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MT in Kiel: Zebras jagen, nicht nur streicheln

Kiel/Melsungen. Die Top-Begegnung des achten Spieltages der TOYOTA Handball-Bundesliga steigt in Kiel. Dort empfängt Spitzenreiter THW am Mittwoch, 19. Oktober, den Tabellenvierten MT. Anwurf in der Sparkassen-Arena ist um 20.15 Uhr. Das HNA Live-Radio berichtet im Internet unter HNA.de. Zwölfmal standen sich die MT und der THW Kiel bislang gegenüber, zwölf Mal trabte die Zebraherde als Sieger vom Feld. Dabei betrug die Tordifferenz im Schnitt nicht weniger als zehn Treffer. Legt man diese Statistik, die Internet-Votings der Fans sowie die Quoten der Wettanbieter zugrunde, um eine Prognose zum Spielausgang zu wagen, müsste man den Nordhessen empfehlen: Bleibt lieber zuhause und schickt die Punkte mit der Post an die Förde!

Genau das wird die MT natürlich nicht machen. Und zwar nicht, weil es gegen die sportliche Fairness oder gar gegen die Statuten wäre. Diesmal fährt die MT vielmehr mit einem gewissen Selbstbewusstsein gen Norden. Was man auch haben kann, wenn einem die Tabelle nach sieben Spieltagen Platz vier und 11:3 Punkte bescheinigt. Diesmal will die MT die Zebras nicht nur streicheln sondern möglichst auch ein bisschen jagen. Dabei legt man im MT-Lager Wert auf die Feststellung, dass Außenstehende den Begriff ”Selbstbewusstsein” bitte nicht als ”Selbstüberschätzung” interpretieren mögen. ”Wir sind gut gestartet, haben auch schon wertvolle Punkte auf dem Weg zu unserem Ziel gesammelt, sind aber noch lange kein Spitzenteam”, beschreibt Michael Roth den Status seiner Mannschaft. Der Coach weiß nur zu gut, wie dünn das Eis im Profisport mitunter sein kann, respektive wie schwer der Weg ist, um unter die Top-Ten zu kommen. ”Stimmt aus unerfindlichen die Form nicht oder verletzen sich Leistungsträger, kann es ganz schnell in eine andere Richtung gehen”, so Roth.

Bislang jedoch sind die Nordhessen von derlei Begleiterscheinungen verschont geblieben. So werden sie mit höchster Wahrscheinlichkeit auch in Kiel mit voller Kapelle auflaufen können. Das wird im Normalfall aber immer noch nicht reichen, um den Rekordmeister in die Knie zu zwingen. Der wird von sich aus, aber auch zusammen mit seinen 10.250 Fans in der wie immer ausverkaufte Sparkassen-Arena (vormals Ostsee-Halle) in der Lage sein, für ein entsprechendes  Ergebnis zu sorgen. Schließlich ist der THW glänzend in die Saison gekommen und hat in seinen bisherigen acht Auftritten makellose 16 Punkte gesammelt. Dabei wurden mit der SG Flensburg/ Handewitt und den Rhein-Neckar Löwen durchaus auch schon zwei sehr anspruchsvolle Kontrahenten aus dem Weg geräumt. Einzig beim Championsleague-Duell kürzlich gegen Montpellier ließ der THW seine Souveränität vermissen und erlitt mit 23:24 prompt die erste Niederlage in dieser Saison.

Der Kader von Trainer Alfred Gislason besticht ansonsten durch herausragende Qualität. Auf den einzelnen Positionen agieren jeweils Doppelpacks, in der Regel von hohem internationalem Format. Tor: Omeyer/Palicka, Linksaußen: Klein/Lundström, Rückraum Links: Ilic/Jicha, Rückraum Mitte: Narcisse/Palmarsson, Rückraum rechts: Andersson/Zeitz, Rechtsaußen: Sprenger/Reichmann, Kreis: Ahlm/Dragicevic und zusätzlich als Abwehrstratege Kubes. Viele von ihnen haben illustre Titel vorzuweisen, vom Championsleaguesieger bis zum mehrfachen Weltmeister. Insgesamt bringen es die Mitglieder der Zebraherde auf stolze 1.700 Länderspiele. Dieser internationale Erfahrungsschatz wird in der stärksten Liga der Welt nur von der Crew des HSV Hamburg getoppt (1.900 LS). In dieser Gewichtsklasse arbeitet man mit Etats um die zehn Millionen Euro. Dagegen gibt sich die MT mit ihrem 3,5 Millionen Haushalt fast bescheiden.

”Wir werden uns in Kiel sehr anstrengen und schauen, was dann dabei herauskommt”, gab Alexandros Vasilakis im Interview nach dem letzten Heimspiel gegen den Bergischen HC von sich. Kurz zuvor hatte er mit neun, zum Teil spektakulären Treffern einen erheblichen Teil zum Sieg beigetragen und so ganz nebenbei auch seine derzeit gute Form bestätigt. Wie übrigens auch seine beiden Landsmänner Savas Karipidis und Grigorios Sanikis. Die drei Griechen erzielten in diesem Spiel 20 der 33 Tore und verdienten sich nicht nur deshalb ein Sonderlob des Trainers.

Von der Nationalität her viel dichter dran am kommenden Gegner THW sind hingegen die Schweden im MT-Team. Torwart Per Sandström, Spielmacher Patrik Fahlgren und Kreisläufer Anton Mansson können sich in Kiel gleich mit vier Akteuren des Kontrahenten in ihrer Landessprache unterhalten. Was sie sicherlich nur vor und nach dem Match machen werden. Denn wie ihre übrigen MT-Mannschaftskameraden haben auch sie nicht vor, die Zebras 60 Minuten lang zu streicheln. Sie wollen sie eher jagen. (Bernd Kaiser)

Schiedsrichter in Kiel: Robert Schulze (Magdeburg) / Tobias Tönnies (Dodendorf); Spielaufsicht: Jürgen Dumke.



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