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Derbyzeit in Hessen: Melsungen empfängt Wetzlar

Kassel/Melsungen. Zum Abschluss der Hinrunde hat der Spielplan der TOYOTA Handball-Bundesliga für die beiden hessischen Konkurrenten MT Melsungen und HSG Wetzlar – und natürlich für die Fans – noch ein echtes Highlight parat: Das Derby! Der direkte Vergleich an diesem 17. Spieltag steigt am Mittwoch, 22. Dezember, um 20.15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle. Und wenn schon hessisch, dann richtig: Das Spiel wird geleitet von dem international renommierten Schiedsrichtergespann Bernd und Reiner Methe aus Vellmar. Karten aller Kategorien sind im Vorverkauf und auch noch an der am Spieltag ab 18.45 Uhr geöffneten Abendkasse erhältlich.

„Wir wollen zum  einen unsere gute Serie nicht abreissen lassen, zum anderen gerade vor heimischer Kulisse dieses Jahr möglichst keinen Punkt mehr abgeben“, bringt Michael Roth die Zielsetzung fürs Hessenderby auf den Punkt. Und schließt dabei gleichzeitig schon das nur vier Tage später stattfindende Heimspiel gegen den SC Magdeburg mit ein. Der  MT-Trainer, der bis vor rund acht Wochen noch in Diensten der HSG Wetzlar stand, räumt ein, dass dieses Spiel gerade so kurz nach seinem Wechsel kein ganz normales für ihn ist. „Aber es geht hier nicht um mich, sondern darum, dass meine Mannschaft erfolgreich auftritt. Klar, dass die Fans aus beiden Lagern diese Begegnung sehr viel emotionaler sehen. Aber das ist auch gut so. Wir Sportler hingegen müssen uns auf uns selbst konzentrieren, um unsere Leistung abzurufen. Ich denke, die Zuschauer werden eine sehr interessante und heiß umkämpfte Partie erleben“.

Dabei kann Melsungens Coach auf die erfolgversprechende Besetzung der letzten Spiele bauen: Das in guter Form befindliche Rückraumtrio mit Grigorios Sanikis, Nenad Vuckovic und Alexandros Vasilakis dürfte ebenso wieder gesetzt sein, wie die Flügelzange mit Michael Allendorf und Savas Karipidis und am Kreis Andrej Klimovets. Dahinter stehen für die Außenpositionen Ivan Brovko und Milan Torbica parat, für den Rückraum Alin Sania, Predrag Dacevic, Michael Schweikardt und Jens Schöngarth und für die Nahwurfzone Felix Danner und Anton Mansson. Für die Besetzung der Torhüterposition stehen mit Mario Kelentric und Robert Lechte zwei Akteure zur Verfügung. Während Michael Roth dort in der Regel auf Ex-Weltmeister Kelentric als Nummer 1 baut, hat zuletzt gegen Ahlen/Hamm Robert Lechte längere Spielanteile erhalten – und diese auch gerechtfertigt.

Derbys sind das Salz in der Suppe jeder Handballsaison. Außer um Tore und Punkte geht es im Vergleich zweier aus dem gleichen Landesverband stammenden Clubs natürlich ums Prestige. Jeder will dem Kontrahenten beweisen, dass er – zumindest im direkten Kräftemessen – der stärkere ist. Dieses Ansinnen glüht wahrscheinlich solange es Derbys gibt. Und weil in solchen Spielen alle Beteiligten offenbar mehr Energien freisetzen können, als in „normalen Wettkämpfen“, sind auch Prognosen über deren Ausgang schwierig bis gar unmöglich. Da ist es unerheblich, welchen Tabellenplatz der jeweils andere gerade innehat, welche Formkurve er aufweist, oder sogar welche Besetzung er zum „Showdown“ mit dem Widersacher aufbieten kann. In Derbys geben oft die mentalen Qualitäten den Ausschlag über Sieg oder Niederlage: Willenskraft, kämpferisches Potenzial, Geduld, Cleverness und, und, und. Weil aber auch über deren jeweilige Ausprägungen immer nur spekuliert werden kann, ist zunächst doch ein Blick auf die Fakten sinnvoll.

