Groppe mit schnellem Saisoneinstieg in den USA
Sacramento. Bei frühlingshaften Temperaturen startete Sprinterin Vivian Groppe (MT Melsungen) beim renommierten High-School-Klassiker in Sacramento (Kalifornien) in die Leichtathletik-Freiluftsaison. Dabei überzeugte die 20-Jährige, die seit September 2024 International Business und Sportmanagement in Reno (USA) studiert mit guten Sprintleistungen.

Vivian Groppe überzeugte im Wolf Pack-Team Nevada mit ihrem Einstand in die Freiluftsaison der Leichtathleten. Foto: Andressa Cholodovskis | Nevada Athletics
Vor allem überraschte sie in der 4 x 400-Meter-Staffel, wodurch sie sich für weitere Einsätze im Nevada Wolf Pack-Team der University of Nevada empfahl.
Nachdem sie vor drei Wochen die Hallensaison mit 25,44 Sekunden über 200 Meter in Albuquerque (New Mexico) abgeschlossen hatte, legte sie beim Saisoneinstieg in Sacramento die halbe Stadionrunde am ersten Wettkampftag in 25,10 Sekunden zurück. Die deutsche U18-Meisterin über 200 Meter (2021) gehörte 2023 noch zum Perspektivkader des DLV für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Ideale Voraussetzungen in den USA gefunden
Doch wegen mangelhafter Trainingsvoraussetzungen in Melsungen, – bedingt durch die fast zweijährige Sperrung des Waldstadions und das Ausweichen des Sprinttrainings auf die harte Straße, das zu schmerzhaften Verletzungen in der Waden- und Oberschenkelmuskulatur führten –, blieb Vivian in den Jahren 2023 und 2024 hinter den Erwartungen zurück. Ihre schnellste Zeit wurde im Vorjahr mit 25,52 Sekunden gemessen, eine Entwicklung, die wenig überraschend war.
Aber trotz dieser Rückschläge ließ sich die Studentin aus Beiseförth nicht entmutigen. Mit Disziplin und Zielstrebigkeit gab sie stets ihr Bestes und fand in den Vereinigten Staaten von Amerika ideale Voraussetzungen, ihr anspruchsvolles Studium und ihr Sprinttraining optimal aufeinander abzustimmen – sodass sie ihre sportlichen Ambitionen und akademischen Ziele erfolgreich und harmonisch miteinander verbinden kann.
Sekundenbruchteile der ersten Vier
Am zweiten Wettkampftag sprintete sie die 100 Meter in 12,03 Sekunden, nur knapp geschlagen von der österreichischen Hürdenspezialistin Mari Testa (12,01 sec.), die in Berkeley Medienwissenschaften studiert und mit 13,60 Sekunden über die 100 Meter Hürden bereits die Norm für die U23-EM in Bergen (Norwegen) erfüllt hat. Platz drei belegte die Schwedin Katharina Graman (12,04 sec.), die mit 6,37 Metern im Weitsprung und 13,24 Metern im Dreisprung bisher beeindruckte. Vierte wurde die US-Amerikanerin Nakai Johnson (12,06 sec.), die Ende Februar bei den West Indoor Championships in Albuquerque mit 7,54 Sekunden nur knapp das 60-Meter-Finale verpasst hatte.
Da sie als Jugendliche erst immer Mitte Mai in die Saison einstieg, ist es besonders bemerkenswert, dass Vivian schon im März mit 12,03 deutlich unter ihren besten Zeiten aus 2024 (12,25 sec) und 2023 (12,21 sec.) blieb.
Die neuen Ziele sind gesteckt
Ihre wertvollste Leistung zeigte sie jedoch als Staffelläuferin in der 4×400-Meter-Staffel, wo sie auf Position drei laufend mit einer Zeit von knapp über 56 Sekunden maßgeblich zur Endzeit von 3:45,43 Minuten und dem fünften Platz ihres Teams beitrug.
„Eine solche Leistung über die Stadionrunde war vor Kurzem noch nicht absehbar“, erklärte Vivian, die sich für ihren nächsten Wettkampf am 04. April in Stanford das Ziel gesetzt hat, ihre Sprintleistungen weiter zu steigern und die 100 Meter wieder unter 12 und die 200 Meter unter 25 Sekunden zu laufen.
Alwin Wagner, MT Melsungen
red



