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So viel Deutsch wie möglich sprechen

Homberg (Efze). 2022 ist die heute 36-jährige Vira Stroieva mit ihrem Mann (heute 61) und den beiden Söhnen vor dem Ukrainekrieg nach Deutschland geflüchtet. Seit März dieses Jahres unterstützt sie die Rezeption des Hotels Kloster Haydau in Morschen. Dort arbeitet sie nach ihrer zweimonatigen Probebeschäftigung nun unbefristet in Vollzeit.

Empfangsleitering Anna-Lena Teichmann (re.) unterstützte ihre neue Kollegin Vira Stroieva intensiv in der Einarbeitungsphase. Foto: N.N. | Jobcenter Schwalm-Eder

Erst Integrationskurs, dann Jobsuche im Fokus

„Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung als Buchhalterin und in den letzten Jahren in der Ukraine als Kosmetikerin gearbeitet. Daher habe ich in Deutschland in diesen Bereichen zunächst ein Praktikum gemacht. Eine Weiterbeschäftigung hat leider nicht geklappt, daher haben wir nach Alternativen gesucht“, fasst Stroieva zusammen.

Im Jobcenter habe es eine intensive Unterstützung durch Arbeitsvermittler Lukas Fischer gegeben. Der sagt: „Als Rucksackvermittler bin ich mit regionalen Arbeitgebern im Austausch und wusste daher, dass das Hotel Kloster Haydau Verstärkung an der Rezeption suchte. Da ich mich von Frau Stroievas Deutschkenntnissen in unseren Gesprächen überzeugen konnte, schlug ich ihr die Stelle als Rezeptionistin vor. Sie stimmte zu und ich nahm Kontakt mit dem Arbeitgeber auf.“

Nach Fischers Anruf im Kloster ging dann alles ganz schnell. Die Bewerbungsunterlagen Stroievas gingen ans Hotel und schon am nächsten Tag stellte sie sich persönlich vor. „Ihr positives Auftreten und ihre Motivation hat uns sofort beeindruckt“, blickt Personalreferentin Gena-Mary Dietz vom Hotel Kloster Haydau auf die Anfangszeit zurück.

Quereinstieg als Herausforderung und Chance

„Bei meinen letzten Anstellungen in der Ukraine habe ich sehr viel Kundenkontakt gehabt. Daher wusste ich, dass mir der Umgang mit Menschen liegt. Außerdem muss ich an der Rezeption ja sehr viel Deutsch sprechen. Für mich ist Sprache der Schlüssel zu allem, auch für eine gute berufliche Perspektive. Daher habe ich diese Chance ergriffen und etwas Neues gewagt“, so Stroieva über ihre Motivation, Erfahrungen in einem neuen Berufsfeld zu sammeln.

Test für beide Seiten

Jobcenter und Arbeitgeber vereinbarten zunächst eine zweimonatige Probebeschäftigung. „In dieser Zeit konnten wir uns gut kennenlernen und herausfinden, ob es für beide Seiten passt. Kommt man mit den unterschiedlichen Schichten zurecht? Klappt das mit der Kinderbetreuung? Dies war für beide Seiten wichtig und wertvoll“, berichtet Dietz weiter. Während der Einarbeitung habe sich Stroieva schnell selbst organisiert. „Sie hat sich beispielsweise Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den Reservierungsvorgang erstellt, wichtige Stellen in Nachschlagewerken markiert und natürlich sehr, sehr viele Fragen gestellt“, erzählt Stroievas direkte Vorgesetzte Anna-Lena Teichmann.

Blicken positiv nach vorne: Die Kolleginnen Anna-Lena Teichmann (vo. li.) und Vira Stroieva (vo. re.), umrahmt von Personalreferentin Gena-Mary Dietz und Arbeitsvermittler Lukas Fischer. Obere Reihe: Hoteldirektorin Maja Stephan und vom Jobcenter Bereichsleiter Markt & Integration, Stefan Ulrich. Foto: N.N. | Jobcenter Schwalm-Eder

Förderung der Arbeitsaufnahme

Grundsätzlich kann das Jobcenter sowohl Bürgergeldbeziehende als auch Arbeitgeber bei der Anbahnung einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung finanziell unterstützen. „Die befristete Probebeschäftigung haben wir arbeitgeberseitig gemäß § 16f SGB II Freie Förderung unterstützt“, informiert Bereichsleiter Markt & Integration, Stefan Ulrich, vom Jobcenter. „Zusätzlich zum Bürgergeld, das während einer Probebeschäftigung weiterhin ausgezahlt wird, hat Frau Stroieva ergänzend sogenanntes Einstiegsgeld (ESG) erhalten. Damit konnten die entstehenden Kosten bis zur ersten Lohnzahlung getragen werden.“

Unternehmen auf Jobsuche …

… rät Hoteldirektorin Maja Stephan: „Einfach mal machen, einfach mal trauen, ermöglichen Sie Chancen, seien Sie offen! Agentur für Arbeit und Jobcenter können finanziell und organisatorisch unterstützen, wenn es auf den ersten Blick nicht hundertprozentig passt oder Sie Bedenken haben. Und seien Sie auch als Arbeitgeber verbindlich und verlässlich – so wie Sie das schließlich auch von Ihren Bewerbern erwarten. Mit Offenheit und Toleranz können so runde Sachen entstehen.“

(Jobcenter Schwalm-Eder | red)



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