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Burgenstürmer auf stählernen Rössern

Maranatha-Bewohner machten Ausflug mit den Gespannfreunden Kassel-Korbach

Borken/Bad Zwesten. 13 Gespanne, drei Solomaschinen und drei Begleitfahrzeuge, das war der Tross, der von Borken durch die Schwalm und den Kellerwald Richtung Burg Löwenstein rollte. In den Beiwagen und Begleitfahrzeugen saßen erfahrene Passagiere, die Bewohner des Wohnhauses Maranatha des Diakoniezentrums Hephata. Zum achten Mal unternahmen sie mit den Gespannfreunden Kassel-Korbach einen Motorrad-Ausflug. Ziel war die Jausenstation auf Burg Löwenstein in der Nähe von Bad Zwesten. Hier war ein üppiges Buffet vorbereitet, von dem alle reichlich Gebrauch machten. Ein gelungener Ausflug für die Bewohner, die Freunde und Betreuer.

So könnte nun der Bericht enden, aber eigentlich fängt er hier erst an. Menschen aus Maranatha, Menschen mit Autismus, steigen nicht einfach in Beiwagen, vertrauen sich nicht einfach jemanden an, sondern gehen mit ihrer Umwelt und den Eindrücken sehr vorsichtig um. Daher bedarf es sehr viel Vorbereitung und sehr viel Empathie – und zwar von allen, die an dem Ausflug teilnehmen. So setzte sich ein Gespann aus dem Fahrer, im Boot der Passagier und auf dem Sozius die Bezugsperson aus Maranatha zusammen. So rollten hier Teams durch die hessische Landschaft, die ohne die Bereitschaft zur Kooperation nicht denkbar wären. Hier muss dem Organisator Dr. Detlef Kienle, aber auch dem Team aus Maranatha mit Manuela Morkel einfach gedankt werden.

Jedes Jahr wird hier ein Erfolg erzielt, und das gilt für alle Teilnehmer, denn viele machen hier ihre ersten Erfahrungen auf drei Rädern. Hier, so Manuela Morkel, findet das Thema Inklusion seine praktische Umsetzung. Ganz selbstverständlich sitzen Biker, Betreuer und Betreute im vollbesetzten Ausflugslokal zusammen. Nur wer um die Ängste der Betroffenen weiß, kann diese Leistung richtig einschätzen.

Schließlich kam das Signal: Aufsitzen. Die Teams kehrten zu ihren Fahrzeugen zurück und in geordneter Form rollte alles wieder den Berg hinab in die weite Landschaft der Schwalm. Zurück blieb ein älteres Ehepaar, das lange den Gespannen zusah. Man sah ihnen an, dass sie an diesen Fahrzeugen großes Interesse hatten, schließlich sprachen sie den Fotografen an, der durch seine Motorradkleidung als Mitglied zu erkennen war. „Das sind Freunde, die jedes Jahr einen gemeinsamen Ausflug machen.“ Doch die Antwort genügte nicht, dafür hatten die beiden zu genau beobachtet. Nach der Erklärung, dass es sich hier um Passagiere aus Hephata handelt, sah der ältere Herr versonnen auf die chromblitzenden Maschinen: „Das haben wir nicht für möglich gehalten, wir finden das toll, aber es gibt noch sehr viele Menschen, die noch sehr viel lernen müssen.“ (ric)



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