Auf der einen Seite steht die gastgebende MT, die sich nach einem völlig verunglückten Saisonstart  inzwischen gefangen  und mit sieben Punkten aus den letzten vier Spielen den Umschwung eingeleitet hat. Die Nordhessen stehen zwar immer noch auf einem Abstiegsplatz, aber die zuletzt gezeigte Entwicklung lässt alle Beteiligten optimistisch Richtung Klassenerhalt blicken. Demgegenüber präsentieren sich die Mittelhessen schon etwas gefestigter. Mit 11:21 Punkten belegt Wetzlar momentan Rang 12. Das ist zwar noch keine Platzierung, die zum Ausruhen taugt, aber zumindest schon mal ein kleines Sicherheitsmoment bietet. Auf jeden Fall wollen beide in den jeweils noch drei zu absolvierenden Spielen bis zum Jahreswechsel soviel Punkte wie möglich einsammeln. Dabei vertraut Wetzlar wie bisher in dieser Saison wohl eher auf die Abwehr. Ginge es nämlich nur nach der Anzahl der kassierten Tore, lägen die Mittelhessen gar auf Rang 9. Die MT Melsungen kann diesbezüglich nicht ganz mithalten, sie fing sich im Schnitt zwei Tore mehr pro Spiel ein, als die HSG. Etwas anders sieht es in puncto Angriffsleistung aus: Die Rotweissen werfen durchschnittlich ein Tor mehr pro Spiel als die Grünweissen. Eine harmlosere Offensive als Wetzlar hat in der Liga derzeit nur noch Tabellenschlußlicht Rheinland.

Die wichtigsten Torschützen der von Ghenadij Chalepo trainierten Mannschaft sind auf den Rückraumpositionen zu finden und heißen Lars Friedrich (RR, von Hannover gekommen), Daniel Valo (RR, früher Melsungen), Timo Salzer (RM) und Philipp Müller (RL; Bruder von Nationalspieler Michael Müller). Die mitunter nicht zimperliche Abwehr hat ihre ruhenden Pole in den Torhütern Milos Hacko und Niko Weber, der nächste Saison das Dress der MT Melsungen tragen wird. Hier trifft er dann seine ehemaligen Wetzlarer Trainer Michael Roth und Mile Malesevic wieder und seine Mannschaftskameraden Michael Allendorf und Savas Karipidis. Damit steht es übrigens in Sachen Vereinswechsel dann remis. Denn von der MT zur HSG wechselten bisher mit Daniel Valo, Giorgos Chalkidis, Zoran Djordjic und Fabian Schomburg ebenfalls vier Akteure.

In der Beletage messen sich Melsungen und Wetzlar nunmehr im sechsten Jahr, seitdem also die MT 2005 den Aufstieg schaffte. Weil  die beiden Rivalen abseits der Punktspiele immer wieder auch in den Vorbereitungsphasen bei Turnieren oder Testspielen die Klingen kreuzen, kennen sie sich ziemlich genau. Da wird es am Mittwoch in Kassel auch auf die Taktiken ankommen, die die beiden Trainer Ghenadij Chalepo und Michael Roth ihren Teams verordnen. Vielleicht hat da der MT-Coach aufgrund der noch frischen Kenntnisse über seine ehemalige Truppe einen kleinen Vorteil gegenüber seinem Wetzlarer Kollegen. Doch letztlich wird es vor allem auf die ankommen, die auf dem Feld stehen und ihre Derby-Emotionen in möglichst erfolgreiche Handlungen umsetzen müssen,

Tickets sind noch in allen Kategorien in diesen Vorverkaufsstellen erhältlich: Kassel KÖ-Galerie, Geschäftsstelle Melsungen (Mühenstraße) und Lohfelden (Sporthaus Solms, Hauptstraße). Familien und Vereine genießen mit der Family Card und dem Multi-Ticket besonders günstige Konditionen. Tickets sind am Spieltag in jedem Falle auch noch an der ab 18.45 Uhr geöffneten Abendkasse der Rothenbach-Halle erhältlich. (Bernd Kaiser)

Schiedsrichter:
Bernd und Reiner Methe, Vellmar; DHB-Aufsicht: Peter Rauchfuß

Bisherige Bundesligavergleiche:

29.05.2010     HSG Wetzlar – MT    32:30
23.12.2009     MT – HSG Wetzlar    30:27
11.04.2009     MT – HSG Wetzlar     31:27
26.10.2008     HSG Wetzlar – MT    30:30
01.03.2008     MT – HSG Wetzlar    28:28
30.09.2007     HSG Wetzlar – MT    34:23
24.02.2007     MT – HSG Wetzlar    37:30
10.09.2006     HSG Wetzlar – MT    22:26
25.03.2006     MT – HSG Wetzlar    36:32
16.10.2005     HSG Wetzlar – MT    24:27



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