate ist er auf dieser Sprintstrecke fast eine Sekunde schneller. Was für eine rasante Entwicklung. Angereist mit einer Bestzeit von 23,38 Sekunden, war er nach dem dritten Lauf noch immer auf einem Medaillenrang zu finden. Danach übernahm Elias Maurer mit 22,26 die Führung und holte sich damit auch vor Elias Stork (Wiesbaden, 22,34) und Finn Kohlenbach (Königstein, 22,37) den Titel. Niclas überraschte mit einem nie erwarteten sechsten Platz und versucht im Sommer eine Norm für die deutschen U20-Meisterschaften in Rostock zu erfüllen (100 m = 11,20 200 m = 22,60 und 400 m = 50,50).

Silber für Vivian Groppe

Danach wurden fünf Zeitendläufe der weiblichen Jugend gestartet. Im ersten Rennen legte Finja Ponndorf (Frankfurt) 26,64 Sekunden vor. Anschließend setzte sich Raphaella Zali (Wehrheim) mit 26,47 an die Spitze. Diese Zeit wurde im dritten Lauf von Amelie Wachsmuth (BSA) mit 26,36 Sekunden verbessert. Vor dem letzten Rennen hatte sich Mira Baus (Schlüchtern) mit 26,31 Sekunden an die Spitze gesetzt. Im letzten Lauf standen die beiden PK-Athletinnen Carolin Schlung und Vivian Groppe im Mittelpunkt.

Vivian Groppe (Silber über 200 m) und Niclas Dittmar (6. Platz mit neuer Bestzeit) erzielten die besten Platzierungen der MT-Athleten. Foto: K. J. Peters

Vivian startete auf der Außenbahn, doch man merkte ihr nach wenigen Schritten an, dass ihr die Spritzigkeit fehlte. So hatte C. Schlung leichtes Spiel und überholte Vivian nach dem ersten Viertel der Strecke. Bei ihrem überlegenen Finalsieg lief sie mit 24,67 Sekunden auf Rang fünf der aktuellen DLV-U20-Bestenliste. Vivian sicherte sich mit 25,53 die Silbermedaille. Sie war damit über eine Sekunde langsamer als vor sechs Wochen, wo sie bei frühlingshaften Temperaturen im Stadion trainieren konnte.

Albers auf Rang 9 unter elf Läufern

Als letzter Wettbewerb stand aus Melsunger Sicht der 800m-Lauf auf dem Programm. Laurens Albers, der zum ersten Mal an einer hessischen Meisterschaft teilnahm, hatte bei einem Hallenrennen in Paderborn mit 2:03,37 Minuten mächtig aufgetrumpft. In Frankfurt hatte sich der 17-Jährige einen Platz unter den besten Acht vorgenommen. Aber im ersten Zeitvorlauf ließ er sich von dem zwei Jahre jüngeren Jakob Schmidt-Weigand überraschen und belegte hinter dem Kroaten Matej Markovic (Pfungstadt, 2:02,88) und dem Vorjahresschüler aus Gilserberg (2:04,70) mit 2:05,29 Minuten, nur knapp vor Lennard Herber (Gelnhausen, 2:05,51) den dritten Platz, was ihm im Gesamtergebnis von elf Startern nur Rang neun einbrachte.

(ajw)



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