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Hessenderby Teil zwei bei der HSG Gensungen/Felsberg

Gensungen. Mit dem TV Gelnhausen stellt sich am 5. Dezember um 19.30 Uhr ein langjähriger Weggefährte aus alten Zweitliga-Zeiten in der Kreissporthalle vor. Und nicht nur das. Gelnhausen war damals neben Eisenach der geografisch nächstliegende Gegner für die HSG, was den Duellen mit den Mittelhessen fast zwangsläufig das Prädikat „Derby“ verlieh. Eine Einstufung, die man inzwischen natürlich mit Kontrahenten wie der Eintracht aus Baunatal oder dem SVH Kassel relativieren muss. Sicher ist es heute nicht mehr das hitzige Duell um die hessische Zweitligakrone, das es einmal war. Trotzdem wirkt dieses Flair immer noch nach, wenn es gegen den TVG geht.

Wie sich das in der Praxis auswirkt, das konnten wir uns in der vergangenen Saison an gleicher Stelle anschauen. Die HSG hatte nach ihrer verlustpunktfreien Vorrunde gerade das erste Spiel in Hochdorf verloren und geriet unter Druck von Saarlouis. Gelnhausen reiste als Tabellensechster an, ohne Ambitionen nach oben oder Befürchtungen nach unten. Äußerst unbequem, weil der Gegner damit vollkommen frei aufspielen konnte. Und so kam es dann auch. Vor 600 Zuschauern wandelten die Mittelhessen einen schnellen 5:9-Rückstand in eine 19:16-Pausenführung. Nach dem Wechsel das gleiche Spiel: unsere HSG spielte bis zu Michael Horns 24:22 wie aus einem Guss, um anschließend noch mit 29:31 ins Hintertreffen zu geraten. Es drohte die erste Heimniederlage gegen den TVG überhaupt. Stephan Untermann rettete den Grün-Gelben aber mit zwei Toren in den Schlussminuten, davon einem Siebenmeter zum Ausgleich, immerhin noch einen Zähler.

Wie auch im letzten Zweitligavergleich beider Teams in der Saison 2006/07 ein Siebenmeter die Partie entschied. Ebenfalls mit positivem Ausgang für die HSG, denn Michael Viehmann verwandelte vier Sekunden vor Schluss zum 28:27-Sieg. Interessant ist, dass heute immer noch insgesamt elf Spieler beider Seiten dabei sind, die diese Begegnung eine Spielklasse höher damals bestritten haben. Bei Gelnhausen sind das vor allem Torhüter Jasmin Camdzic, heute in Personalunion Torhüter und gleichzeitig Trainer, sowie Philip Deinet, Philipp Schwaab, Oliver Hubbert und Anders Indset, der aber damals verletzt nur auf der Bank saß. Für die HSG waren vor inzwischen fast dreieinhalb Jahren Michael Stahl, Stephan Untermann, Michael Viehmann, Michael Horn, Carsten Göbel und Jan-Hendrik Walther am Ball. Das zeigt, dass beide Clubs auf Kontinuität setzen. Denn es ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass jeweils etwa die halbe Mannschaft nach drei Jahren und einem zwischenzeitlichen Abstieg noch im gleichen Trikot für den gleichen Verein aufläuft.

Für Gelnhausen lief die Saison bisher keineswegs nach Wunsch. Heimniederlage zum Auftakt, dann drei Siege hintereinander, gefolgt von vier Niederlagen. „Wir befinden uns in einer Krise“, stellte Jasmin Camdzic treffend fest. Und machte das nicht nur an den 0:8 Punkten fest, sondern an den sich in ihrer Deutlichkeit kontinuierlich steigernden Schlappen. Tat das 27:37 beim Vorletzten SF Budenheim schon weh, war der Gipfel erst mit dem 26:37-Debakel gegen Hochdorf erreicht. Schon eine Viertelstunde vor Schluss verließen die Fans in Scharen frustriert und verärgert die Halle. Ob Hubbert, Indset oder Deinet; keiner der Routiniers hatte auch  nur den Ansatz einer Erklärung für diese katastrophalen Vorstellungen.

Nur eine Woche später war die Welt schon fast wieder in Ordnung. Camdzic hatte die Abwehr von 6:0 auf 3:2:1 umgestellt, die „Gensunger Variante“ gewissermaßen. Mit Erfolg! 31:22 in Baunatal, und das trotz 20 Strafminuten. Sechs Tage darauf der nächste Paukenschlag: 28:18 gegen Pohlheim. Wieder war die offensive Deckung der Schlüssel zum überzeugenden Sieg.

Das Allheilmittel schien gefunden, Camdzic wusste: „So müssen wir jetzt weitermachen“. Seine Spieler wussten es scheinbar nicht. Ausgerechnet beim Schlusslicht HSV Apolda fielen sie in alte Fehler zurück und ließen beide Punkte liegen. Sie waren dem Hexenkessel nicht gewachsen, den die Thüringer Fans aus der engen Halle machten. Was für die Anhänger unserer HSG mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl sein sollte, ihren Lieblingen auf dem Feld heute von Beginn an lautstark den Rücken zu stärken. Zumal der TVG sich am vergangenen Wochenende wenigstens zwei weitere Zähler gegen Bad Blankenburg erkämpfte, und sich damit doch wieder etwas Luft verschafft hat.

Drei Punkte sind es jetzt auf einen Abstiegsplatz. Längst nicht genug, um ähnlich frei in Gensungen auftreten zu können wie beim Punktgewinn letzte Saison. Diesen Luxus genießt diesmal unsere HSG, die mit ihrem dritten Rang und vier Punkten Rückstand zum Spitzenreiter absolut im Plan liegt, vielleicht sogar etwas darüber. Genau umgedrehte Vorzeichen also, die Michi Stahl, Philip Julius und ihre Mitstreiter diesmal hoffentlich ebenso positiv nutzen können wie vor elf Monaten Deinet, Hubbert und Indset bei ihrem überraschenden Punktgewinn an der Eder. (red)



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