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Hella Böker verbessert Weltrekord im Werfer-Mehrkampf

Borken/Melsungen. Hella Böker von der Melsunger Turngemeinde war bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen die überragende Teilnehmerin beim traditionalen Werfer-Mehrkampf in Borken. Die mehrfache Senioren Welt- und Europameisterin, die erst kürzlich zwei Titel bei den deutschen Hallen- und Winterwurfmeisterschaften in Erfurt gewinnen konnte, stellte beim Werfer-Mehrkampf im Blumenhain-Stadion einen Weltrekord im Werferfünfkampf der Altersklasse W70 auf. Die vielseitige Werferin aus Fuldabrück erzielte in den fünf Wurfübungen, bestehend aus dem Hammerwerfen, Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen sowie dem abschließenden Gewichtwerfen, 5.291 Punkte und durchbrach souverän die angestrebte Schallmauer von 5.000 Punkten. Keine andere Werferin in Deutschland ist in den fünf Wurfdisziplinen so ausgeglichen wie die frühere weltklasse Diskuswerferin.

Bereits 1996 verbesserte sie bei der Senioren-EM in Malmö als Siegerin mit 3.717 Punkten den Europarekord  in der W50. Vier Jahre später gewann sie im finnischen Jyväskylä den Titel in der W55 mit 4.489 Punkten. Bei der EM 2002 in Potsdam holte sie ihren dritten Europameisterschaftstitel und siegte überlegen mit 4.879 Punkten. Und auch in Aarhus (Dänemark) war Hella Böker in der Vielseitigkeitsprüfung der leichtathletischen Werfer nicht zu bezwingen. Erneut siegte sie und sammelte in der W60 4.749 Punkte.  Das letzte Mal stand sie bei einer Europameisterschaft im Werfer-Mehrkampf bei der Siegerehrung in Poznan (Polen) 2006 auf dem obersten Treppchen. „Sie hat sich den Titel einer Seniorenkönigin in den Wurfwettbewerben nach ihren fünf Siegen bei den Europameisterschaften und nach diesem Weltrekord von Borken mehr als verdient“, sagte MT-Abteilungsleiter Hans-Jörg Enlger, als er die gute Nachricht erhielt.

Mit dieser sensationellen Punktzahl von 5.291 Punkten demonstrierte das Aushängeschild der MT 1861 Melsungen, dass sie durch ihre Vielseitigkeit in einer anderen Liga startet. Wenn alles optimal läuft, traut ihr Alwin J. Wagner sogar eine Punktzahl von über 5.400 Punkten zu.

Im Jahr 2001 kam die unvergessene Jutta Schäfer als erste Werferin mit 5.213 Punkten über die 5.000-Punktegrenze. Sieben Jahre hielt dieser Weltrekord allen Versuchen stand, bis vor drei Jahren die Britin Evaun Williams in Ljubeljana (Slowenien) mit 5.683 Punkten einen Jahrhundert-Weltrekord für die Altersklasse der W70 aufstellen konnte. Im Vorjahr hatte die Estin Helvi Erikson bei den Senioren-Europameisterschaften in Nyiregyhaza (Ungarn) mit 5.005 Punkten ebenfalls diese Schallmauer durchbrochen. Da seit Januar 2011 das Gewicht im abschließenden Gewichtwerfen verändert wurde, haben die bisherigen Rekorde allerdings nur noch einen historischen Wert und werden in Zukunft neu geschrieben.

Beim Hammerwerfen, das zum Auftakt ausgetragen wurde, legte die 28-fache deutsche Seniorenmeisterin das Fundament für ihr Rekordergebnis. Die amtierende deutsche Meisterin warf in ihrer Paradedisziplin mit  33,84 Meter nur zwei Zentimeter weniger als bei ihrem Titelgewinn in Erfurt und setzte sich mit 1.265 Punkten von ihre Konkurrentin Irma Kirchhofs (Tuspo Borken). Die Dritte der deutschen Meisterschaften erreichte 27,52 Meter und hatte nach dem ersten Wettbewerb 272 Punkte Rückstand.  Nach 9,08 Meter im Kugelstoßen sowie ihren imponierenden 27,10 Meter im Diskuswerfen – bei den deutschen Winterwurfmeisterschaften in Erfurt hatte Karin Illgen aus Leipzig den Titel mit 26,04 Meter gewonnen –  hatte Hella Böker bereits 3.215 Punkte und lag damit deutlich auf dem anvisierten 5.000-Punkte-Rekord-Kurs. Irma Kirchhofs hatte bis dahin 2.255 Punkte gesammelt und lag damit fast schon 1.000 Punkte zurück.

Die deutsche Winterwurfmeisterschaften im Speerwerfen hatte Hella Böker mit 27,23 Meter klar für sich entschieden. In Borken kam sie auf 26,72 Meter, schien aber damit keinesfalls zufrieden zu sein.  „Wenn mein Anlauf klappt und der Arm beim Abwurf lang bleibt, müsste der Speer über 30 Meter weit segeln“, sagte sie kritisch nach der vierten Disziplin, für die sie nur 910 Punkte erhielt, so dass sie 4.125 Punkte auf dem Konto hatte.

Dass eine gute Hammerwerferin auch im Gewichtwerfen gut ist und somit bei diesem Werfer-Mehrkampf ein zweites Standbein hat, ist bekannt. Da der Deutsche Leichtathletik-Verband aber bei den Seniorinnen der W70 das Gewicht von 5,5 Kilogramm auf 4,0 Kilogramm verringert hatte, wurde die Aufgabe für Hella Böker nicht gerade leichter. Ohne mit dem entsprechendem Gerät trainiert zu haben, so dass die Feinkoordination noch nicht vorhanden sein konnte, erreichte sie „nur“ 14,18 Meter.  Bei entsprechendem Training sind noch zwei Meter –  also fast 200 Punkte –  mehr drin, das sich natürlich auch in der Endpunktzahl niederschlägt. (ajw)



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