IG BAU: „Wohnen ist das A und O“
Schwalm-Eder. Ob aus Stein, Beton oder Holz: Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es rund 56.900 Häuser mit rund 88.800 Wohnungen. Ein Großteil davon ist längst in die Jahre gekommen. Rund 40.100 der Gebäude wurden vor 1980 gebaut. Das geht aus einer statistischen Auswertung zum Gebäudebestand hervor, die das Pestel-Institut für die IG BAU Nordhessen angefertigt hat.

Mehr Neubau, mehr Sanierungen! Der Wohnungsbau muss ein Schwerpunkt bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin sein, fordert die Baugewerkschaft. Sie hält die geplante Infrastruktur-Offensive von Union und SPD für „absolut richtig und wichtig“, von der Straßen- bis zur Schulsanierung. Foto: Tobias Seifert | IG BAU
Die Bau-Gewerkschaft will damit den Wohnungsbau in den Fokus rücken – den Neubau genauso wie die Sanierung älterer Gebäude.
Deutliche Signale nach Berlin senden!
„Damit da im Schwalm-Eder-Kreis mehr passiert, muss die neue Bundesregierung für den Wohnungsbau eine Offensive starten. Genau danach sieht es im Moment aber nicht aus“, sagt Klaus Michalak. Der Vorsitzende der IG BAU Nordhessen warnt CDU/CSU und SPD davor, den Wohnungsbau bei den Koalitionsverhandlungen zu vernachlässigen.
Deshalb appelliert die IG BAU Nordhessen jetzt an die CDU und an die SPD im Schwalm-Eder-Kreis, deutliche Signale nach Berlin zu senden. „Wohnen ist das A und O für die Menschen. Wohnungsnot und Mieten-Explosion sind für viele Menschen ein massives Problem. Eine Regierung, die das jetzt nicht effektiv anpackt, regiert an den Menschen vorbei“, warnt Klaus Michalak. Diese Botschaft müsse dringend „vom Schwalm-Eder-Kreis aus an den Tisch der Koalitionsverhandlungen gefunkt werden“.
Immerhin gehe es auch um den Neubau von Wohnungen im Schwalm-Eder-Kreis. Ebenso wie um die Energiespar-Sanierung alter Wohngebäude – von der Dachdämmung bis zum Austausch alter Fenster.
Breite Türen und Duschen ohne Schwellen
Insgesamt gibt es im Schwalm-Eder-Kreis nach Angaben des Pestel-Instituts rund 62.500 Wohnungen, die vor 1980 gebaut wurden. „Gerade von diesen Wohnungen, die 45 Jahre und älter sind, brauchen die meisten eine Sanierung. Es geht darum, deutlich mehr Wohnungen altersgerecht zu machen, wenn demnächst immer mehr Baby-Boomer in Rente gehen und älter werden“, sagt Klaus Michalak. Dabei komme es auf Badsanierungen an. Denn bei Seniorenwohnungen seien vor allem Duschen ohne Schwellen wichtig. Außerdem gehe es um breite Türen. „Ältere müssen in der Lage sein, sich mit einem Rollator in der Wohnung zu bewegen.“
Die IG BAU Nordhessen appelliert außerdem an die neuen Koalitionäre in Berlin, „mehr Menschen im Schwalm-Eder-Kreis endlich wieder eine Chance auf Wohneigentum“ zu geben. „Wer heute ein Durchschnittseinkommen hat, kann vom eigenen Einfamilienhaus, vom Reihenhaus oder von einer Eigentumswohnung nur träumen. Das muss sich ändern. Schwarz-Rot muss dafür sorgen, dass ein Facharbeiter, der Wohnungen baut, sich die endlich auch wieder leisten kann“, fordert der Gewerkschafter. Der Bund müsse da „dringend etwas unternehmen“ – erst recht bei wieder steigenden Bauzinsen.
Der Schwalm-Eder-Kreis wird profitieren
Es komme darauf an, dass die neue Bundesregierung „die Weichen für eine Trendwende beim Wohnungsbau stellt – für einen Neubau-Turbo“, so die IG BAU Nordhessen. Insbesondere beim sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau. Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben. „Es ist höchste Zeit, dass wieder mehr Wohnungen gebaut werden – dass die Zahl der Neubauten wieder deutlich nach oben geht“, so Michalak. Als bundesweite Zielmarke nennt die IG BAU 100.000 neu gebaute Sozialwohnungen und 60.000 neue bezahlbare Wohnungen pro Jahr.
Union und SPD setzten mit ihrer Infrastruktur-Offensive bei den Koalitionsverhandlungen einen entscheidenden Schwerpunkt. „Es ist richtig und wichtig, in die Infrastruktur zu investieren – in jede sanierte und neu gebaute Straße, jede Brücke, jede Schiene“, sagt Klaus Michalak. Davon werde auch der Schwalm-Eder-Kreis enorm profitieren. Es sei auch gut, Schulen als Teil der Infrastruktur zu sanieren.
„Es ist dabei aber auch wichtig und notwendig, dafür zu sorgen, dass sich Familien das Wohnen im Umfeld sanierter Schulen wieder leisten können“, so der Vorsitzende der IG BAU Nordhessen.
IG BAU Nordhessen
red



