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Respekt- & Lohnschub ist jetzt fällig

Schwalm-Eder. Nach Worten der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt müsste eine Reinigungskraft länger als 70 Jahre arbeiten, um auf eine Durchschnittsrente zu kommen. Zum »Tag der Gebäudereinigung« am Montag, 15. Juni fordert die IG BAU mehr Anerkennung für den Berufsstand.

Sie sorgen dafür, dass die anderen ein „sauberes Leben“ haben: Reinigungskräfte haben einen Respekt- und Lohn-Schub verdient, fordert die IG BAU Nordhessen zum Tag der Gebäudereinigung. Foto: Tobias Seifert

Sie sorgen dafür, dass die anderen ein „sauberes Leben“ haben: Reinigungskräfte haben einen Respekt- und Lohn-Schub verdient, fordert die IG BAU Nordhessen zum Tag der Gebäudereinigung. Foto: Tobias Seifert

Gutes Auskommen ohne Altersarmut

Sie sorgen für saubere Büros, Schulen und Altenheime: Rund 430 Gebäudereiniger arbeiten im Schwalm-Eder-Kreis. „Doch bei ihnen ist längst nicht alles im Reinen: Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld: Wer schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt, hält zwar alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht dann Armut im Alter“, sagt Klaus Michalak von der IG BAU Nordhessen.

Zum »Tag der Gebäudereinigung« am kommenden Montag fordert die IG BAU deshalb einen „Respekt- und Lohn-Schub“ für die Arbeit im Reinigungsgewerbe. Es gehe um mehr Anerkennung und um ein gutes Auskommen – gegen Altersarmut, so Michalak.

Durchschnittsrente in weiter Ferne

„Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, so Michalak. Eine Gebäudereinigerin mit Vollzeit-Job müsse beim heute in der Branche üblichen Lohn – rein rechnerisch – über 70 Jahre lang arbeiten, um auf die Höhe der Durchschnittsrente zu kommen, so der Vorsitzende der IG BAU Nordhessen. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis. Krasse Lohnunterschiede sind allerdings ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt der Gewerkschafter.

Im Alter in Würde leben

Er appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Schwalm-Eder-Kreis und der Region, bei der anstehenden Rentenreform gegenzusteuern: „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, fordert der Vorsitzende der IG BAU Nordhessen.

Außerdem müsse es bei der kommenden Tarifrunde für die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ein „kräftiges Lohn-Plus“ geben. „Darauf sollten sich die 24 Gebäudereinigungsunternehmen im Schwalm-Eder-Kreis schon einmal einstellen“, sagt Michalak weiter. Er beruft sich bei den Zahlen zu den Beschäftigten und den Betrieben in der Gebäudereinigung auf Angaben der Arbeitsagentur.

Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Nordhessen
Mitgliederbüro Kassel
red


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