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Medaillenhoffnungen auf Mittel- und Langstrecke

Darmstadt. Ein Blick auf die Meldeliste für die Landesmeisterschaften der Frauen und Männer, die am Wochenende in Darmstadt ausgetragen werden, zeigt, dass sich Maximilian Hartmann und Lorenz Funck (MT Melsungen) auf der Mittel- und Langstrecke berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen dürfen.

Lorenz Funck. Foto: Lothar Schattner

Lorenz Funck. Foto: Lothar Schattner

Favoriten sind gesetzt

Über 1500 Meter geht der 22-jährige Hartmann, der sich auch als Nachwuchstrainer bei der MT engagiert, mit der drittbesten Meldezeit von 4:10,83 Minuten ins Rennen. Im vergangenen Jahr belegte er trotz persönlicher Bestleistung von 4:25,36 Minuten Rang sieben. Hinter ihm liegt Julien Andrieu (Roßdorf) mit 4:20,22 Minuten bereits deutlich zurück. Als klarer Favorit gilt Ayoub Jaafar (Athletics Team Karben), der mit guten 3:51,44 Minuten gemeldet ist. Auch der Kampf um Silber scheint vorgezeichnet, denn der erst 18-jährige Tim Völker (Hanau-Rodenbach) überzeugte in der Hallensaison bereits mit 4:06,90 Minuten.

Maximilian Hartmann. Foto: Lothar Schattner

Maximilian Hartmann. Foto: Lothar Schattner

Deutlich offener gestaltet sich der 5000-Meter-Lauf der Männer. Zwar fehlt wie in vielen Wettbewerben ein Großteil der hessischen Spitze, dennoch ist das Feld solide besetzt. Tobias Schuster (Langgöns/Oberkleen) reist nach seinen 14:56,00 Minuten als klarer Favorit an und ist der einzige Läufer unter der 15-Minuten-Marke. Dahinter dürfte Tom Knauer (Hanau-Rodenbach), der Anfang Mai in Celle 15:13,09 Minuten lief, gute Chancen auf Platz zwei haben. Besonders spannend wird der Kampf um Bronze. Nur wenige Sekunden trennen Lorenz Funck, sportlicher Leiter der MT Melsungen, mit 15:39,90 Minuten von Gianmarco Lazzeri (Frankfurt Athletics), der mit 15:43,15 Minuten gemeldet ist. Außenseiterchancen besitzt zudem Benjamin Lückert (LAZ Gießen). Der aus der Schwalm stammende Läufer wurde im April mit 16:08,91 Minuten gestoppt und könnte in einem taktischen Rennen, das möglicherweise erst auf der Schlussrunde entschieden wird, zum Überraschungskandidaten für die Bronzemedaille werden. Aus Melsunger Sicht richtet sich der Blick außerdem auf den Jugendlichen Aaron Wicke, der sich in der Männerklasse einen Platz unter den Top Ten zum Ziel gesetzt hat.

25 Langsprinterinnen gemeldet

Mit Spannung wird zudem der Start von Vivian Groppe erwartet. Die frühere deutsche U18-Meisterin die erst in dieser Woche aus den USA nach Melsungen zurückgekehrt ist, startet in Darmstadt nur über 200 Meter. Für diesen Wettbewerb haben insgesamt 35 Langsprinterinnen gemeldet. Als Favoritin gilt Sila Sönmeciecek (Viernheim), die im vergangenen Jahr über 100 Meter mit 11,32 Sekunden zu den schnellsten deutschen Sprinterinnen zählte und auch über 200 Meter mit starken 23,62 Sekunden zu überzeugen wusste. Lokalmatadorin Nadine Mercier (Darmstadt), die beim Pfingstmeeting in Mannheim die halbe Stadionrunde in 24,47 Sekunden lief, zählt zu den ersten Anwärterinnen auf Silber. Auch die 20-jährige Pia Pätzel (Bensheim), die sich letzte Woche in Weinheim über 100 Meter auf 11,80 Sekunden verbessern konnte, peilt einen Podestplatz im Darmstädter Bürgerpark an. Aber auch Lena Sonnabend (Lorsch), Zweite der Meldeliste und Helen Marhöfer (Neu-Isenburg, 24,78 Sek.) sind nicht zu unterschätzen und möchten bei der Siegerehrung auf dem Podium stehen.

Vivian Groppe ist das erste Mal seit 2024 wieder in Melsungen. Foto: N.N. | pm, Alwin Wagner

Vivian Groppe ist das erste Mal seit 2024 wieder in Melsungen. Foto: N.N. | pm, Alwin Wagner

Groppe mit hohem Leistungsniveau

Für zusätzliche Spannung sorgt Vivian Groppe selbst. Die 21-Jährige, die seit zwei Jahren an der University of Nevada in Reno International Business und Sportmanagement studiert, hat erst wenige Einheiten im Melsunger Waldstadion trainiert. In dieser Saison blieb sie bislang in allen vier 200-Meter-Rennen unter 25 Sekunden. Ihren letzten Start in Deutschland hatte sie am 16. Juni 2024 bei den Süddeutschen Meisterschaften in Walldorf. Sollte sie im Vorlauf einen stabilen Lauf ohne erkennbare Ermüdung durch den Jetlag zeigen und dabei erneut ihre Sprintausdauer unter 25 Sekunden bestätigen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Vivian Groppe für das 200m-Finale der schnellsten Frauen Hessens qualifizieren wird. „Dann soll sie auch im Endlauf antreten“, sagte Alwin Wagner, der nach den wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten mit Vivian überzeugt ist, dass sein Schützling auch nach Abschluss der Saison in den USA noch über ein hohes Leistungsniveau verfügt.

Alwin J. Wagner
red


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